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Potsdam Streit ums stille Örtchen
Lokales Potsdam Streit ums stille Örtchen
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14:58 24.02.2017
Offiziell werden die Öffnungszeiten für den Sonnabend angegeben mit 5 bis 2 Uhr. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die Tür war verriegelt und die Servicekraft hatte nur die unbefriedigende Antwort parat: „Da kann man nichts machen. Anweisung von oben.“ Martin Waldeck und seine Frau Kathrin reagierten verdutzt, waren wie vor den Kopf gestoßen. Es war Sonnabend, 22.45 Uhr, und im Hauptbahnhof der Landeshauptstadt hatten Frauen auf der Suche nach dem stillen Örtchen das Nachsehen.

Denn um 22 Uhr war die Damentoilette geschlossen worden. Wer eine dringende Notdurft verrichten wollte, musste warten oder die Herrentoilette benutzen. Die war auch zu später Stunde noch geöffnet. „Das ist ein absolutes Unding. So etwas leistet sich keine andere Großstadt“, schimpft Martin Waldeck. Gleich am nächsten Tag verfasste er daher einen Beschwerdebrief, den er unter anderem an die Deutsche Bahn schickte. „Die Damentoilette zu schließen, ist nicht nur diskriminierend, sondern auch ein Schlag gegen den Tourismus“, so der Fercher.

Toiletten müssten bis 2 Uhr geöffnet sein

Für das Management des Potsdamer Bahnhof-WCs ist die Habewa Service und Dienstleistungs GmbH aus Berlin zuständig. Sie hat mit dem Center-Management der Bahnhofspassagen einen Vertrag abgeschlossen, der unter anderem vorsieht, die Toilettenanlagen am Wochenende bis zwei Uhr nachts zu öffnen. Von Montag bis Donnerstag sowie sonntags müssen die stillen Örtchen bis 24 Uhr zugänglich sein.

Hinweis im Potsdamer Hauptbahnhof auf das WC. Es kommt aber vor, dass man dann vor verschlossenen Türen landet. Quelle: Bernd Gartenschläger

„Dass das Damen-WC ab 22 Uhr zu ist, war eine eigenmächtige Entscheidung des Betreibers“, sagt Center-Managerin Jana Strohbach. Tagsüber beaufsichtigen zwei Servicekräfte die Toilettenanlagen und reinigen diese. Nachts hat lediglich ein Mitarbeiter die Anlagen im Auge. „Zu später Stunde herrschen dort nicht immer hygienisch einwandfreie Zustände“, berichtet Jana Strohbach. „Und weil ein Mitarbeiter dann nicht zwei Toiletten im Blick behalten kann, wurde das Damen-WC kurzerhand dicht gemacht. So hat der Betreiber die Schließung uns gegenüber begründet.“

Center-Managerin droht Konsequenzen an

Direkt nach der Beschwerde von Martin Waldeck habe man sich mit der Habewa GmbH zusammen gesetzt und darauf hingewiesen, dass die vereinbarten Öffnungszeiten einzuhalten sind. „Wenn ein solcher Vorfall noch einmal vorkommt, wird es vertragliche Konsequenzen geben“, kündigt Strohbach an. Dies könne auch zu einer Kündigung des Vertrags führen. „Wir werden uns da alle Möglichkeiten offen halten.“

Martin Waldeck ist mit dieser Lösung erst einmal zufrieden. „Ich denke schon, dass das Centermanagement da jetzt ernsthaft hinterher ist“, sagt er. Trotzdem will der Fercher an den kommenden Wochenenden kontrollieren, ob tatsächlich beide Toiletten auch spätabends noch geöffnet haben. „Wenn das wieder nicht der Fall sein sollte, mache ich noch einmal Rabbatz“, sagt er.

Von Anne Mareile Walter

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