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Suppenküche muss umziehen

Einrichtung zieht vorübergehend ins Holländerviertel Suppenküche muss umziehen

Die Suppenküche der Volkssolidarität hat ab Montag einen neuen Standort. Für mehrere Monate zieht sie in die Benkertstraße 3. Ihr Container auf dem Gelände der Stadtverwaltung wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. 

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Vorher – nachher: Weil der Container (l.) von Formaldehyden belastet ist, muss die Suppenküche umziehen. Ab Montag, 11. November, ist sie in der Benkertstraße 3 im Holländischen Viertel untergebracht. Das Haus steht seit Auszug des Potsdam-Museums leer.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Beherzte Suppenküche-Gäste, besorgte Anwohner des Holländischen Viertels und beschwichtigende Stadtvertreter kamen gestern Abend in der Benkertstraße 3 zusammen. In das Haus zieht am Montag, 11. November, die Suppenküche. Tags darauf gibt sie erstmals wieder preiswerte Essen aus.

Nachbarn trugen ihre Sorgen vor: "Das Holländische Viertel ist ein Touristenmagnet ‒ schießen wir uns damit nicht ein Eigentor?", so ein Anwohner. "Ich habe Angst, dass die Leute nicht gehen, wenn die Ausgabe um 15 Uhr schließt", sagte eine Gewerbetreibende. "Es lungert keiner herum. Wenn die Einrichtung schließt, gehen die Menschen nach Hause. Es gibt keine Schmierereien und keinen Müll", versicherte Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger. In sieben Jahren auf dem städtischen Campus habe es keinen einzigen Vorfall gegeben, bei dem Ordnungshüter einschreiten mussten. Ordnungsamt und ab abends Polizei seien "für den Fall der Fälle" die Ansprechpartner.

Bisher war die Suppenküche der Volkssolidarität Potsdam in einem der Container auf dem Gelände des Stadthauses untergebracht ‒ zusammen mit dem Hauptverwaltungstrakt. Bei Raumuntersuchungen wurde festgestellt, dass die Baucontainer von Anfang der 1990er Jahre mit Formaldehyden belastet sind, so Anke Latacz-Blume, Fachbereichsleiterin für Soziales und Gesundheit der Landeshauptstadt. "Das ist eine akute Situation gewesen", sagte Müller-Preinesberger. "Wir wollen die Suppenküche zurück", beteuerten die Frauen und rühmten die Potsdamer Variante am Stadthaus als Novum in Deutschland, das es kein zweites Mal gebe und für viel Aufsehen sorgte.

Nun sollen die alten Baucontainer abgerissen und durch neue ersetzt werden. Die Suppenküche soll im Sommer wieder an den alten Standort zurückkehren, seit vergangenem Samstag hat sie wegen des Umzugs geschlossen.

Der vorübergehende Standort in der Benkertstraße ‒ das Haus, in dem vorher das Potsdam-Museum untergebracht war ‒ sei ein Objekt gewesen, das die Stadt als Eigentümer schnell und ohne viel Aufwand nutzen kann, sagte Bernd Richter vom Kommunalen Immobilien Service (Kis).

In ihren Räumen können die Suppenküche-Helfer allerdings nicht kochen. Die bis zu 50 täglichen Portionen wird ein Caterer liefern: das Klinikum "Ernst von Bergmann". "Das kostet die Stadt nichts extra", sagte Müller-Preinesberger.

Suppenküchen-Chef Friedhelm Lother lud die Leute aus dem Holländischen Viertel ein, im sozialen Zentrum der Volkssolidarität vorbeizukommen und mitzuessen: "Ich bitte Sie herzlich um Ihr Wohlwollen", sagte er.

Ein Dauergast hielt eine flammende Rede auf die Einrichtung: "Da darf jeder hingehen, das Essen schmeckt, es ist sauber, man trifft nette Menschen. Ich selbst gehe hin, weil ich einfach wenig Geld habe."

Von Michaela Grimm

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