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Streit um Fassade der Alten Post in Potsdam

Grau oder barockes Gelb? – das ist hier die Frage Streit um Fassade der Alten Post in Potsdam

Am 19. Dezember will die Berliner Volksbank ihre künftige Filiale in dem Nachbau an der Friedrich-Ebert-Straße erstmals öffnen. Ob der Streit um die Fassadenfarbe der Alten Post – Grau oder barockes Gelb – damit beendet ist, bleibt offen. Die Initiative „Mitteschön“ jedenfalls ist empört.

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Der Neubau der Alten Post in der Potsdamer FRiedrich-Ebert-Straße.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Der Schriftzug „Berliner Volksbank“ ist schon an der Fassade des Eckhauses an der Friedrich-Ebert-Straße/Yorckstraße angebracht. Auch der erste Öffnungstag steht schon fest: Es wird der 19. Dezember sein. Für die Volksbank ist die Eröffnung ein wichtiger Schritt, insbesondere auch im Sinne der Kunden: „An diesem neuen Standort bündeln wir die Beratungskompetenzen unserer bisherigen Standorte in der Brandenburger Straße 30-31, Wilhelm-Staab-Straße 2 und Charlottenstraße 34-36“, erklärt Pressesprecherin Anja Smolarek: „Durch die räumliche Anbindung können nunmehr unsere privaten und gewerblichen Kunden das komplette Leistungsangebot an einem Standort nutzen.“

Auch die noch erhaltenen Skulpturen der originalen Alten Post wurden „steinkonservatorisch in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz aufgearbeitet“ und am 21. Oktober auf dem Dachsims aufgestellt, so die Sprecherin.

Aber nicht alle in Potsdam verspüren uneingeschränktes Glück, wenn sie den Neubau am Platz der Einheit betrachten. Unvergessen bleibt der Farben-Streit, der sich an der Fassade entzündete. Wie berichtet, ging es um den ockerfarbenen Sandstein, den die Bürgerinitiative „Mitteschön“ für Potsdam-typisch hält, und um den grauen Sandstein, wie ihn die Bank nun für die Fassade benutzt hat.

Bürgerinitiative „Mitteschön“ kritisiert Stadt und Pro Potsdam

Nun ist seit ein paar Wochen klar: Von barockem Gelb ist weit und breit nichts zu sehen. „Mitteschön“ ist empört: „Wir fragen uns: Was sind Beschlüsse der Stadtverordneten noch wert, wenn sie dann doch nicht eingehalten werden?“, kritisiert BI-Sprecherin Barbara Kuster. Ihrer Meinung nach haben die „Stadt und die Pro Potsdam hier eindeutig versagt!“ Die Initiative mutmaßt, dass wohl ein nicht wasserdichter Vertrag aufgesetzt worden sei: „Dieser gab dem Architekten der Berliner Volksbank die Möglichkeit, hier nach eigener Manier den Redlich-Entwurf abzuändern.“ Aber auch die Stadtverordneten, die einst den Verkauf des Entwurfs des Potsdamer Architekten Bernd Redlich absegneten, sieht Kuster in der Pflicht: „Warum gibt es bei unseren Stadtverordneten keinen Aufschrei oder wenigstens ein Nachfragen?“

Nun sind Fakten geschaffen

Die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam hatte der Volksbank das Grundstück für die Alte Post verkauft zusammen mit dem Redlich-Entwurf – samt ockerfarbener Fassade, so „Mitteschön“. Die „Pro“ zog sogar vor Gericht, um die Bank von der Fassade in grauem Sandstein abzubringen. Allerdings scheiterte sie mit ihrem Eilantrag. Das Gericht vertrat die Auffassung, dass die Streitfrage auch noch nach Herstellung der Fassade entschieden werden könne.

Nun sind aber Fakten geschaffen. Die städtische Denkmalpflege, die kürzlich vor Ort war, sah allerdings keinen Grund für Bedenken. Stattdessen bestätigte sie, dass die Auflagen und Hinweise aus der Baugenehmigung beachtet worden seien, so Stadtsprecher Brunzlow: „Es gibt hinsichtlich der Natursteinverkleidung des Neubaus keine Beeinträchtigung im Rahmen des Umgebungsschutzes.“

Doch es besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Pro Potsdam wegen der Fassadenfarbe erneut vor Gericht geht. „Mitteschön“-Sprecherin Barbara Kuster hakt nach: „Die Frage ist jetzt, was gedenkt die Pro Potsdam zu tun? Wird das wieder als ,Eben mal dumm gelaufen!’ abgetan?“

Dort legt man sich momentan aber noch die Karten: „Wir prüfen derzeit – nach allen Seiten,“ sagte Pro-Potsdam-Sprecherin Anna Winkler auf Nachfrage.

Von Ildiko Röd

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