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Teure Rechnung für längere Kurzstrecke

Streit um Fahrpreise in Potsdam Teure Rechnung für längere Kurzstrecke

Die Potsdamer wünschen sich, dass das Kurzstreckenticket für Busse und Bahnen wieder 6 Stationen statt aktuell nur 4 umfasst. Doch diese Änderung wäre laut Verwaltung mit einem hohen finanziellen Verlust für den Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) verbunden – den die Kunden durch einen höheren Ticketpreis ausgleichen sollen.

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Straßenbahn an der Friedrich-Engels-Straße.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Eine Rückkehr zum Kurzstreckenticket von aktuell vier auf sechs Stationen würde für den Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP) im Jahr 217 000 Euro weniger Einnahmen mit sich bringen. Das besagt eine Mitteilung der Verwaltung, die am Mittwoch auf der Tagesordnung der Stadtverordneten steht. Der Verlust müsste laut Vorlage entweder über eine Erhöhung des Tarifs für das Kurzstreckenticket oder über eine allgemeine Erhöhung der Fahrpreise ausgeglichen werden.

Die Gültigkeit des Kurzstreckentickets ist mit der jüngsten Tarifänderung zum Jahreswechsel auf vier Stationen reduziert worden. Zugleich wurde der Preis für ein Ticket von 1,40 auf 1,50 Euro angehoben. Die Linken hatten nach Bekanntwerden der neuen Tarife im November eine Beibehaltung der bisherigen Praxis mit sechs Stationen beantragt.

Der Oberbürgermeister sollte demnach beauftragt werden, „diese Regelung gegenüber dem ViP durchzusetzen“. Auf Antrag der SPD wurde der Text ergänzt um die Festlegung: „Eine kostenneutrale Lösung für den ViP ist anstreben.“ In der Diskussion war zunächst von Mehreinnahmen in Höhe von 50 000 Euro die Rede, die dem ViP durch die Rückkehr zur alten Kurzstreckendistanz verloren gingen.

In der Mitteilung der Verwaltung werden zwei Varianten zur „Kompensation der Mindererlöse“ genannt. Entweder müssten die Preise für alle Tarifvarianten zur Kurzstrecke um etwa 20 Prozent angehoben werden. Das bedeute „zum Beispiel die Erhöhung des Einzelfahrausweises Kurzstrecke von 1,50 auf 1,80 Euro“. Dadurch könnten „Mehrerlöse in Höhe von 230 000 Euro generiert werden“.

Als Einwand gegen diese Variante wird die deutliche Verringerung der Preisdifferenz zur Preisstufe Potsdam AB auf nur noch 30 Cent genannt. Damit „erscheine“ die Kurzstrecke als Einstiegstarif für den öffentlichen Nahverkehr „ungeeignet“. Zudem wird darauf hingewiesen, dass „Kurzstreckennutzer, die nur vier oder weniger Stationen weit fahren, eine weitere Preiserhöhung in Kauf nehmen“ müssten.

In der zweiten Variante wird eine flächendeckende Preiserhöhung um etwa fünf Prozent erörtert, die ebenfalls Mehreinnahmen in Höhe von 230 000 Euro bringen würde. Der Preis für das Kurzstreckenticket würde dann von 1,50 auf 1,60 Euro angehoben, der Preis für den Einzelfahrausweis Regeltarif von 2,10 auf 2,20 Euro, der Preis für die Tageskarte um 0,20 auf 4,20 Euro. Hier wird eingeschätzt, dass die flächendeckende Refinanzierung zwar eine niedrigere Preisanpassung für den Einzelnen bedeute, allerdings müssten „fast alle Bartarifkunden höhere Preise in Kauf nehmen“.

Von Volker Oelschläger

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