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Potsdam Supermarkt im expressionistischen Stil
Lokales Potsdam Supermarkt im expressionistischen Stil
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06:32 26.04.2018
Das ehemalige Depot der Straßenreinigung in der Hebbelstraße 1, wo Ende April eine Filiale der Biomarkt-Kette „Alnatura“ öffnet. Quelle: Martin Müller
Potsdam

Über der Front des Klinkerbaus prangt schon rot das Firmenschild, innen verlegen Bauarbeiter Kabel. Nach Jahren des Hin und Her hat der Biomarkt im früheren Depot der Städtischen Straßenreinigung und Müllabfuhr in der Hebbelstraße 1 endlich einen Eröffnungstermin. Die über Deutschland hinaus präsente Bio-Supermarkt-Kette „Alnatura“ Produktions- und Handels GmbH kündigte den 26. April als offiziellen Start ihrer neuen Potsdamer Filiale an.

Das expressionistische Eckhaus wurde von 1929 bis 1931 errichtet

Das Eckhaus mit dem dreigeschossigen früheren Büro-, Sozial- und Wohntrakt am Rande des Holländischen Viertels ist ein ungewöhnlicher Ort für einen Supermarkt. Es gilt als eines der wenigen vorhandenen und zugleich herausragenden Beispiele des Potsdamer Expressionismus und steht unter Denkmalschutz. Das Haus war 1929 bis 1931 nach Plänen des Stadtbaurates Karl Fischer errichtet und 1932 vom Stadtarchitekten Reinhold Mohr erweitert worden. In den dreißiger Jahren standen dort Fahrzeuge der Stadtreinigung, außerdem gab es Mannschaftsräume, Büros und Wohnungen. Zuletzt war es als Depot für das Naturkunde- und das Potsdam-Museum genutzt worden.

Saniert wird dort schon seit 2015. Ursprünglich hatte der im nordrhein-westfälischen Ahaus beheimatete Investor Wilfried Lammers die Eröffnung eines Bio-Supermarktes schon für Sommer 2015 geplant. Das war unter anderem aus Gründen des Denkmalschutzes nicht zu leisten. Als nächsten Termin hatte Lammers den April 2016 angekündigt. Der Termin konnte wegen einer Verzögerung bei der Verlegung einer alter Fernwärmeleitung auf dem Grundstück durch die Energie und Wasser Potsdam (EWP) wieder nicht gehalten werden.

Sanierung dauerte länger als erwartet

Dass es noch einmal eine zeitlang gedauert hat, hat laut Lammers nichts mehr mit dem Bau selbst zu tun. „Diese Schwierigkeiten sind seit einem halben Jahr gelöst“, sagt Lammers. Vielmehr habe es Abstimmungsschwierigkeiten bei den Nutzern gegeben. „Sie hatten unterschiedliche Auffassungen, wie man etwas gestaltet.“ Die einen hätten transparente, die anderen lieber undurchsichtige Scheiben gewollt. Auch über Dinge wie die Positionierung von Kühlregalen sei immer wieder neu entschieden worden.

„Beim Einzelhandel fließen eben fortlaufend neue Erkenntnisse ein“, so Lammers. Das sei aber nicht tragisch. Nun sei der Bau endlich fertig. Lammers geht von einer langen Präsenz der Bio-Supermarkt-Kette an diesem Standort aus: „Alnatura ist ein langfristiger Mieter“, so der Chef von Lammers Consult.

„Alnatura“ will Produkte aus der Region anbieten

Die „Alnatura“ Produktions- und Handels GmbH lobt auf MAZ-Anfrage die zentrale Lage des denkmalgeschützten Baus. Auch das innerstädtische Parkhaus gleich daneben käme dem Markt entgegen. Den Wert eines Baudenkmals, den „Alnatura“ als „absolut außergewöhnlich“ einschätzt, werde die Firma auf jeden Fall wahren. „Die Umnutzung zum Bio-Markt wird im Grunde nur im Inneren des Gebäudes erkennbar, die Außenhülle wurde komplett saniert“, sagt „Alnatura“-Sprecherin Constanze Klengel. Auf 635 Quadratmetern Verkaufsfläche will die Firma „ein umfangreiches Vollsortiment“ anbieten: „Dazu gehören tagesfrisches Obst und Gemüse, das bevorzugt aus heimischem Demeter-, Bioland- oder Naturland-Anbau stammt, sowie Brot- und Backwaren von verschiedenen Bio-Bäckern“, so Klengel.

„Alnatura“ lege Wert auf regionale Produkte. „Kurze Transportwege sind auch ein Beitrag zum Umweltschutz und gewährleisten, dass die gelieferten Waren tagesfrisch sind.“. Obst, Gemüse und Molkereiprodukte sollen zum Beispiel vom Ökodorf Brodowin (Barnim) kommen, Brot und Backwaren würden unter anderem vom Biobackhaus Leib in Wustermark (Havelland), angeliefert.

Ob das Haus die Attraktivität des Supermarktes erhöht, muss sich noch zeigen. Immerhin: Der Turmaufbau in der Ecke mit seinen Putten wirkt als Augenweide. Der verklinkerte Stahlbau atmet Charakter. Das Denkmalamt wertet das Gebäude als eines der „herausragenden städtischen Bauten aus der Zeit der Weimarer Republik in Potsdam“. Als Nahtstelle zwischen Holländischem Viertel und Berliner Vorstadt habe es seit seinem Bestehen einen neuen Akzent gesetzt.

Von Rüdiger Braun und Ildiko Röd

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