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Potsdam Steuben-Schüler tauchen in die Tiefsee ab
Lokales Potsdam Steuben-Schüler tauchen in die Tiefsee ab
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07:06 01.12.2017
Vom MAZ-Schulreporter zum Tiefseetaucher: Steuben-Schüler haben’s gewagt. Jetzt sollen sie einen Artikel über das Abenteuer schreiben. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Dunkle, unbelebte Tiefsee? Von wegen! Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer ist ’ne Menge los. Dort drehen nicht nur Seefeder, Gespensterfisch und Schwarzangler ihre Runden, dort ist auch die Nautilus auf Tauchfahrt. Allerdings steht gerade nicht Kapitän Nemo auf der Brücke, sondern Leon aus der 8. Klasse der Steuben-Gesamtschule im Kirchsteigfeld, seines Zeichens MAZ-Schulreporter 2.0 und Geburtstagskind. „Happy Birthday to you“ singen Leons Mitschüler. Hinter den Bullaugen wiegen Seeanemonen ihre Fangarme in der Strömung. Was für eine Aussicht zum 14. Geburtstag!

Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer ist ’ne Menge los. Dort drehen zum Beispiel Seefeder, Gespensterfisch und Schwarzangler ihre Runden. Quelle: Friedrich Bungert

Zum Feiern ist aber keine Zeit. Leon und sein Schulreporter-Team sind dem Wasser auf der Spur. Dazu haben die neun Jungen und Mädchen den vertrauten Klassenraum verlassen und sich auf eine Exkursion begeben. Seit einer Stunde durchstreifen sie nun schon einen „außerschulischen Lernort“, wie es so schön heißt – die Biosphäre im Volkspark. Bevor sie dort in der Forschungstation im Unterseeboot angeheuert haben, haben sie den Regenwald durchmessen, denn der hat eine Wasserbilanz, die rekordverdächtigt ist.

Der Regenwald macht sich seinen eigenen Regen – wie das funktioniert, erklärt Angelika Beck. „Die Bäume saugen über ihre tief in den Boden reichenden Wurzeln Wasser auf und transportieren es hoch hinaus in die Krone“, berichtet sie ihren Besuchern. „Das Wasser scheiden die Bäume über ihre Blätter wieder aus – die Sonne macht’s möglich. Das Kondenswasser bildet eine eigene Wolkenschicht. Wenn es nachmittags abkühlt, beginnt es zu regnen – und zwar jeden Tag zur gleichen Zeit.“ Über diesen Wasserkreislauf bestreitet der Regenwald drei Viertel seines Wasserhaushalts.

Auch den Dschungel haben die Schüler erkundet. Der Regenwald macht sich seinen eigenen Regen – wie das funktioniert, erklärt Angelika Beck. Quelle: Friedrich Bungert

„Aber: Wer unten steht, bekommt erstmal nichts vom Regen ab“, sagt Angelika Beck. Deshalb siedeln viele kleinere Pflanzen in den Wipfeln der Urwaldriesen. „Diese zum Beispiel“ – Angelika Beck zeigt auf eine üppig blühende Schönheit. „Das ist eine Orchidee“, sagt Joelina: „Meine Mama hat Orchideen zu Hause.“ Angelika Beck erklärt, dass sie auch Aufsitzer genannt werden: „An einem einzigen Baum findet man bis zu 40 verschiedenen Arten von ihnen.“ Diese Orchideen seien aber keine Schmarotzer. Sie stehlen dem Baum, auf dem sie leben, nicht die Nahrung. Stattdessen bilden sie Luftwurzeln, mit denen sie Feuchtigkeit aus der Luft und Nährstoffe aufnehmen.

Bevor die Schulreporter weiterziehen, schnuppern sie noch einmal fix an den pinken und weißen Blüten. „Riecht ein bisschen nach Zitrone“, sagt jemand. Dann stellt sich schon der Dreistreifen-Baumsteiger vor: ein kleiner, farbenprächtiger Frosch, der nicht ohne ist und daher hinter Glas lebt. Das leuchtend bunte Kerlchen ist giftig – und zwar so arg, dass es einen Menschen umbringen kann! Die Indianer Kolumbiens benutzen das Hautsekret der Frösche als Pfeilgift für die Jagd, daher auch der Name „Pfeilgiftfrosch“

Rund 130 Tierarten bevölkern die Tropenhalle. Viele leben hinter Glas – zum Glück. Quelle: Friedrich Bungert

Die Schüler notieren, was ihnen wichtig erscheint. Zurück im Klassenraum, sollen sie einen Bericht über die Tour schreiben – das große Finale des Schulreporter-Projekts. Bisher führen die Schüler ein Lesetagebuch, für das sie MAZ-Artikel ausschneiden, die ihnen besonders zugesagt haben. Sie sind die journalistischen Textformen durchgegangen und haben gelernt, wie man sich Informationen beschafft und Fakten von Fake News unterscheidet. Jetzt schreiten sie selbst zur Tat.

Die MAZ-Schulreporter und ihr Partner

Das Projekt richtet sich an die Klassen 7 bis 10. In Potsdam und der Nachbarschaft nehmen in diesem Jahr 736 Schüler von 15 Schulen teil. Vier Wochen lang erhalten sie kostenlos die MAZ direkt ins Klassenzimmer und die Zugänge für E-Paper und Mobil-App.

Die Biosphäre beherbergt mehr als 20 000 Tropenpflanzen, einen Wasserfall, zwei Seen und rund 130 Tierarten. Neben Orchideen, Palmen, Kletterpflanzen und Schlinggewächsen, sind auch Kakao- und Kaffeepflanzen zu entdecken. nf

Von Nadine Fabian

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