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Potsdam Stuckrad-Barre liest, lästert und begeistert
Lokales Potsdam Stuckrad-Barre liest, lästert und begeistert
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20:24 11.11.2016
Autor Benjamin von Stuckrad-Barre im Lindenpark. Quelle: Christel Köster
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Babelsberg

Einmal Suchti, immer Suchti. Autor Benjamin von Stuckrad-Barre, Deutschlands bekanntester lebender Ex-Kokser, hat seine Erfahrungen mit einem bunten Strauß an Süchten – Kokain, Alkohol, Bulimie – und den Folgen in seinem Buch „Panikherz“ anschaulich dargelegt. Längst ist er clean. Nur diese Sucht ist geblieben: Von Zigaretten kann der 41-Jährige (nur echt mit Matrosenshirt unterm dunklen Jackett zur hellen Hose) nicht lassen. Bei seiner „Panikherz“-Lesung am Donnerstagabend im Lindenpark qualmte Stuckrad-Barre auf der Bühne genüsslich – fünf Zigaretten in eineinhalb Stunden. Für das Publikum im voll besetzten Saal galt jedoch Rauchverbot. Während die Zuhörer Bier tranken, gab’s für den Stargast Wasser, obwohl: „Der wassertrinkende Autor ist eine Qual.“ Schwupp war Stuckrad-Barre (erster Bestseller 1998: „Soloalbum“) bei Schreiberkollegen, die im Kulturfernsehen „Ernsthaftigkeitstheater“ bieten. Anders Stuckrad-Barre: Er turnte rockstarmäßig auf die Lindenpark-Bühne. Seit zwei Wochen tourt die selbst ernannte „fucking gut geölte Hitmaschine“ durch die Republik, liest jeden Abend andere Stellen: „Sonst wär’s ja nur noch ein Hörbuch mit kurzen Haaren.“ Alkohol braucht Stuckrad-Barre nicht, um amüsant zu sein.

Potsdam gehört in seiner Wahrnehmung zu den angenehmeren Städten in der Provinz, außerdem: „Ich freue mich, wenn ich mal nicht in Berlin sein muss.“ Dafür gab’s den ersten Applaus. Das „Härteste“ sei Siegen gewesen. Städtebaulich sei dort, im tiefen Nordrhein-Westfalen, ja wohl ein „großer DDR-Fan“ zugange gewesen. Und dort habe er ein Hotel bewohnt, das statt „Best Western“ eher „Worst Eastern“ hätte heißen müssen. Man konnte es sich vorstellen. Celle war angenehmer: „Da war eine solche scharfe Deutschlehrerin: Wiebke.“ Mindestens so unterhaltsam wie die Passagen aus „Panikherz“ – herrlich etwa der Einstieg, wenn Nuschelrocker Udo Lindenberg und sein „Stuckiman“ in die USA einreisen – waren Stuckrad-Barres Einschübe zwischen den Kapiteln.

Und das Publikum wurde Teil seines – Zitat – „sinnlosen und deshalb schönen Brauchs“ des Tauschens von Feuerzeugen mit originellen Aufdrucken gegen Feuerzeuge mit noch originelleren Aufdrucken, toller Kitt für die Leser-Autor-Bindung. Stucki bot: Sonnenstudio Iserlohn – „Wer kann das toppen?“ Nun wurde in Handtaschen gekramt. Willkommener Anlass für ihn, sich ein bisschen über Fernsehdoktor und Autor Eckart von Hirschhausen auszukübeln. Frauen und ihre Handtaschen, seien ja so ein Hirschhausen-mäßiges Null-Thema. „Arschgeige“ ploppte in diesem Zusammenhang aus Stuckrad-Barres Mund. Die Zeit war lustig überbrückt und ein entsprechendes Feuerzeug gefunden worden. „Hydraulik Sofortservice“, das gefiel Stuckrad-Barre: „Kann man anrufen, wenn man mal so eine Hydraulik braucht.“ Schön auch, als er gestenreich vom Vatersein berichtete, davon, dass es seinem Sohn „zu anstrengend mit mir“ sei. Wenn Papa Benjamin mit dem Vierjährigen spielt, dann volle Kanne. Nach einer halben Stunde verziehe sich der Kleine ermattet aufs Sofa.

Und so passte dann der Spruch, den der Autor aus einem Glückskeks wickelte, bestens: „Glück und Sicherheit sind zum Greifen nah.“ Man hofft es – für Vater und Sohn.

Von Ricarda Nowak

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