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Streit um Kongsnaes geht in nächste Runde

Potsdam Berliner Vorstadt Streit um Kongsnaes geht in nächste Runde

Das juristische Gezerre um den Wiederaufbau der kaiserlichen Matrosenstation an der Schwanenallee geht in die nächste Runde: Weil die Anleger gut gefühlte Kriegskassen haben, legen sie auch gegen das höchste Urteil Beschwerde ein. Ein Berliner Investor baut dort ein Restaurant und einen Bootsanleger. Er will 2017 eröffnen, sagt er unbeirrt.

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Blick auf die Baustelle Kongsnaes. Das Funktionsgebäude steht im Rohbau, daneben die Fundamente der Ventehalle.

Berliner Vorstadt. Der Streit um den Wiederaufbau der Kaiserlichen Matrosenstation Kongsnaes an der Schwanenallee geht in die Verlängerung: Zwei Anwohner haben nun Beschwerde gegen die Nichtzulassung ihrer Berufung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg eingelegt. Das bestätigte der stellvertretende Sprecher des Verwaltungsgerichts, Matthias Scharf, am Mittwoch auf MAZ-Anfrage. Nun muss das Oberverwaltungsgericht darüber entscheiden, ob eine Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts überhaupt zulässig ist. Falls ja, geht das Tauziehen um Kongsnaes in die nächste Instanz.

Klein Norwegen in Potsdam

Kongsnaes (auf Norwegisch: „Königliche Landzunge“) war die Anlegestation der kaiserlichen Schiffe. Wilhelm II. ließ von 1891 bis 1895 drei u-förmig angeordnete Wohnhäuser bauen, für den Kapitän, Matrosen und das Bootshaus.

Erfolglos blieb im Mai auch die Klage der Anwohner gegen die Baugenehmigung für zwei Steganlagen von Kongsnaes. Ob sie in diesem Fall Beschwerde einlegen werden, ist noch unklar. Die Frist für eine Beschwerde läuft noch bis Mitte August.

Wie berichtet, hat das Verwaltungsgericht im Mai eine Klage von sieben Kongsnaes-Anwohnern – darunter Promis wie Bild-Herausgeber Kai Diekmann und TV-Moderator Johannes B. Kerner – gegen das Projekt von Investor Michael Linckersdorff zurückgewiesen. Der Berliner Unternehmer möchte die Ventehalle, die einst als Empfangshalle für den Kaiser diente, wiederaufbauen und daraus ein Ausflugsrestaurant mit 92 Innenplätzen und 30 Außenplätzen machen. Den Nachbarn ist die Gastronomie ein Dorn im Auge: Sie befürchten Verkehr, Lärm, mangelnde Rücksichtnahme gegen Nachbarn und Verstöße gegen den Denkmalschutz. Das Urteil vom Mai bestätigte allerdings, dass die Baugenehmigung der Stadt Potsdam für den Wiederaufbau der Matrosenstation am Jungfernsee rechtens sei. Aufgrund der in der Baugenehmigung geregelten Betriebszeiten und Beschränkungen seien „keine Verstöße gegen baunachbarrechtliche Vorschriften“ zu erkennen, hieß es. Ende vergangener Woche wäre das Urteil zur Ventehalle rechtskräftig geworden. Kurz zuvor ließen zwei Anwohner Beschwerde einlegen. Zu ihren Namen gab Gerichtssprecher Scharf keine Auskunft.

Kongsnaes-Investor Michael Linckersdorff reagierte gelassen auf den neuen Vorstoß der Anwohner. Er müsse „darüber schmunzeln, wie schlecht die Gegenseite anwaltlich beraten ist“, sagte er. Die Kläger seien nicht erst im Mai im Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht gescheitert, sondern bereits zweimal mit Eilklagen, zuletzt beim Oberverwaltungsgericht.

Unterdessen geht es mit der Ventehalle voran. Der Rohbau des Küchentrakts ist schon fertig. Die Ventehalle selbst wird in Polen gefertigt. Die 40 tragenden Holzsäulen müssen in aufwendiger Handarbeit geschnitzt werden. Jede einzelne Säule ist 8,50 Meter lang. Trotz der umständlichen Herstellung hält Linckersdorff am Eröffnungsdatum für das Restaurant fest: „Im nächsten Jahr soll alles fertig sein.“ 2009 hatte der Berliner nach einer Ausschreibung Kongsnaes für eine Million Euro von der Stadt gekauft. Die Kosten für die Ventehalle belaufen sich auf zwei Millionen Euro. Der schon fertiggestellte Hafen mit der Steganlage schlug noch einmal mit einer halben Million Euro zu Buche.

Von Ildiko Röd

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