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Potsdam Stromleitung durch Marquardt und Golm
Lokales Potsdam Stromleitung durch Marquardt und Golm
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13:37 08.10.2013
Strommasten in Marquardt in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam-Marquardt

Über die Pläne zeigt sich die Bürgerinitiative "Freileitung raus" schwer enttäuscht. Sie setzt sich schon jahrelang für eine andere Trassenführung ein.

„Alternative Trassenführungen sind überhaupt nicht berücksichtigt worden“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative „Freileitung raus!“, Josef Grütter, am Freitag zur MAZ. Auch das beteiligte Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe habe es nicht für notwendig gehalten, dass die Stromtrassen um die Orte herumgeführt werden. „Lediglich die Verschwenkung an die Bahntrasse in Marquardt wurde zurückgenommen“, so Grütter. „Mit der alten Trasse, den wieder eingekürzten Masthöhen und der fehlenden Alternativprüfung bei gleichzeitig erhöhtem Stromtransport wird die Belastung der Betroffenen durch elektromagnetische Felder erhöht, Mastbruchgefahr mit erheblicher Auswirkung wird weiterhin in Kauf genommen, sich aufdrängende Alternativen werden nicht betrachtet.“

Obwohl Eon-Edis damit die in der Bevölkerung und bei allen politischen Parteien umstrittene Planung wieder auflegt, ist Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zuversichtlich, dass zumindest die Trasse durch Marquardt verhindert werden kann. „Die Gespräche mit Eon-Edis laufen und sind auf einem guten Weg“, so Rathaussprecher Stefan Schulz gestern. Die Stadt will erreichen, dass die Freileitung längs der Bundesstraße 273 geführt wird. „Die Gespräche mit dortigen Grundstückseigentümern haben bereits stattgefunden“, so Schulz. Offenbar gibt es grünes Licht, auch weil die Stadt sich mit rund einer halben Million Euro finanziell an dieser für die Marquardter günstigeren Lösung beteiligen wird.

Dass die so gut wie sichere Alternativtrasse von Eon-Edis aber nicht in die aktuellen Planfeststellungsunterlagen aufgenommen wurde, hat für Initiativen-Sprecher Grütter einen klaren Grund: „Der Konzern fährt zweigleisig. Würde er die Alternative offiziell als eigene Planung festschreiben, müsste die Stadt nicht bezahlen. Eon-Edis will letztlich die Kosten für die Stromtrasse für sich senken und einen Teil dem Steuerzahler aufbrummen.“

Die Marquardter „Sonderlösung“ kann allerdings nicht auf Golm übertragen werden. Denn dort würde eine mögliche Alternativtrasse durch ein Naturschutzgebiet verlaufen – für Oberbürgermeister Jann Jakobs gibt es dafür aber „keinen Diskussionsspielraum“. Die Verlegung der Stromleitung unter die Erde – ebenfalls eine diskutierte Möglichkeit – wäre dagegen einfach zu teuer. Wie Rathaussprecher Schulz bestätigte, müsste die Stadt rund 3,5 Millionen Euro zuzahlen, um die Golmer von der Stromtrasse freizuhalten. „Es gibt zwar Gespräche mit Eon-Edis auch zur Golmer Trasse, aber Ergebnisse oder andere Lösungen sind leider nicht in Sicht.“

Laut Initiativen-Sprecher Grütter fordern die Golmer jetzt schnellstens eine Einwohnerversammlung, um den Stand der tatsächlichen Planungen in Erfahrung zu bringen.
Außerdem kündigte Grütter an, dass die Bürgerinitiative auch gegen die neu ausgelegten Planfeststellungsunterlagen Einwendungen erheben werde. Zeit ist bis zum 9. August, dann endet die Auslegungsfrist.

Von Jürgen Stich

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