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Potsdam Teure Internetversorgung im städtischen Klinikum
Lokales Potsdam Teure Internetversorgung im städtischen Klinikum
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17:43 26.02.2018
Wer nicht nur Gast ist, sondern im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum als Patient längere Zeit verbringt, ist auf WLAN-Nutzung angewiesen. Quelle: Foto: B.G.
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Innenstadt

Die Stadt Potsdam plant kostenfreie WLAN-Netzwerke im öffentlichen Raum, doch im städtischen Krankenhaus wird der Patient für diese zusätzliche Leistung kräftig zur Kasse gebeten. Fünf Euro am Tag kostet die Nutzung des kabellosen Internets. Wer einen längeren Aufenthalt vor sich hat, zahlt 20 Euro pro Woche oder 30 Euro im Monat.

Preise im Bergmann orientieren sich am freien Markt

„Diese Preise orientieren sich an gängigen Preismodellen anderer öffentlich nutzbarer WLAN-Infrastrukturen“, teilt Krankenhaussprecherin Damaris Hunsmann auf Anfrage mit und verweist auf die Telekom AG. Außerdem: Nur zwei Beschwerden habe es im letzten Jahr gegeben. Doch ein Patient wandte sich an die Kommunalpolitik.

Patient beschwert sich bei Fraktion Die Andere

„Immer wieder vermeldet die Landeshauptstadt Potsdam, dass sie in öffentlichen Gebäuden kostenlose WLAN-Zugänge bereitstellen möchte. Offenbar sind diese Zielsetzungen im städtischen Klinikum noch nicht hinreichend vermittelt worden“, heißt es in einer Kleinen Anfrage der Fraktion Die Andere an die Stadtverwaltung.

„Da das Internet während eines Krankenhausaufenthaltes für viele Menschen die einfachste Möglichkeit bietet, den Kontakt zu Angehörigen und Familie zu halten, erscheint die üppige Gebühr unangemessen“, konstatiert man in der Fraktion und will mehr über Kosten und Einnahmen dieses Sonderservice erfahren.

Nur rund 100 Nutzer im Monat trotz tausender Patienten

Die Kleine Anfrage der Fraktion an die Verwaltung vom 1. Februar ist bislang nicht beantwortet, auf MAZ-Anfrage teilt das Bergmann-Klinikum allerdings Eckdaten mit: Die technische Infrastruktur wurde ursprünglich für die sogenannte „digitale Krankenakte“ installiert. Um das seit 2014 davon getrennte Gast-WLAN „zu warten, zu administrieren sowie für die Einrichtung der Gastzugänge entstehen dem Klinikum jährlich Aufwendungen in Höhe von rund 53 000 Euro, die über die Krankenhausfinanzierung nicht abgedeckt sind“, teilt Damaris Hunsmann mit.

Obwohl jährlich über 42 000 stationäre Patienten im Schnitt sechs Tage im Bergmann-Klinikum verbringen, nimmt man dort mit dem WLAN-Angebot jährlich nur 22  000 Euro ein. Tatsächlich ist die Nutzerrate äußerst niedrig. Gerade einmal gut 1200 Nutzer habe es im vergangenen Jahr gegeben.

Über 3300 Nutzer im kostenfreien WLAN des Rathauses

Zum Vergleich: Das offene WLAN im Rathaus verzeichnete allein im Januar über 3300 verschiedene Nutzer. Dort ist die Nutzung allerdings auch kostenlos. Von der Stadt Potsdam als Gesellschafterin des Bergmann-Klinikums wollte sich auf Anfrage niemand äußern. „Wir sehen als Stadt keinen Bedarf, die Preisgestaltung zu kommentieren“, sagte eine Rathaussprecherin.

Im Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“ werden für das WLAN Gebühren fällig. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im St. Josefs-Klinikum gibt es WLAN nur auf dem Zimmer

In den zwei anderen großen Potsdamer Kliniken sieht das WLAN-Angebot sehr unterschiedlich aus. Ein stark eingeschränktes WLAN gibt es seit Ende 2016 im St.-Josefs-Krankenhaus. „Wir bieten das nur im Zusammenhang mit dem Entertainmentsystem am Patientenbett an. In Funktionsbereichen oder Ambulanzen ist kein WLAN verfügbar“, teilt Sprecherin Ria Maatz mit. Der Internetzugang ist im erweiterten Unterhaltungssystem zusammen mit einem Fernseh- und Telefonieangebot für drei Euro am Tag enthalten.

Damit kostet das tägliche WLAN weniger als im Bergmann-Klinikum. Erst wenn der Krankenhausaufenthalt länger dauert als die durchschnittlichen sechs Tage, kommt man finanziell im Bergmann-Klinikum besser weg. Dort sei man bei späterer Umstellung von Tages- auf Wochen- oder Monatspass auch „sehr kulant“.

Oberlinhaus bietet einfachste Lösung – kostenfreies WLAN

Den einfachsten Zugang gewährt derzeit das Oberlinhaus, wo das WLAN-Angebot kostenfrei ist. Selbst Besucher erhalten dort unkompliziert Tagespässe, um sich auf dem gesamten Campus in der Rudolf-Breitscheid-Straße, etwa in der Klinik oder im Rehazentrum, oder im Berufsbildungswerk in der Steinstraße einzuloggen. Seit 2013 werde die WLAN-Infrastruktur auf den verschiedenen Oberlin-Arealen stückweise ausgebaut, was voraussichtlich bis 2019 abgeschlossen sein soll. Als Nächstes komme des Internat Kleinmachnow hinzu. Bislang noch nicht versorgt sind die Werkstätten auf Hermannswerder und das Medizinische Versorgungszentrum Oberlin.

„Die Nachfrage ist sehr hoch“

Zu den tatsächlichen Nutzerzahlen machten weder das St.-Josefs-Krankenhaus noch das Oberlinhaus genaue Angaben. „Die Nachfrage ist aber sehr hoch und zu Spitzenzeiten sind die Internetanschlüsse ausgelastet“, teilt das Oberlinhaus zu seinem Angebot mit.

Von Peter Degener

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