Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Stimmung wird schlechter in Potsdam
Lokales Potsdam Stimmung wird schlechter in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:53 23.10.2015
Mehr als 500 Anwohner kamen zur Info-Veranstaltung in Drewitz. Quelle: RS
Anzeige
Potsdam

Bislang 14 mal hat sich die Stadtverwaltung vor ihre Bürger gestellt und Aufklärung versucht, zwei weitere Informationsveranstaltungen zu neuen Unterkünften folgen noch. Stets bekommen die Bürger einen aktuellen Stand der Flüchtlingsunterbringung und einen Ausblick. Die beiden jüngsten Anwohnerversammlungen in Neu Fahrland und in Drewitz offenbarten, das die Nerven der Menschen vielfach blank liegen. Die Angst vor Überfremdung und Übergriffen wächst, Klischees und Vorurteile werden laut. Die MAZ zieht hier eine Bilanz bisheriger Veranstaltungen.

Erstaufnahmestelle am Horstweg

17. September: Die Versammlung zur Erstaufnahmestelle auf dem früheren Gelände des Sozialministeriums hat die höchsten Gäste: Innenminister Karl-Heinz Schröter ist da, Frank Nürnberger als Chef des Erstaufnahmelagers Eisenhüttenstadt, Kämmerer Burkhard Exner. Und die Polizei, neben Einsatzchef Michael Scharf vor allem Zivilbeamte. Das bringt die linksalternativen Helfer vom Aufnahmeheim Heinrich-Mann-Allee in Rage. Es gibt Fragen zur medizinischen Versorgung, zur Flüchtlingsregistrierung. Die Helfer fordern, die Flüchtlinge müssten in Potsdam bleiben. Das ist so nicht geplant, wird aber zugesichert.

Stadtvillen, Berliner Vorstadt

24. September: „Willkommen“ könnte über der Veranstaltung an der Schiffbauergasse stehen. Die Bürger haben viele Fragen, aber keine Angst vor den Flüchtlingen. Die Furcht vor Überfremdung wird als deutschlandweites Problem genannt. 170 Asylbewerber sollen in einem Büro- und einem Mietshaus unterkommen; beide stehen leer. Die Berliner Straße 79 an der Glienicker Brücke soll Ende Oktober bezugsfertig sein, die Nummer 103 an der Humboldtbrücke im Frühjahr 2016. Theaterintendant Tobias Wellemeyer bietet den Flüchtlinge alle Veranstaltungen kostenlos an; Filmregisseur Rainer Simon will seine Werke zeigen.

Leichtbauhallen bei Freiland

19. Oktober: In der Sporthalle der Comenius-Schule geht es um den Leichtbauhallen-Standort neben Freiland. Das Soziokulturzentrum wollte statt mobiler Hallen feste Unterkünfte und geriet ins Zwielicht, Flüchtlinge abzulehnen. Aber Freiland will alles für die Asylbewerber nebenan tun, solange es nicht den Betrieb des Zentrums stört. Ängste vor der Verdrängung deutscher Kinder durch Flüchtlingskinder in den Kitas, vor mehr Kriminalität und vor Krankheiten werden laut; aber Kinder in Potsdam bekommen einen Kita-Platz; alle Flüchtlinge werden medizinisch durchgecheckt; es gibt nicht mehr Kriminalität.

Leichtbauhallen in Neu Fahrland

21. Oktober: Im Norden ist die Luft dünner für die Stadtverwaltung, die in nahe des Bürgertreffs und einer Kita zwei Leichtbauhallen plant. In einem offenen Brief werden Flüchtlinge als Gefahr für einheimische Kinder bezeichnet. Schon 2013 hatten Bürger gegen Flüchtlinge protestiert. Jetzt kommen so viele Bürger, dass die Info-Veranstaltung vom Bürgertreff ins Freie verlegt wird. Im Mittelpunkt steht das Sicherheitsbedürfnis der Bürger, die den Zaun um die Kita erhöhen wollen. Die Stadt-Vertreter werden ausgelacht, als sie die Lage erklären. Es gibt aber auch Hilfsangebote an Flüchtlinge und dazu eine Folgeveranstaltung.

Leichtbauhallen in Drewitz

22. Oktober: Von Anfang an zorngeladen ist die überfüllte Veranstaltung in der Priesterwegschule, der gegenüber im Herbst zwei Leichtbauhallen stehen sollen. Der Stadt und dem Bund werden Versagen und Betrug vorgeworfen; Flüchtlinge würden besser behandelt als Deutsche; sie seien zudem eine Gefahr für die Kinder, wird behauptet. Es wird gebrüllt und gewettert; die Wutausbrüche einer Handvoll Drewitzer werden breit beklatscht und bejubelt, während sich die andere Hälfte in der Schulsporthalle in Schweigen hüllt oder von der Veranstaltungsleitung übergangen wird. Nur wenige Vernunftsappelle werden geäußert.

Von Rainer Schüler

Potsdam Polizeibericht für Potsdam am 23. Oktober - Enkeltrick fliegt zweimal auf

Immer wieder meinen Gauner, sie könnten alte Leute beschubsen und sie um ihr Erspartes bringen. So hat seit Jahren der Enkeltrick Konjunktur – auch in Potsdam. Erst am Donnerstag haben Betrüger bei zwei Seniorinnen angerufen, sich als Verwandte ausgegeben und um Geld gebettelt. Aber die Fremden hatten die Rechnung ohne die Mittachtzigerinnen gemacht.

23.10.2015
Kultur Cinéma privé im Filmmuseum - Annette Humpe zeigt ihren Lieblingsfilm

Die Musiker in Annette Humpe stellt im „Cinéma privé“ ihren Lieblingsfilm vor. Klar, dass der etwas mit Musik zu tun hat. „Nashville“ von Robert Altman spielt in einer fernen Zeit, in der in Krankenhäusern geraucht werden durfte und Langhaarige angepöbelt wurden. Sie sei damals, vor 30 Jahren, „völlig geplättet und begeistert“ aus diesem Film gekommen, sagt Humpe.

23.10.2015
Potsdam Stadtruhe-Sängerin im Interview - „Lieber laut als leise“

Wer in diesem Jahr auf den Festivals in der Region unterwegs war, ist an ihnen nicht vorbei gekommen: Stadtruhe. Doch jetzt ist Schluss. Die Potsdamer Band um Sängerin Laura Walter spielt am Samstag das letzte Konzert – für dieses Jahr. Die fünf Musiker brauchen jetzt Zeit für sich und einen sehr, sehr großen Traum.

23.10.2015
Anzeige