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Max Klaar spendet für Bornimer Kirche

Potsdams Garnisonkirche hat das Nachsehen Max Klaar spendet für Bornimer Kirche

Die Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPKE) hat 700 000 Euro für die Sanierung des maroden Daches überwiesen. Das Geld stammt ursprünglich aus der aufgelösten Projektrücklage für die Garnisonkirche. Dass die sanierungsbedürftige Friedenskirche mit einer Großspende bedacht wird, schließt SPKE-Chef Klaar aus.

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Oswald Schönherr (r.) und Klaus Broschke vor der Bornimer Kirche.

Bornim. Jetzt ist zumindest teilweise raus, was die Stiftung Preußisches Kulturerbe (SPKE) rund um Max Klaar mit den 6,3 Millionen Euro an Spendenrücklagen macht, die eigentlich für den Wiederaufbau der Garnisonkirche vorgesehen waren: 700 000 Euro kommen der Sanierung der Bornimer Kirche zugute. „Wir haben den Spendenscheck bereits bekommen“, bestätigt der Vorsitzende des Kirchbauvereins und frühere Bornimer Pfarrer, Oswald Schönherr.

Bekanntlich hat sich die SPKE vor Jahren wegen weltanschaulicher Differenzen mit der evangelischen Kirche aus dem Projekt Garnisonkirche zurückgezogen, die angesammelten Spenden aber in einer Projektrücklage geparkt. 2014 erklärte SPKE-Chef Klaar, dass die Gelder endgültig in andere Vorhaben fließen sollten. Als dies bekannt wurde, stellte der Kirchbauverein Bornim schriftlich sein Anliegen vor. Dass die Kulturerbe-Stiftung bei der Förderung eingestiegen ist, bedeute einen großen Schritt nach vorn, so Schönherr: „Eine Riesenhilfe!“

SPKE-Chef Klaar ist wegen seiner äußerst konservativen Ansichten innerhalb der Potsdamer Kirchengemeinden umstritten. Beim Bornimer Kirchenbauverein ist man dem neuen Mäzen hingegen dankbar. Schönherr betont: „Da gab es keine Bedingungen, die zu erfüllen waren.“

In den letzten Jahren konnte zwar der Turm der neugotischen Kirche saniert werden. Für den Rest fehlte aber das Geld. Die 700 000 Euro sollen in die Sanierung des maroden Daches fließen, das nun komplett – und historisch originalgetreu – erneuert werden kann. Baustart wird 2016 sein, voraussichtliche Fertigstellung ist 2017. Alte Bilder zeigen, dass das erste Dach der 1903 geweihten Kirche mit einem Muster aus grün, gelb und rot glasierten Ziegeln verziert war. Dies soll wieder hergestellt werden, ebenso die Eindeckung mit historischen „Mönch und Nonne“-Ziegeln. Auch die fünf ursprünglichen Dachgauben werden wieder eingebaut.

Eile ist geboten, denn das desolate Dach macht die Kirche zum Problemfall. Ein kleiner Rundgang mit Schönherr und Klaus Broschke, einem ehemaligen Restaurator und auch Mitglied im Bauverein, macht deutlich, was im Argen liegt. Nachdem sich das Auge an das gedämpfte Licht im Inneren gewöhnt hat, erkennt man schnell die großflächigen Wasserschäden: bräunliche Flecken und Streifen heben sich von den Wänden ab. Sogar auf den hölzernen Kirchenbänken hat das Regenwasser, das durchs undichte Dach tropfte, Spuren hinterlassen. Dort, wo das Wasser stand, ist das frühere Braun der Bänke nur noch ein verwaschenes Weiß. Auch auf dem Wandgemälde neben dem Altar – „Jesus auf dem Weg nach Emmaus“ – sind Wasserschäden augenfällig.

Beim Gang um die Kirche erklären die Herren vom Kirchenbauverein die Wurzeln der Misere. In den 1970er Jahren wurde das Dach umgedeckt. Allerdings legte man die Ziegel damals nicht wieder in Mörtel ein, sondern in Zement. Weil Beton die Ziegel fest bindet, können sie auf Hitze beziehungsweise Kälte nicht mit Dehnungen reagieren. So bildeten sich Risse in den Dachziegeln, durch die das Regenwasser in das Innere eindringen konnte.

Aus dem maroden Dach sprießen schon die Bäumchen.

Aus dem maroden Dach sprießen schon die Bäumchen.

Quelle: Christel Köster

Mit dem neuen Dach ist die Kirche aber noch nicht ihrer Sorgen ledig. Etwa 400 000 Euro wird die Sanierung der Außenwände aus Rüdersdorfer Kalksandstein kosten. Woher das Geld kommen soll, ist noch unklar. Mit weiteren Spenden aus dem SPKE-Topf kann man aber voraussichtlich nicht mehr rechnen, denn die Stiftung soll die Millionen-Rücklage bereits voll für verschiedene Projekte verplant haben. SPKE-Chef Klaar wollte sich zur Verwendung der Gelder auf Nachfrage nicht äußern. Nur eines ist laut Klaar sicher: Die ebenfalls dringend sanierungsbedürftige Friedenskirche wird von seiner Stiftung nicht bedacht, da sie in die Zuständigkeit der Schlösserstiftung falle, die mit Bundes- und Landesmitteln finanziert wird.

Von Ildiko Röd

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