Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Til Schweiger: Abschiebung ist „falsches Signal“
Lokales Potsdam Til Schweiger: Abschiebung ist „falsches Signal“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:57 29.02.2016
Til Schweiger kritisiert die drohende Abschiebung des Co-Trainers. Quelle: MAZ
Anzeige
Potsdam

Der Schauspieler und Erfolgsproduzent Til Schweiger („Honig im Kopf“, „Tschiller: Off Duty“) hat sich am Wochenende beim Brandenburg-Ball in Potsdam zum Fall des von Abschiebung bedrohten Co-Trainers des Flüchtlingsfußballprojekts „Welcome United“ geäußert. „Das sendet falsche Signale“, sagte Schweiger. Sollte der Mazedonier Zahirat Juseinov tatsächlich abgeschoben werden, würde er den Fall deutschlandweit publik machen. „Wenn es soweit kommt, könnte ich mir das vorstellen“, sagte er.

MAZ-Kommentar: Flüchtlingstrainer abschieben? Unklug!

Til Schweiger unterstützt das Flüchtlingsteam, das von Babelsberg-Anhängern im Zusammenspiel mit dem Verein im Sommer 2015 gegründet worden war. Es hat als erste Flüchtlingsmannschaft in Deutschland den Liga-Spielbetrieb in der 2. Kreisklasse Havelland aufgenommen. Beim Brandenburg-Ball im Potsdamer Dorint-Hotel wurden am Sonnabend 25 500 Euro zugunsten der „Til Schweiger Foundation“ gespendet.

Ein Großteil dieser Summe soll an „Welcome United“ gehen. Mit dem Rest sollen anderen Flüchtlingsprojekte unterstützt werden. Wie Schweiger erklärte, hatte er erst auf dem roten Teppich vom Schicksal des Flüchtlingsteam-Trainers erfahren, der seit 2010 mit seiner Familie in Potsdam lebt. Bis Dienstag soll er sich überlegen, ob er freiwillig das Land verlässt. Ansonsten will ihn die zuständige Ausländerbehörde zusammen mit seiner Familie mit Zwang abschieben.

In unserem Video zum Brandenburg Ball können Sie sehen wie der Abend verlief – und wie deutlich Til Schweiger sein Statement zu „Welcome United“ abgegeben hat:

Das denkt der Verein über die drohende Abschiebung

Woidke: Abschiebung wäre „widersinnig“

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kritisierte am Sonnabend beim Brandenburg-Ball ebenfalls die drohende Abschiebung als menschlich und im Zusammenhang mit der Flüchtlingsintegration nicht nachvollziehbar. „Jemand der fünfeinhalb Jahre hier, vollintegriert und momentan jemand ist, der seit Jahren Brücken für Flüchtlinge baut, den dürfen wir nicht abschieben. Das wäre widersinnig“, sagte er.

Brandenburgs Ministerpräsident beim Ball der Wirtschaft in Potsdam. Quelle: Stähle

Potsdam prüft rechtliche Bedingungen

Potsdams Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) erklärte, erst am Sonnabend aus der Presse von dem Fall erfahren zu haben. „Ich kann zusagen, dass wir uns am Montag die Unterlagen angucken und die rechtlichen Bedingungen prüfen werden.“ Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, im Rahmen einer Härtefallregelung die Härtefallkommission anzurufen.

Wie die MAZ berichtete hat, hatte ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde die drohende Abschiebung des Co-Trainers und seiner Familie kommuniziert. Die Behörde gehört zum Sozial-Ressort von Müller-Preinesberger.

Lesen Sie auch:

So war der Brandenburg Ball in Potsdam

Von Ildiko Röd

Potsdam Polizeibericht für Potsdam vom 28. Februar 2016 - Streit endet in Messerstecherei

Erst flogen Worte, dann Fäuste – schließlich blitzte eine Klinge auf. Bei einer Prügelei unter Jugendlichen in der Potsdamer Innenstadt hat es zwei Verletzte gegeben. Die beiden jungen Männer hatten an einer Tram-Haltestelle eine Clique angegriffen. Einer der Bedrängten zog schließlich ein Messer. Ob in Notwehr oder nicht, ist noch zu klären.

28.02.2016
Potsdam Händleraktion: Modehighlights 2016 - Premiere für „Potsdamer Laufsteg“

Sonnengelbe Satin-Jackets, rote Lederjacken oder doch lieber ganz maritim in See stechen? Dass es in Potsdam auch ohne die große Fashion Week geht, zeigt die Premiere des „Potsdamer Laufsteg“. Schnell waren die 200 Eintrittskarten vergriffen. Wir waren dabei und haben die schönsten Bilder mitgebracht.

28.02.2016
Bauen & Wohnen Premiere im Babelsberger Thalia-Kino - Filmdoku zum Kunsthaus im Rechenzentrum

Keine vier Monate nach der Neueröffnung des alten Rechenzentrums zum zentralen Kunst- und Kreativquartier der Landeshauptstadt Potsdam gibt es den ersten Film über das Haus. Die Premiere der Dokumentation über den Anfang, die Mieter und die mit vielen Überraschungen verbundene Vorgeschichte ist am Dienstag im Babelsberger Thalia-Kino.

28.02.2016
Anzeige