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Streit um Hortneubau in Eiche

Kita-Notstand am Rande Potsdams Streit um Hortneubau in Eiche

Seit mehr als einem Jahr verhandeln die Stadt Potsdam und das Oberlinhaus um einen Kita-Erweiterungsbau für den Hort der Grundschule „Ludwig Renn“ in Eiche, ohne dass ein Ergebnis absehbar wäre. Es geht um 70 zusätzliche Plätze. Ausnahmezustand auch in der benachbarten AWO-Kita „Turmspatzen“, die bereits seit Jahren mehr Kinder aufnimmt, als eigentlich geplant war.

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Das von der Oberlin-Kita und als Bürgertreff genutzte Gebäude in Eiche.

Quelle: Claudia Jonov

Potsdam. Im Potsdamer Ortsteil Eiche gibt es Streit um einen Kitaneubau. Das Oberlinhaus als Träger des Hortes der Grundschule „Ludwig Renn“ und die Stadt verhandeln seit mehr als einem Jahr über einen dringend nötigen Neubau mit zusätzlichen 70 Plätzen. Doch bisher scheint keine Einigung in Sicht. Rathaussprecherin Christine Homann teilte auf MAZ-Anfrage mit, die Verhandlungen „dauern derzeit noch an. Wir hoffen aber auf einen zeitnahen Abschluss der Gespräche, damit die Einrichtung im Sommer 2017 eröffnet werden kann“.

Judith Langner, Bereichsleiterin Kindertagesstätten im Oberlinhaus, erklärte hingegen: „Der Zeitplan ist unrealistisch, selbst wenn wir uns sofort einigen würden.“ Das Problem sei die Finanzierung: „Wir hätten längst anfangen können zu bauen. Doch wir müssen dafür eine gesicherte Finanzierung haben.“ Ein Ergebnis der Gespräche sei „nicht absehbar“.

Homann kontert auf Nachfrage: Die Stadt habe „dem Oberlinhaus ein fundiertes Angebot vorgelegt, bei dem das Oberlinhaus offenbar noch Klärungsbedarf hat“. Die Stadt sei „nach wie vor zu weiteren Gesprächen bereit“ und hoffe auf eine schnelle Zusage des Oberlinhauses, „damit es zu keiner Verzögerung beim Bau und der Eröffnung der Kita kommt“.

Ein Engpass bei der Versorgung droht laut Homann nicht: „Sollte es zu unerwarteten Verzögerungen kommen, wir die Landeshauptstadt einen alternativen Plan für die Versorgung mit Kita-Plätzen in Eiche aufstellen.“

Aktuell betreut das Oberlinhaus in Eiche nach Angaben Langners 123 Kinder, darunter 70 Hortkinder. Die Kita wurde vor zwei Jahren zum Politikum, weil das Oberlinhaus vom Bürgertreff Eiche genutzte Räume kündigen wollte, um dort zusätzliche Betreuungsplätze für Kitakinder zu schaffen. Laut Langner konnte der Bürgertreff bleiben. Mit dem Neubau sollten nach ihren Angaben 77 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden.

Neben der Oberlin-Kita hat offenbar auch die Kita „Turmspatzen“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sämtliche Kapazitäten ausgereizt. Nach Angaben der Chefin des Awo-Bezirksverbandes, Angela Basekow, werden dort seit 2010 per mehrfach verlängerter Ausnahmegenehmigung des Landesjugendamtes 75 Kinder mehr betreut, als ursprünglich zugelassen.

Die Ende 2009 eröffnete Kita „Turmspatzen“ hat eigentlich 193 Kita- und Hortplätze. Betreut werden dort laut Basekow jedoch 268 Kinder. Möglich wird das unter anderem durch eine Parallelnutzung von Grundschulräumen für den Awo-Hort – ein Modell, das es bei der Awo in dieser Größenordnung in Potsdam nur noch an der Waldstadt-Grundschule gibt.

Eine Möglichkeit zur Erweiterung der Kapazitäten gebe es „nicht“, so Basekow auf Nachfrage. Das betreffe auch die rund 70 Kinder, für die wegen Verzögerungen beim geplanten Neubau des Oberlinhauses in Eiche möglicherweise Alternativen gesucht werden müssen. Laut Basekow betreibt die AWO in Potsdam aktuell 19 Kindertagesstätten mit insgesamt 3361 Plätzen.

Andauernder Streit um die Finanzen

Die Stadt will in den nächsten vier Jahren 1600 neue Kita-Plätze schaffen. Dabei gibt es immer wieder Streit zwischen der Stadt und den Trägern zur Finanzierung der Neubauten.

Die Errichtung neuer Kitas in kommunaler Trägerschaft wurde gestern auf MAZ-Nachfrage ausgeschlossen. Alle 120 Kitas in Potsdam werden im Gegensatz anderen Kommunen von freien Trägern betrieben.

Laut Rathaus wird aktuell über zwei Kita-Neubauten verhandelt. Für fünf neue Kitas seien die Verhandlungen beendet, gebaut werde aber noch nicht.

Von Volker Oelschläger

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