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Potsdam Tetris auf der FH-Fassade in Potsdam
Lokales Potsdam Tetris auf der FH-Fassade in Potsdam
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13:50 28.11.2017
Studenten projizieren zum Abschied Kunst auf das Fachhochschulgebäude am Alten Markt – hier ein Probelauf an einer simulierten Fassade.  Quelle: Marcel Kirf
Innenstadt

 Die Tage des Fachhochschulgebäudes am Alten Markt sind gezählt. Bis zum Herbst wird auch der letzte hier verbliebene Studiengang an den neuen FH-Campus im Bornstedter Feld umziehen. Am 21. Oktober nehmen die Studenten, Dozenten und Mitarbeiter unter dem Motto „Kehraus – Hochschule im Aufbruch“ dann Abschied von ihrer bisherigen Wirkungsstätte. „Mehr als 50 Hochschulakteure und Gäste präsentieren dann ihre Positionen, Ideen und Erinnerungen zu diesem, im Verschwinden begriffenen Ort“, verraten die Organisatoren im Vorfeld. Ein Workshop von Medienkünstler Marcel Bückner bereitet den audiovisuellen Part vor: Studis entwickeln Projektionsideen, die Geschichten des Ortes erzählen, über die Zukunft spekulieren oder ihn symbolisch dekonstruieren.

„Es geht darum, den genius loci zu erfassen, den Geist des Ortes“, sagt Marcel Bückner. Mit seinem Künstlerkollektiv „Xenorama“ ist er sonst weltweit unterwegs, gestaltete Lichtfestivals in Nordafrika und Katalonien und Multimedia-Installationen in mehreren deutschen Städten, zum Beispiel für die Schlosslichtspiele in Karlsruhe oder die Jubiläumsfeier Pforzheims als Standort der Schmuck- und Uhrenindustrie. „Man muss die Atmosphäre des Raumes umwandeln“, erklärt Bückner seine Herangehensweise, „dann kann man Geschichten erzählen oder mit den Formen spielen.“

Marcel Bückner. Quelle: Marcel Kirf

„Advanced Media: Gebäudeprojektion für Kehraus“ heißt der Workshop, in dem Marcel Bückner sein Wissen an Studenten der Fachhochschule weitergibt. Rund zwanzig Teilnehmer besuchten den Kurs, der im Bereich Interface- und Kommunikationsdesign angeboten wurde, aber als interdisziplinäre Werkstatt Studenten aller Fachbereiche offenstand, wöchentlich während des gerade zu Ende gehenden Sommersemesters. In fünf Arbeitsgruppen bereiten sie je ein Projekt für die „Kehraus“-Feier vor. Im theoretischen Teil ging es um die Grundlagen. „Anfangs möchte ich ein Gefühl für die Bildsprache von Projektionen schaffen“, so Bückner, „anders als beim Film geht es hier weniger um Schnitte als vielmehr um Metamorphosen.“ Danach sei es wichtig, eine Storyline zu finden. „Wir haben uns mit dem Haus und seiner Geschichte auseinandergesetzt, Utopien entwickelt und die städtische Diskussion um den Abriss aufgenommen“. Konzepte für zwei Shows und drei interaktive Passagen sind so entstanden. Der praktischen Umsetzung widmen sich die Studenten während der Semesterferien. Fünf Minuten muss jede Gruppe am Ende vorweisen können. Marcel Bückner ist weiter ihr Ansprechpartner, unterstützt beim Feintuning, berät in Sachen Geschwindigkeiten, Musik- und Geräuscheinsatz und in technischen Fragen. Einen ersten Einblick in die Arbeiten kann man bereits bei der FH-„Werkschau“ am Wochenende (14. und 15. Juli) gewinnen.

Zu den interaktiven Projekten gehört ein riesiges Tetris-Spiel auf der Fassade. Es reflektiert spielerisch Aufbau und Abriss des Ortes, unterbrochen durch Interviews mit Zeitzeugen. Eine abstrakte Adaption des fiktiven Arcade-Games „Fix-It-Felix“ aus dem Animationsfilm „Ralph reichts“ zerstört bestimmte Teile des Gebäudes und baut sie wieder auf. Ausgelöst durch Menschen, die an festgelegten Punkten einen Bewegungsmelder passieren, wird der Diskurs um das Gebäude und DDR-Architektur in Potsdam allgemein thematisiert. In den narrativen Shows geht es um den eingangs erwähnten genius loci. Das Haus selbst wird zum Protagonisten, rekapituliert und unterstützt durch Musik, durch audiovisuelle Betonungen seine Architekturelemente. Eine andere Show imaginiert ein eigenes Bewusstsein des Gebäudes: färbt seine Rolle als Symbol des Wissenstransfers auf es ab? Wie verändert das den Ort? Silhouetten huschen über die Fassade, Filmaufnahmen gewähren Einblicke in das Innenleben. Und das letzte Projekt sieht in die Zukunft: Was wäre, wenn das Gebäude stehenbliebe? Aber die Menschen verschwinden? Inszeniert wird ein „natürlicher Abriss“: die Natur holt sich die Bausubstanz zurück. Nach und nach zerbröselt das Menschengemachte, der Urwald gewinnt wieder die Oberhand.

Marcel Bückner von „Xenorama“

Aufgewachsen in Berlin und Potsdam, studierte Marcel Bückner Medientechnologie in Düsseldorf und Audio-Visual Application Design an der Filmuniversität in Babelsberg.

2014 gründete er mit zwei weiteren Visualisten und zwei Musikern „Xenorama“, ein „Kollektiv für audiovisuelle Kunst“.

„Xenorama“ kombiniert Design, Animation, Programmierung, Sound Design und Komposition. Das Kollektiv hat sich auf interaktive Installationen, Lichtprojektionsshows und Erlebniswelten in virtueller Realität spezialisiert.

Weltweit waren „Xenorama“-Arbeiten schon zu sehen, zum Beispiel in Weimar, Köln, Karlsruhe und London, in Spanien und Tunesien. Die Gruppe arbeitete wiederholt mit dem Goethe-Institut zusammen und wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

Von Marcel Kirf

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