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Stress für Pendler: Keine S-Bahn von Potsdam

Monatelange Bauarbeiten Stress für Pendler: Keine S-Bahn von Potsdam

Hiobsbotschaft für Zehntausende Berlin-Pendler: Potsdam wird wieder einmal vom S-Bahn-Verkehr abgekoppelt. Teilweise geht zwischen Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee monatelang gar nichts mehr. Los geht es ab Freitagabend mit einer Vollsperrung.

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Am S-Bahnhof Babelsberg wird ebenfalls gebaut.
 

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Innenstadt.  Ab Freitag wird Potsdam für drei Monate immer wieder vom S-Bahn-Verkehr abgeschnitten sein. Die Bahn startet mit umfangreichen Gleiserneuerungsarbeiten auf der täglich von Zehntausenden Fahrgästen genutzten Linie S 7 zwischen Hauptbahnhof und Griebnitzsee sowie weiter nach Berlin-Wannsee.

Gleich am Freitag geht es mit einer Vollsperrung los: Ab 22 Uhr bis zum darauffolgenden Montag 1.30 Uhr geht auf den Gleisen zwischen Hauptbahnhof und Wannsee nichts mehr. Die nächste mehrtägige Periode ganz ohne S-Bahn naht dann Ostern am darauffolgenden Wochenende. Dazwischen ist für die aus Berlin kommende Bahn am Bahnhof Griebnitzsee Schluss.

20 Minuten mehr mit Ersatzverkehr

Fahrgäste aus der brandenburgischen Landeshauptstadt müssen mit Bussen vom Hauptbahnhof bis dorthin fahren. Für den Ersatzverkehr müssen allerdings 20 Minuten mehr als die normale S-Bahn-Zeit eingeplant werden. Auch den Juni über wird Potsdam meist von der Schnellbahn abgeschnitten sein. Zwischendrin ist zumindest ein 20-Minuten-Takt geplant.

Auf großen Plakaten werden die Fahrgäste informiert

Auf großen Plakaten werden die Fahrgäste informiert.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Erhalten wird nur der Status Quo

Die Bahn wirbt um Verständnis für die verordnete Zwangspause im S-Bahn-Verkehr. Die letzte grundlegende Erneuerung der Gleise liege teils drei Jahrzehnte zurück, so ein Sprecher. Um auch weiter die Verfügbarkeit gewährleisten zu können, sei ein Gleisaustausch nötig. Ab heute werden in den S-Bahnen mit roten Westen bekleidete Zugbegleiter Faltblätter mit den Nutzungsmöglichkeiten und den Ersatzplänen verteilen.

Fahrgastverband fordert zweites Gleis

Fahrgastverbände sehen zwar schwere Zeiten auf die Nutzer zukommen, haben aber auch keine Alternative für die in Wannsee oder Griebnitzsee gekappten Züge. Dennoch gibt es Protest: „Da wird nur eins zu eins ausgetauscht, das ist das Hauptproblem“, sagt Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband, der auch für Brandenburg zuständig ist. Man hätte die Gelegenheit nutzen sollen, die seit Anfang der 1990er Jahre in der Kritik stehende größtenteils eingleisige Strecke zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee mit einem zweiten Gleis zu ergänzen. „Erhalten wird der Status Quo, das ist zu wenig.“

Die Bahn begründet die fehlende Ergänzung immer wieder mit nicht vorhandenen Mitteln für den Ausbau. „Das müsste erst vom Bund politisch entschieden werden“, so der Sprecher.




Umfangreicher Ersatzverkehr

Die Bahn hat für die mehr als dreimonatigen Erneuerungsarbeiten auf der S-Bahn-Strecke zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee einen teils etwas schwer durchschaubaren Ersatzverkehr organisiert. Einerseits fahren Ersatzbusse zwischen Hauptbahnhof und den Haltepunkten Griebnitzsee sowie Berlin-Wannsee. Zusätzlich wird in einem gewissen Zeitkorridor der Regionalbahnverkehr zwischen Berlin und Potsdam auf bis zu sechs Züge die Stunde aufgestockt.

Der Busersatzverkehr startet im Zehnminutentakt in etwa zu den gleichen Zeiten wie sonst die S-Bahn. Zusätzlicher Haltepunkt ist die S-Bahn-Station Babelsberg.

Während der 3,6 Millionen Euro teuren Bauarbeiten werden Gleise auf insgesamt knapp zehn Kilometer Strecke ausgetauscht und die Schwellen erneuert. Auch die Stromschienenanlage wird saniert. Zudem werden neue Stützmauern sowie eine Bahnsteigsanierung im Bahnhof Babelsberg in Angriff genommen.

Info: www.s-bahn-berlin.de

Bahnkundenverband fordert zweiten Bahnsteig in Griebnitzsee

Der Bahnkundenverband kann sich der Kritik der Kollegen von der Berliner Fahrgastvereinigung nur anschließen, bemängelt aber noch ein weiteres Versäumnis. „Hätten wir jetzt schon den zweiten Bahnsteig in Griebnitzsee, damit auch Regionalzüge aus Berlin dort halten könnten, wäre das eine echte Entlastung“, sagt Karsten Müller, Vorsitzender des Regionalverbandes Potsdam-Mittelmark. In der Tat wird auch der Regionalverkehr als Alternative für die fehlende S-Bahn genannt und sogar durch zusätzliche Züge auf den Linien RE 1 sowie RB 21 und 22 bis Anfang Mai aufgestockt.

 Auf den zweiten Bahnsteig in Griebnitzsee müssen die Potsdamer indes noch mindestens bis zum kommenden Jahr warten. Erst Ende Mai beginnen die Bauarbeiten, nachdem Land und Bund endlich die erforderlichen Mittel bereitgestellt haben. Zwei Millionen Euro sollen in den zusätzlichen Haltepunkt, der dann auch den Universitätscampus in Griebnitzsee besser anbinden würde, investiert werden.

Von Gerald Dietz

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