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Thalia organisiert Kinoprogrammpreis

Gala im Waschhaus in Potsdam Thalia organisiert Kinoprogrammpreis

Am Mittwochabend vergibt die Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Kinoprogrammpreise. Das Potsdamer Thalia-Kino gewann 2016 den Hauptpreis und hat deshalb die Ehre die Preisverleihung auszurichten. Thalia-Chef Thomas Bastian organisiert seit dem Sommer das große Event.

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Wird im November 100 Jahre alt: Das Babelsberger Thalia-Kino in der Rudolf-Breitscheid-Straße.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Wenn am Donnerstagfrüh gegen drei Uhr langsam die Lichter in der Waschhaus Arena erlöschen, kann Thomas Bastian endlich entspannen. Der Chef des Thalia-Kinos ist Ausrichter des diesjährigen Kinoprogrammpreises, der alljährlich von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) an Lichtspielhäuser vergeben wird, die anspruchsvolle Filmkunst zeigen. „ Unser Thalia hat im vergangenen Jahr den Hauptpreis von 30 000 Euro gewonnen, was uns natürlich sehr gefreut hat. Der Sieger hat dann außerdem die Ehre, die nächste Preisverleihung im Jahr darauf zu organisieren“, erzählt Bastian. „Es wäre schön gewesen, alle zu uns ins Thalia einzuladen, doch der Platz reicht leider nicht. Aber wir sind sehr froh über das Waschhaus, es ist eine ideale Location.“

150 000 Cineasten besuchen das Thalia im Jahr

Der Kinoprogrammpreis wird in diesem Jahr an 214 Preisträger bundesweit vergeben. Insgesamt belaufen sich die Preisgelder aus dem Hause der Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf 2,025 Millionen Euro.

Die Kosten für die Preisverleihung, die das Thalia organisiert, übernimmt ebenfalls die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien nach Abrechnung des Veranstalters. Um welche Summe es sich dabei handelt, war nicht zu erfahren.

Auch das Medienboard Berlin-Brandenburg zeichnet jährlich Lichtspielhäuser der Region für ambitionierte Programmgestaltung aus. Das Thalia ist jedes Jahr ganz vorne mit dabei.

Rund 150 000 Besucher zählt das Thalia jährlich. Der September ist laut Thomas Bastian der schwächste Monat. In diesem Jahr profierte das Kino besonders durch Filme mit Ost-Themen.

Seit Sommer sind er und sein 20-köpfiges Team „mit der großen Sause“ beschäftigt. 400 Gäste, Kinobetreiber und Verleiher aus der ganzen Republik reisen in die Landeshauptstadt. „Wir sind von der Location, über das Essen, den Blumenschmuck, die Urkunden bis zu den Einladungskarten für alles verantwortlich.“ 134 Einzelpositionen sind in Absprache mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, kurz BKM, zu managen. Bastian und seine Mitstreiter haben sich vor allem für lokale Anbieter entschieden. „Wir dürfen eigentlich noch nichts verraten, nur soviel: Die Dekoration kommt aus dem Fundus vom Studio Babelsberg, die Süßigkeiten aus dem Lakritz-Kontor und für die Show-Einlagen hat die Potsdamer Agentur Hanna Kuster gesorgt“, so Bastian. Und natürlich habe das Unterhaltungsprogramm immer etwas mit Film zu tun.

Die Moderation des Abends übernimmt Peter Twiehaus, Monika Grütters hält eine Rede. „Lokalpolitiker haben aber kein Rederecht“, schmunzelt Bastian. Er selbst als Gastgeber sagt auch nur ein paar Worte. Die offizielle Veranstaltung soll schließlich nicht länger als rund zwei Stunden dauern, dann wird das Buffet eröffnet und im Anschluss sorgt DJ Rengo bis tief in die Nacht für tanzbare Musik. Ein Mitternachtsessen ist geplant und wer eine Tanzpause braucht und nach draußen ans Wasser tritt, findet dort einen Wagen mit der „Potsdamer Stange“ von der hiesigen Braumanufaktur.

214 Filmtheater werden am Mittwochabend ausgezeichnet, außerdem erhalten drei Filmverleiher einen Preis in Höhe von jeweils 75 000 Euro. Seit 2003 fand sich das Thalia immer unter den besten zehn bis zwölf besten Lichtspielhäusern Deutschlands wieder. Die 30 000 Euro Preisgeld vom vergangenen Jahr sind vor allem in die aktuelle Renovierung geflossen. „Die Umbauarbeiten liefen parallel zur Vorbereitung des Kinoprogrammpreises“, sagt Bastian. Das sei sehr anstrengend gewesen. Das Foyer ist frisch gestrichen, „über die Farben werde schon heiß diskutiert unter den Besuchern“. Der Tresen sei jetzt dreimal so groß wie zuvor und auch an der Beleuchtung wurde einiges verbessert. „Die meisten Lampen haben wir erneuert, es gibt Kristall-Leuchter und neue Strahler.“ Eigentlich sei alles fertig, nur die italienischen Lieferanten der neuen geschwungenen Sitzanlage lassen auf sich warten. 150 000 Euro habe die Verschönerungskur gekostet.

Zum 100. Geburtstag im November erstrahlt das Thalia auf jeden Fall im neuen Glanz. Für ein großes Spektakel allerdings fehlt dem Team die Energie. „Eine weitere Party schaffen wir nicht nach diesen beiden großen Aktionen in diesem Jahr.“ Man denke über einen Publikumstag nach, eine Überraschung für unsere Gäste, aber noch ist nichts spruchreif.

Sicher dagegen ist die Veröffentlichung eines Jubiläumsbuches. Die Potsdamer Autorin Jeanette Toussaint, eine Expertin der Brandenburgischen Kinolandschaft, hat die bewegende Geschichte des Kinos recherchiert. Von der Kaiserzeit bis heute hat das Lichtspielhaus fünf Regierungsformen erlebt. Die Eröffnung des Thalias Ende 1917 mit 400 Plätzen fällt zusammen mit der Gründung der Ufa. Vermutlich hat sich der Betreiber davon viele Besucher versprochen. Ein Ufa-Kino wurde das Thalia aber nie. Man warb mit „Erstaufführungen mit gehobenen Schlagern“. Schon damals stand das Thalia für ein anspruchsvolles Programm.

Von Claudia Palma

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