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Potsdam Step weist Vorwürfe der Untätigkeit zurück
Lokales Potsdam Step weist Vorwürfe der Untätigkeit zurück
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19:01 03.01.2018
Abgebranntes Silvesterfeuerwerk in der Babelsberger Großbeerenstraße Quelle: foto: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) hat die Kritik von CDU-Politiker Wieland Niekisch von sich gewiesen, zwischen den Feiertagen untätig zu sein. Die normalen Abholtermine für Haus-, Bio-, Papier- und Plastikmüll haben sich schlicht verschoben. „Sie stehen im Abfallkalender der Landeshauptstadt und im Online-Abfallkalender“, so Stefan Klotz, Pressesprecher der Step. „Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Behälter durch die Nutzer zur Entsorgung bereitgestellt werden. Dies war leider nicht immer der Fall“, so Klotz weiter. „Bei den vorgezogenen Touren am 23. Dezember wurden beispielsweise 1002 Behälter weniger als in den normalen Wochen bereitgestellt und konnten somit nicht geleert werden, davon 135 in der Brandenburger Vorstadt.“ Auf die Frage der MAZ, ob aufgrund des erhöhten Müllaufkommens im Zuge der langen Feiertage die Kapazitäten der Step aufgestockt werden, antwortete Klotz: „Nein, es sind normale geplante Touren mit dem ausgelasteten, vorhandenen Fahrzeugpark.“

7,2 Tonnen Silvestermüll noch in der Neujahrsnacht eingesammelt

Auch im Hinblick auf die Reinigung der Straßen nach dem regen Geknalle der Potsdamer in der Silvesternacht erklärt die Step die Kritik der Untätigkeit als nicht berechtigt. Seit dem 1. Januar um drei Uhr in der Früh seien die Männer im Stadtgebiet unterwegs, um die Straßen vom Silvestermüll zu befreien. Dabei wurden 7,2 Tonnen Abfall zusammengekehrt und eingesammelt. Noch in der Silvesternacht selbst waren 20 Männer unterwegs. Mittlerweile sind es 70. Sie wollen bis fünf Tage nach dem Jahreswechsel die Stadt von jeglichen Knallresten befreit haben. Dazu zählen laut Klotz ausgebrannte Knallkörper, Raketen, Böllerbatterien und als Startrampen genutzte Sektflaschen. „Die pure Menge Abfalls, die stadtweit zum gleichen Zeitpunkt anfällt, ist für uns immer eine besondere Herausforderung“, so Klotz. Erleichtert gibt er sich über den Umstand, dass es in diesem Jahr keinen Schnee in der Silvesternacht und in den Tagen danach gab. Das mache die Reinigung der Straßen einfacher, da der Schnee den Dreck sonst verdecke und anfriere.

Entsorgungstermine der Step

Die Stadtentsorgung Potsdam holt an den Feiertagen keinen Abfall ab. Die entsprechenden Touren werden stattdessen stets auf den Tag nach dem Feiertag verschoben. Das passiert mit allen Entsorgungsterminen in der betreffenden Woche. So wurde nicht am 1. Januar geleert, sondern am 2. Das zieht sich bis Freitag. Die Tour, die am 5. Januar gefahren worden wäre, wird als am Samstag, 6. Januar gefahren.

Die Weihnachstage bilden allerdings eine Ausnahme. Dort ist die Entsorgung vom Montag, 25. 12., bereits am Samstag, 23.12. erfolgt.

Voraussetzung für die Leerung ist, wie immer, die Bereitstellung der Tonnen. Deswegen sollten die Bewohner besonders an Wochen, in denen Feiertage sind, daran denken: Die Entsorgungstermine sind andere. Ein Recht auf nachträgliche Leerung gibt es nämlich nicht.

Auch die Entsorgung der Weihnachtsbäume beginnt nun. Die Potsdamer können sie zu den Tonnen legen. Die Step-Mitarbeiter wollen sie im gesamten Stadtgebiet bis Ende des Monats eingesammelt haben.

Rückendeckung für ihre Arbeit bekommen die Mitarbeiter der Step indes von vielen Potsdamern. So schreibt MAZ-Leser Ekkehard Handke: „Ich beobachte die Müllmänner bei Hitze, Eis und Regen, wie sie mit Eifer und Sorgfalt die schweren Müllbehälter heranschleppen und sogar aus den Tonnen herausgefallene Gegenstände aufheben und in den Schlund werfen. Um es brandenburgisch auszudrücken: Da kann man wirklich nicht meckern.“ Handke ist auch mit der Arbeit nach der Neujahrsnacht zufrieden. „Heute kam ein Trupp der Step, um Relikte der Silvesterknallerei zusammenzufegen und abzutransportieren.“

Wer den Dreck macht, muss ihn auch wieder beseitigen

Dabei ist das Entsorgungsunternehmen in vielen Stadtbereichen für die Reinigung gar nicht zuständig. Sie muss nämlich beauftragt werden. Grundsätzlich gilt aber auch: Wer Dreck macht, muss ihn auch wieder beseitigen. „Es gelten die normalen Anliegerpflichten“, sagt Klotz. „Zum Beispiel zur Gehwegreinigung.“ Eine rege Diskussion zu diesem Thema gab es auf der Facebook-Seite der MAZ. Viele Kommentatoren berichten, dass sie ihren Abfall sofort oder am nächsten Tag entfernt haben. Stellt jedoch jemand die Frage „Wofür bezahle ich noch mal Gebühren für Straßenreinigung und Müllentsorgung?“, hagelt es sofort saftige Kritik. Das sei für die normale Verschmutzung durch Laub und Staub. Seinen Müll in die Tonne zu werfen, sei nicht zu viel verlangt. Konsens, und das sollte die Step sicher freuen, scheint jedenfalls zu sein: Wer saubere Straßen vor der Haustür haben will, sollte sich auch selbst darum kümmern.

Von Annika Jensen

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