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Potsdam Polizisten befragen weiter Mieter am Schlaatz
Lokales Potsdam Polizisten befragen weiter Mieter am Schlaatz
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20:26 13.07.2015
Paula Weide und André Rommé sind aus Frankfurt (Oder) nach Potsdam gekommen, um Mieter im Schlaatz zu befragen. Quelle: Rainer Schüler
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Schlaatz

„Gestern Abend wussten wir noch nicht, dass wir heute hier im Einsatz sind“, sagt Paula Weide. Die 25-jährige Polizeikommissarin aus Frankfurt (Oder) gehört mit ihrem Kollegen André Rommé (26) zu einer Gruppe Bereitschaftspolizisten, die am Montagmorgen nach Potsdam gebracht und mit den nötigsten Informationen ausgestattet wurden, um die Wohnblocks rund um den Inselhof im Schlaatz abzugrasen auf der Suche nach Mietern, die irgendwas gesehen haben, was weiterhelfen könnte bei der Suche nach Elias. „Ich war schon mal am Donnerstag hier“, sagt die Beamtin in ihrer voluminösen schwarzen Einsatzuniform: „Da wurden nur ganz grobe Befragungen gemacht; es musste schnell gehen.“

Rommé und Weide gehen das Klingelschild und das Haus Name für Name durch. Wer nicht da ist, bekommt nochmal Besuch. Quelle: R. Schüler

Jetzt gehen sie es gründlich an, klingeln jedes Namensschild in jedem Hauseingang an, bis jemand aufmacht. Von Wohnungstür zu Wohnungstür gehen sie paarweise, klingeln, warten, klingeln nochmal, hämmern notfalls an die Tür. Zuweilen hört man drinnen einen Hund anschlagen, und trotzdem macht ihnen keiner auf. Nur etwa jeder fünfte Mieter ist am Montagmittag auch zu Hause. Er wird nach seinem Namen gefragt und muss den Personalausweis vorweisen, um die Identität zu überprüfen. Die Beamten fragen kurz, wieviel die Leute vom Fall Elias gehört haben und woher, ob sie etwas dazu sagen können. Keiner kann was sagen; die meisten kennen nichtmal den Spielplatz, von dem Elias verschwunden ist, obwohl der nur einen Block weiter liegt.

Mancher, der da öffnet, wohnt gar nicht hier, ist nur zu Besuch. Trotzdem wird der Name aufgeschrieben und eine Telefonnummer, unter der man ihn erreichen kann. Weide und Rommé streichen die Namensliste ab, die sie sich unten am Klingelschild gemacht haben. Erstaunlich schnell haben sie den Block geschafft und wissen, dass sie wiederkommen müssen, wenn mehr Leute da sind. Wann das sein wird, wissen sie noch nicht, auch nicht, ob sie morgen wieder von Frankfurt nach Potsdam fahren müssen. „Willkommen bei der Bereitschaftspolizei“, kommentiert Rommé trocken den Arbeitsalltag seiner Truppe und steckt den Notizblock in die linke Beintasche zurück. Jetzt steht der Schreibkram an, denn es muss genau verzeichnet werden, wer wo zu Hause war und ob er was gesehen oder gehört hat.

Angst vor Übergriffen haben die beiden Frankfurter nicht. Geschützt sind sie durch schuss- und stichsichere Westen mit vielen Taschen, darin ein digitales Funkgerät mit einem separaten Sprechteil in Kehlkopfnähe und einem Hörstöpsel im Ohr. „Mit der Zeit“, gibt Rommé zu, „wird der etwas lästig.“ Am Gürtel haben sie die Dienstpistole, ein Ersatzmagazin, Handschellen, die sie Handfesseln nennen, Pfefferspray, einen „Einsatzschlagstock, kurz ausziehbar“, kurz EKD genannt. Gummihandschuhe hat Rommé einstecken und Desinfektionszeug, falls er mal gebissen wird oder anders verletzt. Sie vertrauen auf ihre Schutzwesten, ob sie wirklich schützen, wenn es ernst wird, wissen sie nicht: „Wir haben das nie ausprobiert“, lächelt Paula Weide.

Von Rainer Schüler

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