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Strom wird teurer, Gas und Fernwärme billiger

EWP ändert Preise in Potsdam Strom wird teurer, Gas und Fernwärme billiger

Die Energie und Wasser Potsdam GmbH reagiert auf die Ökostrom-Umlage und hebt die Strompreise moderat an. Betroffen sind die Grundpreise – sie steigen um 13 Euro jährlich. Frohlocken können hingegen die Fernwärme- und Gaskunden. Nur die Kochgaskunden müssen etwas tiefer in die Tasche greifen.

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Strom wird etwas teurer in Potsdam.
 

Quelle: Foto: Röd

Potsdam.  Ab 1. Januar wird die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) ihre Energiepreise anpassen. Während der Strompreis moderat teurer wird, senkt die EWP die Gas- und Fernwärmepreise. Nur bei den so genannten „Kochgaskunden“ steht eine leichte Anhebung ihres Grundtarifs ins Haus. EWP-Geschäftsführer Carsten Stäblein und Vertriebsleiter Andreas Buchholz stellten die Neuerungen am Mittwoch vor.

Strom: Grundpreis wird pro Jahr um 13 Euro teurer

Im Detail sehen die Änderungen folgendermaßen aus: Beim Strom wird – je nach Vertrag – um etwa 1,10 bis 1,50 Euro pro Monat auf einheitlich 6,55 Euro monatlich erhöht. Pro Jahr sind das 78,54 Euro, während es bislang 65,40 Euro jährlich waren – das sind rund 13 Euro mehr pro Jahr. Laut Stäblein gab es seit 2005 keine Anpassung der Grundpreise mehr. „Schuld“ an der Anhebung des Grundpreises ist unter anderem die EEG-Umlage zur Finanzierung der Energiewende. Die Ökostrom-Umlage wird 2017 wie berichtet von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Hinzu kommen unter anderem die höheren Nutzungsentgelte der vorgelagerten Netzbetreiber, die die Verbindung von Potsdam zu den großen Energieanbietern wie Eon oder 50Hertz herstellen. „Die Summe der durch die EWP nicht beeinflussbaren Kostenerhöhungen beläuft sich damit auf 1,14 Cent pro Kilowattstunde“, erklärte Stäblein: „Die Veränderung wird jedoch nicht auf den Arbeitspreis umgelegt.“ Als Arbeitspreis werden die Kosten für die Kilowattstunde bezeichnet.

Fernwärmekunden können sich freuen

Frohlocken können ab Jahresanfang die Nutzer von Fernwärme. Für Direktkunden, die einen Liefervertrag mit der EWP haben, wird der Arbeitspreis um 3,58 Euro pro Megawattstunde gesenkt. „Für einen durchschnittlichen privaten Fernwärmekunden mit ungefähr 22 000 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet dies eine Entlastung um etwa 61 Euro jährlich“, sagte Stäblein. Allerdings betrifft das nur 650 Kunden. Die Potsdamer Wohnungsgesellschaften und jene Kunden, die einen Vertrag mit einem Festpreis bis Ende 2018 abgeschlossen haben, sind davon nicht betroffen. „Der Fernwärmepreis, den sie bezahlen, ist in der Größenordnung aber ähnlich“, versicherte Stäblein. Sprich: Diese Kunden schneiden nicht schlechter ab als die Direktkunden.

Carsten Stäblein

Carsten Stäblein

Quelle: Katrin Paulus

Gas: Gesunkene Marktpreise werden weitergereicht

Positive Nachrichten gibt es auch für Gaskunden. Wegen der gesunkenen Marktpreise für Erdgas wird der Preis für Endverbraucher um 0,91 Cent pro Kilowattstunde sinken. Für einen „typischen“ Gaskunden, der 25 000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, bedeutet das eine Senkung um ungefähr 230 Euro – das entspricht einer Ersparnis von 13 Prozent.

Kochgaskunden zahlen künftig mehr – aber immer noch wenig im Vergleich

Für die „Kochgaskunden“ stehen auch Änderungen ins Haus – allerdings werden sie teilweise stärker zur Kasse gebeten. Der Grundpreis soll von rund 25 Euro auf 37,13 Euro pro Jahr angehoben werden. Stäblein wies darauf hin, dass die EWP im Vergleich der Kochgaskunden einer der günstigsten Anbieter in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist – nur in Pritzwalk zahlt man noch weniger. Zudem habe es seit 2005 keine Anpassung der Grundpreise mehr gegeben.

Wie berichtet, war ursprünglich eine saftige Erhöhung der 25-Euro-Grundgebühr pro Anschluss auf etwa 70 Euro geplant gewesen. Im Gegenzug hätte es die Preissenkung für die restlichen Gaskunden geben sollen. Nachdem die Linken im EWP-Aufsichtsrat dagegen votiert hatten, gab es nicht die nötige Mehrheit für diese Tarifänderung. Nun hat man anscheinend eine Kompromisslösung gefunden, mit der alle leben können. „Das ist einstimmig vom Aufsichtsrat beschlossen worden“, bekräftige EWP-Chef Stäblein.

Von Ildiko Röd

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