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TV-Star Steffen Schroeder wird Auktionator

Benefiz-Abend im Michendorfer St.-Norbert-Haus TV-Star Steffen Schroeder wird Auktionator

Zum dritten Mal lädt das Haus St. Norbert in Michendorf (Potsdam-Mittelmark) zu einer Benefiz-Auktion ein. Am 4. April versteigert „Soko Leipzig“-Ermittler Steffen Schroeder Kunstwerke von geistig und körperlich eingeschränkten Bewohnern des Mehrgenerationenhauses. Ab Ostersonntag sind die Arbeiten im Katholischen Gemeindezentrum Michendorf zu sehen.

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Der Potsdamer Schauspieler Steffen Schroeder gehört als Ermittler Tom Kowalski zum Team der ZDF-Serie „Soko Leipzig“.

Quelle: ZDF

Michendorf. Ob für Theater, Kino oder Fernsehen – Steffen Schroeder ist schon in etliche Rollen geschlüpft. Sein populärster Charakter ist der des unkonventionellen Polizeioberkommissars Tom Kowalski im ZDF-Serienhit „Soko Leipzig“. Am 4. April betritt der 41-Jährige „komplettes Neuland“: Der Potsdamer Schauspieler wird am 4. April zum Auktionator und versteigert Kunstwerke, die körperlich oder geistig eingeschränkte Bewohner des Michendorfer Hauses St. Norbert in den vergangenen Monaten geschaffen haben. Schroeder freut sich auf seinen neuen Einsatz: „Alle an dem Abend sollen auf ihre Kosten kommen und Spaß haben.“ Eine besondere Vorbereitung brauche er nicht. Der Publikumsliebling scherzt: „Bei der Auktion wird nach meinen Regeln gespielt. Ich hab’ ja den Hammer in der Hand. Das wird bestimmt lustig.“

Auf den TV-Star freut sich auch und vor allem Lorett Eichholz, Leiterin der Einrichtung. „Toll, dass es geklappt hat und uns Steffen Schroeder jetzt zusagen konnte. Wir wollten für unsere Benefiz-Auktion unbedingt eine bekannte Persönlichkeit aus der Region gewinnen. Und die Bewohner gucken ,Soko Leipzig’ gern – dass passt also wunderbar.“ Der Schauspieler habe sich das Haus bereits angesehen und das Atelier besucht: „Er ist so sympathisch“, schwärmt Lorett Eichholz. Vor zwei Jahren war Schroeder schon einmal angefragt worden, hatte aufgrund seines Drehplans jedoch keine Zeit. Diesmal hat’s geklappt.

Das Haus St. Norbert ist eine Einrichtung der Behindertenhilfe in Trägerschaft des Deutschen Ordens. Dort leben und lernen in acht Wohngruppen insgesamt 71 Kinder, Frauen und Männer mit unterschiedlichen geistigen und körperlichen Handicaps. Zum dritten Mal wird unter dem Motto „Meine Welt in Farben“ zur Benefiz-Auktion eingeladen. 45 Werke werden am 4. April im Katholischen Gemeindezentrum Michendorf versteigert. Der Abend beginnt im Haus St. Georg um 18 Uhr mit einem Sektempfang, bei dem man die Bewohner kennenlernen kann. Schroeder schwingt ab 19 Uhr den Auktionshammer. Ab Ostersonntag können sich Besucher die mit verschiedenen Techniken entstandenen Bilder ansehen.

Zwei- bis dreimal pro Woche findet der von Bernadette Rottstock geleitete Malkurs im Mehrgenerationenhaus statt. „Wer möchte, nimmt daran teil. Je nach Lust und Laune. Es ist ein offenes Angebot“, erklärt die Leiterin der Einrichtung. Der jüngste Künstler ist erst neun Jahre, der älteste Anfang 60. Manche der Bewohner seien erst seit kurzem dabei, andere haben seit mehreren Jahren den Weg über das Malen gefunden, „erlebte Eindrücke wiederzugeben und Gefühle auszudrücken“.

Familiäre Atmosphäre für 71 Bewohner

Im Haus St. Norbert leben in acht konzeptionell verschiedenen Wohngruppen insgesamt 71 Kinder, Frauen und Männer mit Handicaps in familienähnlicher Atmosphäre.

Angeboten wird eine vollstationäre Tag- und Nachtbetreuung, dazu Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie.

Seit 2013 findet einmal im Jahr eine Benefiz-Auktion statt, bei der Kunstwerke von Bewohnern des Hauses St. Norbert versteigert werden.

Am Ostersonntag eröffnet die Ausstellung im Katholischen Gemeindezentrum Michendorf im Haus St. Georg, Langerwischer Straße 27a. Bis Montag, 4. April, können Besucher Bilder, Collagen und Zeichnungen von behinderten Künstlern ansehen. Die Auktion mit TV-Star Steffen Schroeder beginnt am 4. April um 18 Uhr. Die Erlöse kommen den Bewohnern des Hauses St. Norbert zugute.

Steffen Schroeder gehört seit 2012 zum vierköpfigen Ermittlerteam der ZDF-Krimireihe „Soko Leipzig“. Zuvor stand der gebürtige Münchener für zahlreiche Kino- und Fernsehprojekte („Der rote Baron“, „Ein mörderisches Geschäft“) vor der Kamera.

Wunderschöne Arbeiten entstanden in den vergangenen Monaten. „Besonderheiten in der Motorik und Sinnesbehinderungen“ seien „Hürden, die durch Motivation und Freude am Malen überwunden werden“, sagt Lorett Eichholz. „Die Bewohner versinken total ihre Arbeit.“ Schroeder hat sich nach seinem Besuch des Hauses St. Norbert sehr angetan gezeigt: „Eine schöne Einrichtung!“ Als Jugendlicher habe er ehrenamtlich mit gehandicapten Gleichaltrigen in einer Begegnungsstätte gearbeitet. „Das war eine sehr bereichernde Erfahrung. Diese Menschen werden ,behindert’ genannt, haben aber ,Nichtbehinderten“ mit ihrer Offenheit, Herzlichkeit und Warmherzigkeit viel voraus.“ Der Schauspieler mit dem Wuschelkopf sei von einigen Bewohnern direkt umarmt worden: „Da war auf Herzensebene gleich eine Verbindung.“

Schroeder kehrte vor Jahren Berlins Prenz’lberg den Rücken und lebt mit seiner Frau und Kollegin Ute Springer – das Paar lernte sich Ende der 1990er während ihres Engagements am Wiener Burgtheater kennen und lieben – sowie mit den drei Söhnen (elf bis 15 Jahre) in der Potsdamer Jägervorstadt. „Wir haben ein Fleckchen mit Garten gesucht.“ Für die Serien-Dreharbeiten pendelt er zwischen Potsdam und Leipzig. 25 Folgen der beliebten ZDF-Krimiserie werden pro Jahr gedreht, manchmal entstehen vier Episoden parallel. Keine Angst, bei den Fällen durcheinander zu kommen? „Man muss aufpassen“ – aber der TV-Kommissar ist ja Profi. Schroeder lernt seine Texte möglichst während der Zugfahrten. Die Zeit am Wochenende gehört der Familie.

Mit dem Erlös der Benefiz-Auktion sollen „zwei gemütliche Sitzecken aus massivem Holz mit Sonnensegeln für entspannte Malpausen und anregende Gespräche“ angeschafft werden, kündigte Lorett Eichholz an. Eines verspricht der Abend auf jeden Fall zu werden: unterhaltsam.

Von Ricarda Nowak

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