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Potsdam Kalender zeigt Potsdams Architektur der Moderne
Lokales Potsdam Kalender zeigt Potsdams Architektur der Moderne
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18:29 05.11.2018
Das Siebdruckkollektiv „Studio114“ präsentiert stolz den neuen Kalender. V.l. die Künstler: Elke, Michael und Katja Chudoba, Cathrin Pankratz, Stefan Göttel, Tom Korn und Historiker Thomas Sander, der ein Vorwort für den Kalender geschrieben hat. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
Südliche Innenstadt

„Barock gibt’s in Potsdam genug. Die Moderne fristet eher ein Schattendasein“, sagt Michael Chudoba, vom Siebdruckkollektiv „Studio114“. Gemeinsam mit fünf Künstlerkollegen und Kolleginnen hat er den Kalender „Potsdam 2019 – Zwischenmoderne“ herausgebracht, der seit gestern im Handel ist. In 14 Motiven versucht das Siebdruckkollektiv Spuren einer Zeit sichtbar werden zu lassen, die in Potsdam kaum (noch) spürbar ist. Es geht um Architektur aus den Jahren zwischen 1919 und 1933.

„Die Menschen sollen anhand unserer Bilder die Stadt erkunden“, sagt Chudoba. Dabei solle der Betrachter nicht in Nostalgie abdriften, sondern sich dessen bewusst werden, was in Potsdam vorhanden ist. Die Motive zeigen bis auf einen Entwurf für eine Villa in Babelsberg, die nie gebaut wurde, ausschließlich existierende Bauten.

Siebdruck in drei Farben

Das wohl bekannteste Potsdamer Gebäude aus der Zeit der Moderne wurde für den Kalender vom freischaffenden Künstler Tom Korn gezeichnet: der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg, gebaut in den Jahren 1920 bis 1922. Der dreifarbige Siebdruck in gedecktem Gelb stellt den Turm ohne viel Schnickschnack dar, auf das Wesentliche reduziert. „Ich zeige bewusst keine Menschen oder Spuren von Menschen in den Bildern, es soll alleine um die Architektur gehen“, sagt Tom Korn. Das Kalenderkollektiv hat sich während der Arbeit immer wieder untereinander abgesprochen, je zwei Motive sind in ähnlichen Farben gehalten. Für die Motive wurden Fotos bearbeitet oder Ansichten mittels Computer- oder Handzeichnung interpretiert.

Die Stärke des Kalenders liegt in seinen eher unbekannten Motiven. Die Wohnhäuser in der Leipziger- oder in der Großbeerenstraße gehören zu den Potsdamer Bauten der Moderne, die erst auf den zweiten Blick auffallen. Gedruckt wurde alles in Handarbeit – entsprechend aufwendig war der Schaffensprozess. Ursprünglich sollte der Kalender schon zum Jahr 2018 fertig werden, doch den Zeitplan konnten die Künstler des Siebdruckkollektivs nicht einhalten.

Erster Kalender „Ostmoderne“ großer Erfolg

„Potsdam 2019 – Zwischenmoderne“ ist nicht der erste Kalender des Siebdruckkollektivs. Schon 2016 veröffentlichten „Studio114“ einen künstlerischen Architekturkalender mit dem Namen „Ostmoderne“. Einige der damals veröffentlichten Bilder zeigen Gebäude, wie beispielsweise die Fachhochschule am Alten Markt, die inzwischen abgerissen wurden. Michael Chudoba und seine Kollegen hoffen, dass den Bauwerken, die sie in ihrem neuen Kalender populär machen, nicht das gleiche Schicksal droht.

Die 2016 gedruckten 150 Exemplare des ersten Kalenders „Ostmoderne“ waren schnell ausverkauft, deshalb hat das Druckkollektiv die Auflage des neuen Kalenders auf 235 Exemplare gesteigert. Die Künstler können sich vorstellen, in regelmäßigen Abständen weitere Kalender über Potsdam zu erstellen. Eine Ausstellung der aktuellen Motive findet statt ab Mittwoch, 7. November im Buchladen „Sputnik“ in der Charlottenstraße 28 und ab Freitag, 16. November im Café Midi im Treffpunkt Freizeit Am Neuen Garten 64.

Der Wandkalender „Potsdam 2019 – Zwischenmoderne“ kostet 54 Euro. Er ist erhältlich in ausgewählten Buchläden: u.a. „Sputnik“ (Charlottenstraße 28), „Internationales Buch“ (Brandenburger Straße 41), „Script“ (Rudolf-Breitscheid-Straße 51 und Potsdam-Museum-Shop (Am Alten Markt 9).

Von Jonas Nayda

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