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Potsdam Textilien mit Insektenschutz fürs Olympiateam
Lokales Potsdam Textilien mit Insektenschutz fürs Olympiateam
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07:47 20.07.2016
Die „Permetex“-Gründerinnen Maren Wölk, Marili Werle und Ellen Wölk (v. l.) bringen ihre Produkte jetzt auch zur Olympiade. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Kaum auf dem Markt, schon werden sie olympisch. Die drei jungen Frauen, die im August 2015 das Potsdamer Unternehmen „Permetex“ zum Vertrieb insektenabweisender und -tötender Textilien gestartet haben, sind nun mit ihren Produkten als offizieller Partner der Kampagne „Zeit für Rio“ des Olympiastützpunktes Berlin mit an der Copacabana.

Wirksamer Schutz gegen Malaria

Permethrin ist ein kompliziertes Molekül, das von der britischen National Research Development Corporation entwickelt wurde. Der Stoff wirkt bei Insekten wie ein Nervengift, das sich nach Kontakt in deren Körper verbreitet. Er ist seit 1977 im Handel und hat seitdem vielfältigen Einsatz erfahren. Permethrin wird bei Menschen gegen Läuse und Krätze, bei Haustieren gegen Flöhe und Milben eingesetzt.

Textilien, die mit dem Stoff versetzt werden, schützen ihre Träger vor gefährlichen Insekten und Parasiten. Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr tragen auch deutsche Soldaten mit Permethrin behandelte Uniformen. Die Verwendung von mit Permethrin imprägnierten Moskitonetzen gilt allgemeinhin als sehr guter Schutz vor Malaria. Gesundheitliche Risiken beim Menschen sind nicht bekannt.

Ellen Wölk, Maren Wölk, Marili Werle waren gestern bei der offiziellen Verabschiedung des Berliner Teams für Rio im Veranstaltungszentrum Wannsee der Berliner Sparkasse im Kronprinzessinnenweg 21 mit dabei. Dort wurden den Sportlern über 30 mit Spezialimprägnierung versehenen „Permetex“-Laken überreicht. Diese sollen den Sportlern im tropischen Rio angenehme Nächte ohne Angst vor Malaria oder Zika übertragenden Mücken bescheren.

Sicherheit für die Sportler im tropischen Rio

„Dass wir dabei sind, ist eigentlich eher ein Zufall“, sagt Ellen Wölk, eine der drei Geschäftsführerinnen der MAZ. Erst im April dieses Jahres auf der Berliner Messe „Sleep vor fit“ hatten sie überhaupt den Olympiastützpunkt Berlin und seine Kampagne „Zeit für Rio“ kennengelernt. Dass die olympischen Spiele in der tropischen Großstadt mit ihren nicht immer harmlosen Fluggetier eine ideale Gelegenheit wären, ihre insektenabweisenden Laken, Schlafsäcke und Kofferhüllen zu promoten, war den drei tatkräftigen Unternehmerinnen schon im vergangenen Jahr klar. Jetzt ergriffen sie die Gelegenheit beim Schopfe.

„Wir dachten, dass wir die Sportler mit ein bisschen Schutz und Sicherheit in Brasilien unterstützen könnten und kamen schnell zu dem Ergebnis, dass sich das Permetex Insektenschutz-Laken am besten eignen würde“, erzählt Wölk. Im Mai telefonierten die drei Damen erstmals mit dem Berliner Olympiateam. „Wir hatten ein sehr nettes Gespräch mit der Marketingabteilung“, sagt Wölk. Angesichts ihres Produkts mussten sie gar nicht lange um einen Termin bitten. Schon Ende Juni sprachen sie, ausgestattet mit Flyer und Beispielen für Laken und Schlafsäcken, im Büro des Olympiastützpunktes in der Berliner Fritz-Lesch-Straße vor.

Insekten erleiden unerträglichen Schmerz

„Wir hatten das große Glück, dass die Agentur unser Produkt so spannend fanden“, sagt Wölk. In den Fasern des Textilein ist die synthetische Substanz Permethrin fest verankert. Der Stoff ist einem Abwehrgift der Chrysantheme nachempfunden. Die Substanz versetzt landenden Insekten einen für sie unerträglichen Schmerz und vergiftet die mit ihm in Kontakt gekommenen Tiere sogar. Die drei Unternehmerinnen mussten da gar nicht lange mit Zika oder Malaria argumentieren. Die Verantwortlichen in Berlin sahen von sich aus die Vorteile der Textilien.

„Sie sagten ziemlich schnell, dass sie sich vorstellen konnten, die Sportler damit auszustatten“, erzählt Wölk. Zusätzlich konnten die „Permetex“-Gründerinnen sogar fünf Spezialschlafsäcke an die Firma „Gegenbauer“ verkaufen. Der „Zeit für Rio“-Sponsor verloste die in einem Gewinnspiel.

Härtetest für die insektenabweisenden Laken

Geld für die den Olympioniken ausgereichten Laken bekommen die drei Damen übrigens nicht. Aber als offizieller Partner des Berliner Olympiateams winkt ihnen natürlich jetzt enorme Publicity. Vor allem aber könnte Rio de Janeiro zum Härtetest für die Produkte werden. „Wir wollen natürlich mit den Sportlern in Kontakt bleiben und sie im Nachgang fragen, wie sie die Nächte mit unseren Laken empfunden haben“, sagt Wölk.

Auch ohne Olympia hat das Produkt schon eingeschlagen. „Wir haben seit unserer Gründung den Umsatz verfünffacht“, sagt Wölk. Online verkauften sie schon 50 bis 60 Stücke im Monat. Mit dem Zugpferd „Olympia 2016“ könnte der jungen Firma ein weiterer Aufstieg beschert sein. „Es ist einiges in Bewegung“, sagt Wölk. „Wir haben vor, in zwei Monaten mit einer Marketing-Agentur zusammenzuarbeiten, weil wir es inzwischen nicht mehr alleine schaffen.“

Von Rüdiger Braun

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