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Potsdam Studenten präsentieren Musical
Lokales Potsdam Studenten präsentieren Musical
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18:11 21.09.2017
In der Filmuni Babelsberg: Ephraim Peise (Komponist), Michael Heller (Regie) sowie Darsteller Veit Schäfermeier, Lasarah Sattler und Tom Schimon Quelle: Christel Köster
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Babelsberg

„Überall nur Ideale und du merkst, du passt nicht rein, sitzt immer nur am Rande, wer nicht hübsch ist, bleibt allein“ – sang der 33-jährige Darsteller Tom Schimon am Donnerstag bei der Vorabpräsentation des Familienmusicals „Wemmicks“ der Potsdamer Studenten der „Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf“. Am 27. September wird es im Nikolaisaal zum ersten Mal aufgeführt und ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ausgelegt.

Das Musical handelt von dem Volk der Wemmicks, die ihre brüchige Holzhaut hinter teurer Kleidung verstecken. Um dem machthungrigen, manipulierenden Modezaren Cesario die Stirn zu bieten, plant der mutige Held Punchinello gemeinsam mit seiner Freundin Lucia einen Aufstand. „Es geht um Selbstannahme und die Fähigkeit, sich nicht so sehr abhängig zu machen von dem, was das Umfeld an Verhaltensweisen und Aussehen an einen stellt,“ erklärt Ephraim Peise, Filmmusikstudent an der Filmuniversität Babelsberg, der das Projekt im Rahmen seiner Masterarbeit im Frühjahr 2015 startete. „Musik ist schon immer meine Leidenschaft – mein Wunsch war es, Musik mit Theater zu verbinden,“ erzählt der 29-Jährige.

In dem Kommilitonen Dominik Grittner fand er einen geeigneten Partner, der das Drehbuch zum Musical schrieb. Peise komponierte die 18 Lieder des Musicals. Inspiriert hat ihn dabei der deutsche Musiker Reinhard Mey. „Ein beeindruckender Wortakrobat“, sagt Peise. Nun wird ein sechzehnköpfiges Liveorchester unter der Leitung von Christian Köhler, der auch das Polizeiorchester Potsdam sowie das Filmorchester Babelsberg dirigiert, seine Lieder zum Leben erwecken.

Seit einer Woche laufen nun nach der Vorlauf-Phase in den Räumen der Filmuni Babelsberg die intensiven Proben. Es sei eine anstrengende Phase, die teilweise bis zu Vierzehnstundentage fordern würde, so der Filmmusikstudent. „Profis haben normalerweise sechs Wochen Zeit – wir haben zwei“, sagt auch der erfahrene Musicaldarsteller Michael Heller, der seit 2009 auf der Bühne steht und bereits den Alfred in „Tanz der Vampire“ in Berlin spielte. Nun führt er für die „Wemmicks“ Regie und verantwortet die Choreographie. „In dieser kurzen Zeit diesen umfassenden Stoff hier auf die Bühne zu bringen, verlangt eine präzise Arbeit aller Darsteller. Jede Minute ist durchgetaktet,“ weiß der 33-Jährige.

Die Idee stammt von einem Kinderbuch

Die Idee für die Wemmicks, die niedlichen Holzfiguren und Namensgeber des Potsdamer Musicals, stammt ursprünglich aus dem Kinderbuch „You are special“ (übersetzt: „Du bist einmalig“) des US-Bestseller-Autors Max Lucado. „Das Buch stand in der Gemeinde auf dem Büchertisch. Es ist eine wunderbare Mutmachgeschichte,“ erinnert sich Peise. Gemeinsam mit dem Autor haben die Studenten die Geschichte adaptiert und noch mal anders aufbereitet. Der erste Akt wurde bereits im Dezember bei einer öffentlichen Lesung vor rund 140 Leuten aufgeführt, um an den letzen Punkten zu feilen und Feedback einzuholen, schließlich sei man ja an einer Uni, so Peise.

Mit dabei sind 20 Darsteller – darunter der 40-jährige Veit Schäfermeier, der schon die Rolle des Professors in „Tanz der Vampire“ besetzte und nun Bösewicht Cesario spielt. Die Lucia wird von der 26-jährigen Lasarah Sattler aus Osnabrück gespielt und der 33-jährige Tom Schimon aus Wien übernimmt die Rolle des Helden Punchinello. Auch Schauspieler Hans-Jürgen-Schatz („Heimat“) ist mit dabei und probt derzeit fleißig an seiner Tanz-Choreographie, wie Regisseur Michael Heller berichtet. „Wir haben einen bunten Haufen zusammengetrommelt“, erzählt Heller. „Es sind Profis dabei und solche, die noch welche werden möchten.“ Die Kostüme hat Modedesignerin und Animatorin Sandra Thieme entwickelt.

„Es ist ein schönes Stück, das in die Zeit passt und auch in der Musicallandschaft neuen Stoff bietet“, sagt Peise. Auch Schäfermeier freut sich über die Produktion. Er schätzt an dem studentischen Projekt vor allem, dass etwas ganz Neues entwickelt wird und fügt lächelnd hinzu: „In meinem Fall toll – Ich darf den Bösen spielen und das macht natürlich am meisten Spaß.“

Rund 60 000 Euro habe das Projekt insgesamt gekostet, so Peise. Ein Teil, etwa 16 000 Euro, sei im Mai durch eine sogenannte Crowdfunding-Kampagne zusammenkommen, das heißt viele Menschen spendeten einen individuellen Betrag. Weiteres Geld seien durch den Kartenverkauf sowie Sponsoren und Unterstützer zusammengekommen, darunter die Bäckerei Exner, Zoundz Unlimited, die SRH Hochschule der populären Künste und die Filmuniversität Babelsberg. Rund 100 Freikarten, die von der Partei „Die Linke“ sowie von Günther Jauch gesponsert wurden, werden an sozial benachteiligte Kinder vergeben, die sonst in der Regel kein Musical besuchen können.

Das Musical sei ein „Try Out“ (Ausprobieren), erzählt Peise, mit der Hoffnung, es weiter auf die ganz große Bühne zu bringen.

Von Anne Knappe

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