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Potsdam Stilklassiker aus dem Holländischen Viertel
Lokales Potsdam Stilklassiker aus dem Holländischen Viertel
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07:30 25.06.2016
Kleider zum Cocktail: Die Potsdamer Modedesignerin Christin Lau zeigt ihre Fitfies-inspirierte Kollektion bei der Berlin Fashion Week. Quelle: Beate Wätzel
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Potsdam

Niemals, sagt Christin Lau, wirklich niemals wäre sie auf die Idee gekommen, sich in Berlin zu präsentieren, in dieser Stadt der Galerien und Partys, der Hipster und Hypes. In dieser Stadt, die sich in den vergangenen Jahren – natürlich! – auch zur Mode-Hauptstadt emporgeschwungen hat. „In Berlin sind so viele Designer, da muss ich nicht hin“, hat Christin Lau in ihrer bodenständigen Art stets zu sagen gepflegt. Und nun ist sie doch dabei, wenn sich vom 28. Juni bis 1. Juli Abertausende zur Berlin Fashion Week einfinden – angekündigt als die herausragende Modedesignerin Brandenburgs.

Da steht Christin Lau (50) nun in ihrem Atelier im Holländischen Viertel und schüttelt den Kopf. Modedesign, das war ihr Kleinmädchentraum. Einmal davon zu leben: kaum auszumalen. Ihre Arbeiten mit Applaus und Preisen zu krönen: undenkbar. Egal sind ihr Applaus, Preise und vollmundige Ankündigungen sicher nicht, aber wichtig? Wichtig sind die Frauen, die sie einkleidet, sagt Christin Lau. Ihr Anspruch: „Kleidung, in der man sein kann. Kleidung, die berührt.“

Die Potsdamer Designerin Christin Lau. Quelle: Beate Wätzel

Auf dem Weg dorthin hat sich Christin Lau ein wenig Zeit gelassen. Drei Berufe hat sie erlernt, war viele Jahre mit und für Menschen tätig, wie sie sagt, als sie mit Ende 30 ein Designstudium an der HTW Berlin absolvierte. Gearbeitet hat sie immer in Potsdam. Seit 2004 führt sie hier ihr Atelier, ist einige Male umgezogen – „Jedes mal kamen drei Quadratmeter hinzu“ – und schließlich hinter rotem Backstein am Ende der Mittelstraße angekommen.

Klare Linien, wenige Farbtupfer

Zeitlos und feminin ist ihr Design. Klare Linien dominieren, Schwarz und Weiß. Hin und wieder aber flammt ein Farbtupfer auf, hier ein grünes Kleid, dort ein rotes, Röcke aus edlem, golddurchwirktem Seidenbrokat. Christin Lau indes trägt Schwarz. Ihr Kleid ist ein Unikat, doch Abwandlungen davon sind im Atelier auf einigen Bügeln zu finden. „Ich denke, dass ich mit den Sachen, die ich entwickle, mich auch selbst entwickle“, sagt Christin Lau. Einige Modelle liegen ihr so sehr am Herzen, dass sie über Jahre hinweg immer wieder daran arbeitet, Figuren damit abtastet, darum ringt, Formen und Materialien zu verstehen. „Das erste Modell nähe ich immer selbst“, sagt sie. Nur so könne sie begreifen, ob das, was sie sich vorgestellt hat, auch wirklich funktioniert.

Hat sich ein Entwurf endlich bewährt, lässt Christin Lau in Potsdam und in Berlin-Kreuzberg nähen. Darauf legt sie ebenso großen Wert wie auf die Qualität der Materialien. Das zahlt sich aus. Längst kommen ihre Kundinnen nicht mehr nur aus den schicken Potsdamer Vorstädten, sondern auch aus den umliegenden Dörfern und von weiter her. Frauen, die etwas Besonderes suchen, in dem sie sich schön und weiblich fühlen und doch sicher. „Ich freue mich, dass die Leute zunehmend darauf achten, ganz bewusst einzukaufen und sich für wenige, zeitlose Teile entscheiden“, sagt Christin Lau, die überzeugt davon ist, dass die Modebranche – egal ob Luxus- oder Fast-Fashion-Marke – vor einem großen, seit Langem überfälligen Wandel steht.

Die Kollektion ist fertig – fast

Egal, wohin diese Reise in den nächsten Jahren geht – kommende Woche feiert sich der Modezirkus in Berlin noch einmal selbst. Christin Lau präsentiert dann an der Mode der 50er inspirierte „Kleider zum Cocktail“. Sie müsse nur noch die Reihenfolge der Modelle festlegen und die zu den Kleidern passenden Mädchen auswählen. „Und ich möchte noch ein Shirt machen“, sagt Christin Lau. „Es geht mir noch im Kopf herum.“ Vielleicht ein neuer Klassiker.

Die Messe „Now Berlin“ bei der Berlin Fashion Week

Die Arbeiten von Christin Lau sind am Dienstag, 28. Juni, bei „Now Berlin“ zu sehen. Die Modenschau beginnt um 18 Uhr mit einer Kollektion von Julia Starp (Hamburg). Um 19.30 Uhr sind die „Kleider zum Cocktail“ von Christin Lau an der Reihe, um 21 Uhr folgen Kreationen von Mashiah Arrive (Israel/Berlin) und um 22.30 Uhr von Wyjatkowa Torebka (Polen).

Now Berlin ist eine Modemesse der Berlin Fashion Week. Location ist der Club „Weyde 3“. Dort sind vom 28. bis 30. Juni internationale und nationale Labels, von High-Fashion bis zu Streetwear zu erleben. In dem Zeitraum hat der Club täglich von 13 bis 23 Uhr geöffnet – in den Räumen sind dann exklusive Showrooms und Pop-Up-Stores zu finden; die Catwalk-Shows sind für 18 bis 23 Uhr angesetzt. Der Eintritt ist kostenlos, allerdings müssen sich Zuschauer zuvor online auf www.now-berlin.com registrieren.

Veranstalter von Now Berlin ist Karl-Rainer von der Ahé. Er hatte zuvor zwei Mal im Rahmen der Berlih Fashion Week die Modemesse Potsdam Now organisiert, deren Fortsetzung ohne öffentliche Fördermittel aber nicht möglich war.

Von Nadine Fabian

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