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Rot-Weiß bekommt Geld für neuen Tennisclub

Millionen-Deal mit Tennisclub Rot-Weiß bekommt Geld für neuen Tennisclub

Die städtische Bauholding ProPotsdam will an der Heinrich-Mann-Allee 700 neue Wohnungen bauen und braucht dafür das Gelände des Tennisclubs Rot-Weiß. Der baut nun einen neuen Club auf dem Areal des früheren Plattenwerks und bekommt von der Pro zwei Millionen Euro dafür.

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Der Tennisclub Rot-Weiß wird sein angestammtes Vereinsgelände verlassen und zum ehemaligen Plattenwerk ziehen.
 

Quelle: Rainer Schüler

Waldstadt.  Rot-Weiß hat einen Deal gemacht. Weil der traditionsreiche Tennisclub seine Anlagen an der Heinrich-Mann-Allee aufgeben und umziehen muss, gibt ihm die städtische Bauholding ProPotsdam zwei Millionen Euro mit auf den Weg zum alten Plattenwerk an der Heinrich-Mann-Allee, dicht an der Stadtgrenze zu Rehbrücke. Dort soll sich der Sportverein eine völlig neue Anlage bauen mit zehn Freispielplätzen, einer Tennishalle und einem Vereinshaus mit Restaurantbetrieb. Wo einst die Fertigteile unzähliger DDR-Plattenbauten hergestellt wurden, entsteht nun das neue Rot-Weiß-Domizil auf rund 26 000 Quadratmetern; die Gesamtfläche in den Händen des Baukonzerns Max Bögl und der Baumarkt-Kette Hellweg beläuft sich auf 90000 Quadratmeter.

Der Plan des neuen Clubgeländes im Ex-Plattenwerkgebiet.

Der Plan des neuen Clubgeländes im Ex-Plattenwerkgebiet.

Quelle: DGK-Architekten

Auf dem früheren Fabrikgelände entsteht die „Waldstadt III“ mit 300 Wohnungen und einem Kleingewerbe-Riegel als Abgrenzung zum Sportareal. 28 drei- bis viergeschossige Wohnhäuser mit einer Gesamtgeschossfläche von 20 000 Quadratmetern sind geplant; der Gewerbeteil wird etwa gleich groß. Auch von zwei Einzelhandelseinrichtungen mit je 600 Quadratmetern ist die Rede.

Immerhin 700 Wohnungen werden an der Heinrich-Mann-Allee gebaut, 400 davon auf dem Grundstück des alten Straßenbahndepots, das seit 2001 leer steht. Ernst wird es dort im kommenden Jahr, wenn die ProPotsdam ihre Bauanträge stellt. Der Tennisclub indes, der das neue Gelände für eine symbolische Summe gekauft hat, will im Sommer 2015 mit dem Bau beginnen und die Gebäude zum Winter so dicht haben, dass der Innenausbau starten kann. Anfang Oktober 2016 soll alles fertig sein. Die Freiflächen und das Vereinshaus bezahlt die Pro. Die 53 mal 37 Meter große, tagesbelichtete Drei-Felder-Halle zahlt der Verein, der dafür Rücklagen gebildet und mehrere Hypotheken aufgenommen hat. Gebaut wird alles in Rot-Weiß-Regie, vieles sogar in Eigenleistung. Vereinschef Heinz-Hermann Schulte-Loh hält die Refinanzierung für problemlos.

Vereinschef Heinz-Hermann Schulte-Loh

Vereinschef Heinz-Hermann Schulte-Loh

Quelle: Rainer Schüler

Er rechnet mit Jahreseinnahmen von 80 000 Euro für die Nutzung der neuen Tennisplätze; nur etwa die Hälfte dürfte für den Betrieb draufgehen. Die alte Traglufthalle wird vermutlich verkauft; sie war nach Auskunft von Schulte-Loh eine „energetische Katastrophe. Wir haben durch die Hülle nach draußen geheizt“, sagt der Ex-Manager und jetzige Vereinschef gegenüber der MAZ. Für ihn ist der Umzug zum Plattenwerk ein „Jahrhundertschritt, vom Pächter zum Eigentümer." Sich gegen den Umzug zu wehren, kam für ihn nicht wirklich in Frage: „Da hätte man uns sonst runtergeklagt.“

Das alte Vereinsgelände hinter der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee (Bildmitte) umfasst zehn Freispielfelder, eine Traglufthalle (weiß) und das Vereinshaus mit Gaststätte (Spitzdach).

Quelle: Lutz Hannemann

Der neue Standort ist zwar gewöhnungsbedürftig und weit weg vom Stadtzentrum, aber er birgt auch die Chance, zu wachsen und mehr in die Nachwuchsarbeit zu investieren. Das sah über Jahre anders aus, weil die Diskussion mal in die eine, mal in die andere Richtung tendierte und der Verein nie Sicherheiten hatte. So hatte es zeitweise auch geheißen, Rot-Weiß könne das Stamm-Gelände in 99-jährige Erbpacht nehmen und also in die Sanierung der Anlagen und des Vereinshauses investieren, das maroder ist als es scheint. „Die Sanitärräume und Umkleiden sind finsteres DDR-Niveau“, urteilt der Vereinschef: „Keiner investierte hier mehr was.“ Die Stadt habe die Pachtlösung aber nie wirklich gewollt. Dass man ein Störfaktor für das neue Wohngebiet in der Nachbarschaft wird, fürchtet Schulte-Loh nicht. „Das Plop-Plop der Bälle ist lauter als viele glauben“, sagt er: „Aber hinter dem Gewerberiegel hört man davon nichts mehr.“

Von Rainer Schüler

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