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Potsdam Straßenbahn bald bis zum Jungfernsee
Lokales Potsdam Straßenbahn bald bis zum Jungfernsee
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18:39 05.09.2016
Streckenzuwachs für die Tram: Die Züge der Linie 96 rollen bald bis zum Campus Jungfernsee Quelle: MAZ
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Potsdamer Norden

Nach Jahren des Wartens – finanzielle Gründe verzögerten das Projekt immer mehr – kann nun mit dem Bau der Tramverlängerung von der Viereckremise im Bornstedter Feld über die Roten Kasernen bis zum Plattner-Campus und Wohngebiet am Jungfernsee begonnen werden. Das sagte der Verkehrsbetrieb ViP auf MAZ-Nachfrage.

Ein ursprünglich geplanter symbolischer Spatenstich auf dem Volksparkfest am 18. September wurde wegen des vollen Programms zwar wieder vom Plan genommen, doch deutet dies keine weitere Verzögerung an, versicherte Sprecher Stefan Klotz. Im Oktober wird der Bau unweigerlich starten. Es ist der erste Straßenbahnneubau nach 15 Jahren. Damals, 2001, wurde wegen der Bundesgartenschau die Linie 96 bis zur Viereckremise an der Biosphäre mitten ins Buga-Gelände verlängert. Seither wurden Trassen lediglich angepasst – auf der Humboldtbrücke oder fürs Stadtschloss –, aber keine neu gebaut.

Zwei neue Stationen

Die neue Strecke wird 1125 Meter lang, die Kosten waren auf 7,5 Millionen Euro geschätzt. Weil gerade die Ausschreibung laufe, mochte der ViP diese Zahl „aus strategischen Gründen“ nicht noch einmal bestätigen oder gar dementieren. Die Linie wird weiter 96 heißen, sie bekommt lediglich zwei weitere Haltestellen: „Rote Kasernen“ (vor Aldi an der Einmündung Nedlitzer Straße/Georg-Hermann-Allee) und „Campus Jungfernsee“. Die derzeitige Wendeschleife an der Viereckremise wird abgerissen, sobald die neue Strecke in Betrieb ist, denn am Campus Jungfernsee entsteht eine neue.

Bis Ende 2017 zum Fahrplanwechsel soll die erweiterte Strecke ans Netz angeschlossen sein, derzeit sind die Gleise schon bestellt und die Bauleistung ausgeschrieben. Da sich dann mit den Bussen nach Norden Parallelverkehre ergeben werden, befinden sich Stadt und VIP zur Zeit in der Feinplanung, um keine unnötigen Fahrten zu erzeugen. „Parallelverkehre zu vermeiden und die gute Anbindung des Nordens“ seien die zentralen Aspekte dieser Verhandlungen, so Stefan Klotz.

Die neue Strecke verläuft an der Georg-Hermann-Allee und der Nedlitzer Straße Quelle: ViP/Laines Rumpff

Auch wenn es wegen der Bauarbeiten sicher vorübergehend mehr Stau auf der ohnehin chronisch verstopften Verkehrsader nach Norden geben wird, so dürfte die Tram mittel- und langfristig die Strecke eher entlasten: Schon jetzt rechnet der ViP mit einem Nachfrage-Wachstum von 57 Prozent bis 2025, wenn der letzte Baustein des Bornstedter Feldes, die Roten Kasernen, mit mehr als 800 Wohnungen bestück ist. Auch die Mitarbeiter des Plattnercampus und die Bewohner des im Bau befindlichen Viertels darunter – zu ihnen gehört auch der Oberbürgermeister – dürften sich über den stauarmen Weg freuen.

Wegen der Enge der Nedlitzer Straße kann die Trasse bis zur Einmündung der Fritz-von-der-Lancken-Straße nur eingleisig geführt werden. Die Nedlitzer Straße wird für die Tram ohnehin verbreitert, auch ein Dutzend Bäume müssen gefällt werden.

Und es geht weiter – irgendwann

Die Trasse soll künftig auch bis nach Krampnitz führen, sobald dort die Wohnungen wachsen. Das ist bei der Planung bereits berücksichtigt, so der ViP. Weil diese Strecke länger ist, würde sie aber auch teurer: rund 36 Millionen stehen in der ersten Baukostenschätzung. Einen Zeitplan gibt es noch nicht.

Der Norden wird besser angebunden

50 neue Strommaste haben die Verkehrsbetriebe bestellt.

4750 Meter Schienen verschlingt die Strecke, davon gehen 400 Meter für eine Wendeschleife und ein Aufstellgleis weg.

1800 Schwellen werden bis zum Campus Jungfernsee neu verlegt.

330 Meter der 1125 Meter langen Strecke werden eingleisig gebaut – wegen der Enge an der Nedlitzer Straße.

2500 Meter sogenannter Fahrdraht wird für die Strecke benötigt.

4 Weichen regulieren den Verkehr auf dem neuen Ast.

5000 Meter zusätzliche Strecke würde eine Verlängerung bis Krampnitz erfordern. Damit könnten weitere 3800 Menschen mit der Tram in die Stadt und zurück reisen. Kosten: rund 36 Millionen Euro.

Von Jan Bosschaart

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