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Potsdam Bomben-Suche am Potsdamer Aradosee soll endlich starten
Lokales Potsdam Bomben-Suche am Potsdamer Aradosee soll endlich starten
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00:23 01.11.2018
Blick über den Aradodsee. Quelle: Martin Müller
Teltower Vorstadt

Nach dem alten Tramdepot geht die Suche nach Weltkriegsmunition nur wenige 100 Meter entfernt mit einem Sondierboot auf dem Aradosee weiter. Die Erkundungsarbeiten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sollen „in den nächsten Tagen beginnen“. Das hat das Rathaus jetzt auf Anfrage der Fraktion Die Andere mitgeteilt. Ein genauer Termin wurde nicht genannt.

Das Gelände des früheren Tramdepots an der Heinrich-Mann-Allee, auf dem ein neues Wohnviertel entsteht, wurde in diesem Jahr schon mehrfach weiträumig zur Bombenentschärfung abgesperrt. Im Sperrkreis lagen der Hauptbahnhof und die Staatskanzlei. Die Untersuchung des Aradosees auf Kampfmittel sollte nach früheren Plänen längst erledigt sein, doch im Oktober 2017 kam das Sturmtief Xavier dazwischen. Damals stürzten mehrere Bäume in den See, schreibt die Verwaltung, die „eine lückenlose Befahrung“ verhinderten. Die Bäume hätten erst nach Beendigung der Brutperiode 2018 abgeräumt werden können.

See kippt regelmäßig

Die Untersuchung auf Kampfmittelbelastung ist Teil eines langfristigen Sanierungskonzeptes zur Renaturierung des Aradosees, die von den Stadtverordneten im Mai 2016 auf Antrag der Fraktion Die Andere beschlossen worden ist. In der Begründung des Antrages wurde darauf verwiesen, dass der See regelmäßig „kippt“. Grund sei der geringe Wasseraustausch mit der durch einen Damm vom See getrennten Nuthe, der regelmäßig zu starkem Pflanzenwachstum, Sauerstoffmangel und Fischsterben führe. Auch sei zu vermuten, dass der See stark durch Müll und sonstige Altlasten beeinträchtigt ist. Der einen Hektar große Aradosee entstand bei der Kanalisierung der Nuthe in der ersten Hälfte des vergangene Jahrhunderts. Benannt ist er nach den damaligen Arado-Flugzeugwerken, heute das Betriebsgelände der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Mit der Nuthe ist der See nur durch ein Rohr verbunden.

Als kurzfristige Maßnahmen wurden nach dem Stadtverordnetenbeschluss unter anderem die Müllbeseitung, die Reduzierung von nicht heimischen Pflanzen sowie die Untersuchung auf Kampfmittel festgelegt. Zur Verbesserung der Wasserqualität sollte bis Juni 2017 eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, die allerdings bislang nicht vorliegt. Gegenstand sei die Ergänzung einer bereits vorliegenden Analyse zur Regenwasserableitung in die Nuthe um eine „Betrachtung zum Aradosee“, so Rathaussprecher Klier auf MAZ-Nachfrage. Die Untersuchung werde etwa 20.000 Euro kosten. Der Auftrag könne aus „finanzplanerischen Gründen ... erst 2019“ ausgeschrieben werden.

Von Volker Oeschläger

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