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"Staudenhof" in Potsdam soll aufgehübscht werden

Erste Visualisierungen nach einer Sanierung liegen vor "Staudenhof" in Potsdam soll aufgehübscht werden

Wie der Staudenhof nach einer Sanierung des DDR-Blocks aussehen könnte, zeigen die Visualisierungen der Architektenfirma. Allerdings wirkt es auf den Bildern so, als wäre er mit Bollwerken gepanzert: die geplanten Bauten der neuen, alten Mitte.

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Oben: Vision der Vereinbarkeit von Staudenhof und barocker Mitte. Unten: Derselbe Blick heute vom Platz der Einheit aus.

Quelle: RTW/ Bernd Gartenschläger

Potsdam. Ein Abriss des Staudenhof-Blocks am Alten Markt nach 2022 und ein Neubau an gleicher Stelle mit „preisgünstigem Wohnraum“ würde die Pro Potsdam anscheinend teuer zu stehen kommen. 3,65 Millionen Verlust würde die städtische Immobilienholding damit machen – das geht aus einer Mitteilungsvorlage hervor, die von der Stadtverwaltung in die nächste Stadtverordnetensitzung am 7. Mai einbracht wird. Sie beruft sich auf eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die von der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam erarbeitet und gutachterlich geprüft wurde.

Der „Pferdefuß“ nach der Ansicht von Kritikern: Das Ergebnis basiere auf der Voraussetzung, dass die Pro Potsdam das Grundstück nach dem Abriss selbst entwickeln muss. Stattdessen könnte die „Pro“ das Grundstück danach auch verkaufen.

RTW

Quelle: Visualisierung: RTW/ Foto: Bernd Gartenschläger

Wie der Staudenhof nach einer Sanierung des DDR-Blocks  aussehen könnte, das zeigen Visualisierungen der Berliner Architektenfirma RTW. Die Linken-Fraktion zeigt diese Darstellungen – sie wurden ihr vom Baudezernenten Matthias Klipp (Bündnisgrüne) zur Verfügung gestellt – gerne her. Sozusagen als „Beweisbilder“, dass sich der kastenförmige Mehrgeschosser und die barocke Mitte ganz gut miteinander vertragen könnten, wenn man sie nur ließe: „Es ist eine Veranschaulichung, dass man den Staudenhof in die Blockstruktur des Leitbautenkonzepts einordnen kann“, so Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Das „Leitbautenkonzept“ sieht vor, die alte Mitte unter weitgehendem Rückgriff auf den historischen Stadtgrundriss zu gestalten. Dabei ist der Staudenhof seinen Kritikern ein mächtiger Dorn im Auge – deshalb soll er laut Beschluss der Stadtverordneten auch nur noch bis 2022 stehen bleiben dürfen und dann abgerissen werden. Die „Linke“ und Baudezernent Klipp halten mit vereinten Kräften dagegen und kämpfen für ein Überleben.

Die neuen Visualisierungen zeigen einen sanierten, äußerlich auch mit Fassadenmalereien aufgehübschten Staudenhof. Allerdings wirkt es so, als wäre er mit Bollwerken gepanzert: die geplanten Bauten der neuen, alten Mitte. Wo sich heute neben der Stadt- und Landesbibliothek eine kleine Ladenzeile befindet, erheben sich in der Fantasie der Planer dann vierstöckige Gebäude – fast zum Greifen nah für die Staudenhof-Bewohner, so scheint es. Auch auf der Visualisierung, die den Blick vom Alten Markt aus zeigt, gehen der mächtige DDR-Block und die ihn flankierende Neubauten fast auf Tuchfühlung. Der enge Nachbarschaftskontakt dürfte da dann im Mietpreis inbegriffen sein.

Von Ildiko Röd

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