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Terminkorrektur auf der Stiftungsbaustelle

Restaurierungszentrum im alten Theater Terminkorrektur auf der Stiftungsbaustelle

Das neue Wissenschafts- und Restaurierungszentrum der Schlösserstiftung auf dem alten Theatergrundstück in der Zimmerstraße wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen. Die auch für die Öffentlichkeit zugängliche Betriebskantine in der früheren Theaterklause hingegen könnte bereits zum Jahreswechsel auf sein.

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Projektkoordinator Demir Arslantepe und der leitende Restaurator Ekkehardt Fischer vor dem alten Hans-Otto-Theater.

Quelle: Volker Oelschläger

Potsdam/Brandenburger Vorstadt. Zehn Jahre liegt die letzte Premiere des Hans-Otto-Theaters in der Zimmerstraße zurück. Mit Angelica Domröse und Winfried Glatzeder standen in „Filumena“ die Hauptdarsteller des legendären Defa-Films „Die Legende von Paul und Paula“ (DDR 1973) auf der Bühne. Seit September 2006 hebt sich der Vorhang im neuen Musentempel am Tiefen See. Doch in der Zimmerstraße ist das Theater noch immer fast so präsent, als stünde dort am Abend die nächste Vorstellung an.

Die Fassade zur Straße ist frisch verputzt und hoch oben über dem Haupteingang grüßt wie in alten Tagen der Namenszug „Hans-Otto-Theater“. Auch die Theaterklause nur wenige Dutzend Meter weiter hat ihren Namen über der Tür behalten. Das Kürzel HOG rechts und links am Eingang weist das Lokal als gastronomische Einrichtung der 1948 gegründeten Handelsorganisation HO aus.

Geblieben ist auch das dunkle Schild, das an den Vereinigungsparteitag der Landesverbände von KPD und SPD zur SED erinnert, die sich im Saal des damaligen Gesellschaftshauses „Alter Fritz“ am 7. April 1946 die Hände gaben. Geblieben ist der Trompetenbaum, der 1954 zum Umbau des Lokals für die städtische Bühne gleich neben dem Eingang gepflanzt wurde.

Der Baum ist betagt, den Stamm halten Stützen, die Rinde ist bemoost. „Der hat sein Alter eigentlich erreicht“, sagt Demir Arslantepe, Projektkoordinator beim Umbau des Grundstücks für die Schlösserstiftung. Die Umgestaltung des Platzes immerhin hat der Senior überstanden. Seine Wurzeln, als sie frei lagen, wurden mit feuchten Jutesäcken gewässert.

2008 hat die Stiftung das Grundstück von der Stadt erworben. Ende 2010 rollten die ersten Bagger an. Das denkmalgeschützte Haus zur Straße und ein Seitenflügel blieben, der Rest mitsamt dem 14,5 Meter hoch in die Parklandschaft ragenden Bühnenturm wurde abgeräumt. Die Neubauten, fünf zum Schlosspark hin abgestufte Blöcke mit sandfarbenen Ziegelfassaden, wurden mit dem Ziel entworfen, sich möglichst unsichtbar in die Landschaft einzufügen.

Zwischen den Bäumen erhebt sich der Turm der Friedenskirche. Die Villa Liegnitz spiegelt sich in den großflächigen Fensterscheiben der künftigen Gemälderestaurierungswerkstatt. 70 Mitarbeiter der Stiftung sollen künftig einmal auf dem Gelände arbeiten. Die ursprünglich für dieses Jahr geplante Eröffnung ist ins Frühjahr 2017 verschoben worden. Ein Grund für die Verzögerung sind Insolvenzen – erst ging eine mit der technischen Innenausstattung beauftragte Firma pleite, und jetzt im Januar auch noch der Trockenbauer.

Arslantepe rechnet damit, dass die Baustellen zur Adventszeit abgearbeitet sind. Dann könne mit dem drei bis fünf Monate dauernden Einzug der Stiftungsabteilungen begonnen werden. Die Betriebskantine in der alten Theaterklause, die wie früher öffentlich sein soll, werde voraussichtlich schon im Januar geöffnet.

Ein zweiter öffentlicher Bereich soll die Stiftungsbibliothek werden, deren Bestände aus ihrem bisherigen Domizil in der Villa Liegnitz in den größten Neubau gleich hinter dem alten Haupteingang kommen. Die Leseplätze haben einen Panoramablick zum Park.

Auf das Gelände kommt man wie zu Theaterzeiten durch die Kassenhalle, die nach Ansicht von Arsantepe der „Nucleus“ des denkmalgeschützten Ensembles ist. Die Wände sind kräftig gelb wie zur Eröffnung in den 1950er Jahren, die Durchbrüche für Türen und Fenster sind mit angerautem Granitimitat aus gefärbtem Beton verkleidet, die in Magahoni-Furnier eingefassten Kassenschalter sind mit einer Schutzfolie abgedeckt.

Das Theater in der Zimmerstraße

In der Potsdamer Zimmerstraße

lang Theatergeschichte geschrieben.

Provisorische Spielstätten war nach der Zerstörung des Kanaloper genannten alten Schauspielhauses im April 1945 zunächst das Schlosstheater im Neuen Palais.

Mit der Aufführung von Goethes „Faust I“ wurde am 16. Oktober 1949 eine provisorische Bühne im Saal der ehemaligen Gaststätte „Zum alten Fritz“ in der Zimmerstraße eröffnet






den Namen „Hans Otto Theater“ nach dem Schauspieler Hans Otto, der im November 1933 als Kommunist und Gewerkschafter von den Nationalsozialisten verhaftet, gefoltert und ermordet wurde.

In der DDR
zum Neubau eines Theaters. Der ab 1989 errichtete Rohbau am Alten Markt wurde 1991 wieder abgerissen, um den Platz für die langfristige Rekonstruktion der historischen Stadtmitte zu sichern.



im Dezember mit die Komödie „Noch ist Polen nicht verloren“ eingestellt.

Doch das HOT-Ensemble sollte bis 2004 noch mehrfach für einzelne Inszenierungen an seine langjährige Wirkungsstätte zurückkehren.

Das Wissenschafts- und Restaurierungszentrum mit seinem gut 26 M illionen Euro umfassenden Budget ist der erste nennenswerte Neubau der Schlösserstiftung. Weiter zurück rechnete Generaldirektor Hartmut Dorgerloh 2014, als die Kartusche versenkt wurde: „Vor 100 Jahren“, sagte er da, „haben die Hohenzollern in Potsdam zum letzten Mal einen Grundstein gelegt – für Schloss Cecilienhof.“

Der nächste Neubau der Stiftung ist bereits in Vorbereitung. Aktuell wird das Baufeld für das neue Stiftungsdepot auf dem Gelände des ehemaligen Reichbahnausbesserungswerkes an der Friedrich-Engels-Straße nach Weltkriegsmunition abgesucht.

Von Volker Oelschläger

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