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Tierschützer starten Spendenkampagne

Neues Tierheim für Potsdam Tierschützer starten Spendenkampagne

„Hast du ein paar Mäuse?“ ist das Leitmotiv einer am Freitag startenden 96-stündigen Spendenkampagne des Tierschutzvereins Potsdam und Umgebung für die Errichtung des neuen Tierheims an der Michendorfer Chaussee. Nachdem die Tierschützer Anfang Mai das Geld für das Grundstück an die Stadt überwiesen haben, reichten sie am Montag den Bauantrag ein.

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Antje Schwarz und Günter Hein vom Tierschutzverein mit dem Plakat für die Spendenkampagne zugunsten des Tierheimneubaus.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. In die Tierheimbaustelle an der Michendorfer Chaussee kommt Bewegung. Der Tierschutzverein Potsdam und Umgebung hat laut Sprecher Günter Hein am Montag den Bauantrag bei der Stadt abgegeben. Rathaussprecher Jan Brunzlow bestätigte das auf MAZ-Nachfrage. Wenn alles normal läuft, könne der Bauantrag bis zum Herbstanfang bearbeitet worden sein. Die Tierschützer hoffen, noch in diesem Jahr die erste von insgesamt fünf Baracken auf dem sogenannten Sago-Gelände nutzbar zu machen: „Wir haben immer noch den Ehrgeiz, dass wir das in diesem Jahr schaffen“, sagt Hein. „Vieles“ hänge „von der Baubehörde ab“, es gebe daneben aber „immer noch Arbeiten, die nicht genehmigungspflichtig“ seien.

Weit fortgeschritten seien parallel zu den Gesprächen mit der Stadt geführte Verhandlungen mit der Forstbehörde über einen Vertrag, der den Tierschützern einen zentralen Kanal für die Versorgung mit Wasser, Strom und Daten vom Haupteingang des Sago-Parks an der Michendorfer Chaussee am Zaun entlang bis auf ihr Gelände gestattet. EWP und Telekom stünden schon „in der Spur“. Wenn die Unterschriften der Forstbehörde beisammen seien, „ist es an uns: Dann müssen wir uns einen Bagger leihen und die Erschließungsarbeiten gehen los“.

Die Baustelle soll nach den Plänen der Tierschützer abschnittsweise über mehrere Jahre hinweg abgearbeitet werden. Dabei rechnen sie mit Kosten in einer Gesamthöhe von drei bis vier Millionen Euro, die über Spenden, Sponsoren, Material und Arbeitsleistungen hereinkommen sollen.

Einen kräftigen finanziellen Schub erhoffen sie sich von einer am Freitag startenden 96-stündigen Spendenaktion, für die auf der Internetseite des Tierschutzvereins ein Spendenbarometer eingerichtet werden soll. Unterstützt wird die Kampagne unter anderem von Mitgliedern der AG Innenstadt, in deren Geschäften Flyer und Plakate mit einem Katzenbild über der Frage „Hast Du ein paar Mäuse?“ für die Aktion „#96Tierheim“ werben.

Auch bei der Stadt liegende Spenden in Höhe von gut 131 000 Euro sollen nun aktiviert werden. Laut Hein hat der Vereinsvorstand am Dienstagabend beschlossen, einen Antrag auf Auszahlung dieser Mittel zu stellen. Um das Geld war im Rathaus lange gestritten worden. Im Januar hatten die Stadtverordneten auf Antrag der Linken beschlossen, dass der Betrag bis Ende 2017 für den Bau eines Tierheims in Potsdam reserviert bleibt. Laut Hein ist die Voraussetzung für diesen Antrag mit dem Kauf des Grundstücks auf dem Sago-Gelände erfüllt. Anfang Mai sei der Stadt die komplette Summe überwiesen worden.

Das künftige Tierheim im südlichsten Zipfel der Landeshauptstadt soll nach den Plänen der Tierschützer zur zentralen Adresse für Potsdam, das Umland und den Süden Berlins werden. Der Arbeitstitel lautet „Tierkompetenzzentrum“, „es sei denn“, so Hein, „die Potsdamer haben originellere Namensideen“. In einer der jeweils 600 Quadratmeter messenden Baracken sollen Hundezwinger unterkommen, in einer zweiten Katzen, in der dritten Vögel und Kleingetier vom Hamster bis zum Kaninchen.

Eine separat stehende Baracke soll mittelfristig zur Tierpension ausgebaut werden. In der fünften Baracke sollen unter anderem eine Tierarztpraxis, Verwaltungsräume und eine Wohnung für Tierpfleger eingerichtet werden. Aktuell hat das künftige Tierheim einen separaten Eingang zu der nach Wilhelmshorst führenden Potsdamer Straße. Künftig soll es aber einen Weg zum Haupteingang des Sago-Geländes an der Michendorfer Chaussee geben. Die Tierschützer hoffen laut Hein, dass dann auch die Bushaltestelle an der Einfahrt reaktiviert wird.

Info Mehr auf www.tierschutzverein-potsdam.de

Die Odyssee der Potsdamer Tiere

Das frühere Potsdamer Tierheim in der Forststraße wurde Ende 2007 wegen baulicher Mängel geschlossen. Letzter Betreiber war der Tierschutzverein für Potsdam und Umgebung, der die Einrichtung von der Stadt übernommen hatte. Seit der Schließung werden die Fund- und Verwahrtiere der Landeshauptstadt außerhalb versorgt.

Bevorzugter Partner der Stadt war das private Pfötchenhotel bei Beelitz, das allerdings vor einiger Zeit wegen Insolvenz geschlossen werden musste. Zwischenzeitlich wurden die Tiere in einer Hundepension Kremmen bei Oranienburg versorgt, aktuell hat Potsdam einen Partner in Zossen.

Der 500 Mitglieder starke Tierschutzverein für Potsdam und Umgebung bemüht sich seit der Schließung des alten Heims um eine neue Einrichtung für die Landeshauptstadt. Seit 2008 unterhält er in einem Bürogebäude an der Arthur-Scheunert-Allee in Rehbrücke auf 160 Quadratmetern ein Tierheim, das allerdings nur für kleine Tiere geeignet ist. Als sicher gilt, dass diese Adresse mit der Eröffnung des ersten Hauses auf dem neuen Gelände aufgegeben wird.

Von Volker Oelschläger

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