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Symposium über Künstlerinnen der Moderne im Potsdam-Museum

Leerstelle der Kunstgeschichte Symposium über Künstlerinnen der Moderne im Potsdam-Museum

Begleitend zur Ausstellung „Künstlerinnen der Moderne: Magda Langenstraß-Uhlig und ihre Zeit“, die im Potsdam-Museum noch bis zum 31. Januar zu sehen ist, gibt es am Freitag ein wissenschaftliches Symposium „Künstlerinnen der Moderne im Diskurs“, das eine Brücke schlägt zu Ausstellungs- und Forschungsprojekten mit vergleichbarem Ansatz.

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Magda Langenstraß-Uhlig: „

Potsdam. Die Beteiligung von Frauen ist im deutschen Kunstbetrieb noch nicht sehr lange selbstverständlich. Bis zum Ende des deutschen Kaiserreichs waren ihnen staatliche Hochschulen ebenso wie der Kunstbetrieb verschlossen. „Die wilhelminische Ära war nicht nur konservativ, sondern frauenfeindlich“, sagt Jutta Götzmann, Direktorin des Potsdam-Museums. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, zeitgleich mit der Einführung des Frauenwahlrechts, gab es eine Öffnung.

Doch die Ausgrenzung setzte sich fort – freilich mit geänderten Vorzeichen. In der von Männern dominierten Kunstkritik der 1920er Jahre gab es laut Götzmann, wenn überhaupt, „ziemlich massive Urteile“ über Frauen: Sie seien zu wirklicher künstlerischer Kreativität nicht in der Lage und bestenfalls zu guter Nachahmung fähig: „Das hat lange den Blick versperrt.“ Beispielhaft steht Magda Langenstraß Uhlig (1888-1965), der das Potsdam-Museum zu ihrem 50. Todesjahr eine umfangreiche Restrospektive widmet.

Dass sie 1919 gemeinsam mit Kurt Schwitters in der „Sturm“-Galerie Herwarth Waldens ausstellte, finde in der kunsthistorischen Literatur keine Erwähnung. Götzmann spricht von einem „Vakuum der Kunstgeschichtsschreibung“, das eine Vielzahl von Künstlerinnen betrifft. Erst seit einigen Jahren wird das Werk von Frauen wie Della Hasse, Gertrude Sandmann, Hanna Mehls oder Alice Lex-Nerlinger systematisch erschlossen, erforscht und für die Öffentlichkeit aufbereitet.

Begleitend zur Ausstellung „Künstlerinnen der Moderne: Magda Langenstraß-Uhlig und ihre Zeit“, die im Potsdam-Museum noch bis zum 31. Januar zu sehen ist, gibt es am Freitag ein wissenschaftliches Symposium „Künstlerinnen der Moderne im Diskurs“, das eine Brücke schlägt zu Ausstellungs- und Forschungsprojekten mit vergleichbarem Ansatz. „Künstlerinnen und Kunstmarkt“ ist der Titel der Vormittagssektion.

Vorgestellt werden die Ausstellung „Frauen in der Secession“ in der Liebermann-Villa am Wannsee und die Ausstellung „Sturm-Frauen“ über „Herwarth Walden und die Sturm-Künstlerinnen – ein bislang unbekanntes Kapitel der Avantgarde in Deutschland 1910-1932“ in der Schirn-Kunsthalle Frankfurt am Main, sowie die bevorstehende Ausstellung „Berlin- Stadt der Frauen“ der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Am Nachmittag folgen nach einer Führung durch Anna Havemann, die die Langenstraß-Uhlig-Ausstellung im Potsdam-Museum gemeinsam mit Jutta Götzmann kuratierte, Vorträge über das Werk und die Biografien von Künstlerinnen im Kontext der 1920er bis 1940er Jahre.

Annelie Lütgens, Leiterin der Grafischen Sammlung der Berlinischen Galerie, spricht über „Das Atelier aus Lebensgehäuse bei Hannah Höch und Jeanne Mammen“, Sabine Kruse, Mitbegründerin des Julie-Wolfthorn-Freundeskreises, spricht zu deren 152. Geburtstag über das Leben und Werk der erfolgreichen Künstlerin, die 1944 als NS-Opfer in Theresienstadt sterben musste.

Info Für das Symposium gibt es noch Restkarten. Anmeldung unter Tel. 0331/289 68 21.

Von Volker Oelschläger

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