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Potsdam Timm Thalers Welt steht im Filmpark
Lokales Potsdam Timm Thalers Welt steht im Filmpark
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19:05 04.08.2016
Filmpark-Chef Friedhelm Schatz (l.) und Regisseur Andreas Dresen im Modell aus „Timm Thaler“. Quelle: Julian Stähle
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Babelsberg

Vom „Glück, mit vielen schönen Kinderfilmen aufgewachsen“ zu sein, schwärmte Andreas Dresen gestern im Filmpark Babelsberg. Nun hat der preisgekrönte Potsdamer Regisseur selbst einen Kinderfilm, gewiss einen sehr schönen, gedreht. Dresen verfilmte „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ – die berühmte Geschichte des armen Waisenjungen Timm, der sein unwiderstehliches Lachen an den schwerreichen Baron für immerwährendes Wettglück verkauft. Kinostart ist am 22. Dezember. Bereits jetzt können sich Filmpark-Besucher Timms Miniaturwelt in der Caligari-Halle ansehen – ein etwa fünf mal fünf Meter großes Modell einer zeitlosen Altstadt mit Bäumen, Gassen, Mietshäusern, Grandhotel, Pferderennbahn, Protzschloss. Das Modell spielt in der Handlung keine unwesentliche Rolle, lehrt daran doch Baron Lefuet (Justus von Dohnányi) seinen Lehrling Timm (Arved Friese) im Kleinen, wie man die Welt im Großen beherrschen kann. Kamerafahrten verbinden im Film dann Modell und reale Welt.

Mit der Kinoverfilmung hat sich Dresen einen lang gehegten Traum erfüllt. James Krüss’ 1962 erschienener gesellschaftskritischer Roman gehört zu seiner Lieblingslektüre. „Mit der Taschenlampe unter der Bettdecke habe ich damals das Buch gelesen“, erinnerte sich Dresen. An der märchenhaften Mini-Stadt, durch die Modell-Eisenbahnen tuckern, arbeiteten nach einem Entwurf von Szenenbildner Uli Hanisch (der auch für die Krimi-Serie „Babylon Berlin“ die neue Außenkulisse für Studio Babelsberg kreierte) sechs Modellbauerinnen etwa sechs Wochen. „Andreas und ich planen schon lange ein gemeinsames Projekt. Aber was hätten wir ausstellen sollen? Eine Wolke oder Neubaublöcke?“, spielte Filmpark-Betreiber Friedhelm Schatz auf Dresens erfolgreiche Gegenwartsfilme „Wolke 9“ und „Halbe Treppe“ an, die keine aufwendig gebauten Sets hatten. In anderen Filmen landen Kulissen nach dem Drehende auf dem Müll. „Das ist schade, weil so viel Arbeit da drin steckt. Umso besser, dass wir jetzt ein Stück erhalten können“, freute sich Dresen.

In der Nachbearbeitung des Films wurde das Modell „aufgehübscht“, um auf der Leinwand noch lebendiger und naturalistischer wirken. Gedreht wurde „Timm Thaler“ – nach einem Drehbuch von Alexander Adolph – von Mitte September bis Dezember 2016 in Berlin, Kleinmachnow und Halle. Als Produzent fungierte die Münchener Constantin Film. Die Filmmusik schreibt Johannes Repka, Absolvent der Filmuniversität „Konrad Wolf“. Anfang September spielt das Filmorchester Babelsberg die Komposition ein – „zum ersten Mal habe ich einen Orchester-Score“, freute sich Dresen. Mitte Oktober soll „Timm Thaler“ fertig sein. Sein 13-jähriger Hauptdarsteller sei „ein kleiner Profi“, lobte Dresen. „Arved hat 45 Drehtage toll gemeistert – eine ziemliche Herausforderung.“ Zumal ein Junge mit ansteckendem Lachen gesucht – und gefunden – wurde, der dann aber „in 80 Prozent“ des Films eben nicht lachen darf. „Ganz schön schwer, Lachen und Lächeln sind ja Reflexe“, so Dresen. Klingt nach ernsten Dreharbeiten! „Nee, wir hatten schon unseren Spaß“, sagt Dresen – und lacht. In einer Welt, die jeden Tag dramatischer erscheint, sei Dresen froh gewesen, „kein schweres Sozialdrama“ gedreht zu haben.

Mit Gesellschaftskritik sparte er dennoch nicht. „Geld allein ist nicht alles“, das sei zwar eine profane, aber wichtige Aussage seines Films, der auch von der Kraft der Freundschaft handelt. Denn Timms verlorenes Lachen macht ihn zusehends einsamer. Doch seine Freunde Ida (Jule Hermann) und Kreschimir (Charly Hübner) setzen alles daran, damit Timm sein Lachen zurückerhält. In der ZDF-Weihnachtsserie 1979 spielte Thomas Ohrner die Hauptrolle, im Kinofilm gibt es ein Wiedersehen mit dem inzwischen 51-Jährigen.

Baron Lafuet legte Dresen nicht als eindimensionales Monster, sondern als „liebenswerten Bösewicht“ an, denn: „Auch der Teufel will nur geliebt werden.“ Eine typische Botschaft Dresens, der bekannt dafür ist, seine Figuren mit besonderer Wärme auszustatten.

„Timm Thalers Fantasiewelt“

„Timm Thalers Fantasiewelt“, ein fünf mal fünf Meter großes Modell aus Andreas Dresens Kinofilm, kann ab sofort in der Caligari-Halle im Filmpark Babelsberg an der Großbeerenstraße 200 besichtigt werden. Geöffnet ist in den Sommerferien täglich von 10 bis 18 Uhr.

Constantin Film bringt „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ am 22. Dezember ins Kino. Die Hauptrolle spielt der 13-jährige Arved Friese („Der Nanny“) aus Zeuthen (Dahme-Spreewald).

Justus von Dohnányi verkörpert seinen Widerpart, den so reichen wie gemeinen Baron Lefuet. In der Rolle von Timms Freundin Ida ist die Kleinmachnowerin Jule Hermann zu sehen.

Thomas Ohrner, der 1979 in der ZDF-Weihnachtsserie „Timm Thaler" war, spielt im Kinofilm einen Concierge. Die Besetzung ist mit Nadja Uhl, Axel Prahl, Charly Hübner, Bjarne Mädel, Fritzi Haberlandt, Harald Schmidt und Milan Peschel insgesamt prominent.

Von Ricarda Nowak

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