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Tödlicher Unfall wirft Fragen auf

66-jähriger am Montag in der Charlottenstraße von Auto erfasst Tödlicher Unfall wirft Fragen auf

Ein 66-jähriger Potsdamer war am Montag gegen 14.45 Uhr in Höhe der Wilhelmgalerie über die Straße gegangen und war von einem Auto gestreift worden. Der Mann fiel dabei auf das Straßenpflaster und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Er starb später im Krankenhaus.

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An dieser Stelle geschah der tragische Unfall, bei dem ein Fußgänger am Montag zu Tode kam. Der Übergang ist stark frequentiert, gilt aber nicht als unfallträchtig.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Bei der Aufklärung eines tödlichen Unfalls in der Charlottenstraße tappt die Polizei noch völlig im Dunkeln.

Am Steuer des Unfallwagens saß ein 78-jähriger Mann. Er erlitt einen Schock, blieb ansonsten aber unverletzt. Er war mit seinem Wagen in Richtung Friedrich-Ebert-Straße unterwegs. "Wir wissen bislang nicht, was genau passiert ist", sagte eine Polizeisprecherin gestern zur MAZ. So sei unklar, ob der 66-Jährige vor dem Zusammenprall ins Stolpern geraten sei und deshalb unglücklich fiel.

Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass etwa der Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei, so die Sprecherin. "Wir sind jetzt dringend auf Zeugen angewiesen, die den Unfallhergang aufklären können." Die Straße gelte an dieser Stelle zwar nicht als besonders unfallträchtig, doch sei sie von Fußgängern und Radfahrern doch "stark frequentiert", sagte die Sprecherin.

Seit einigen Wochen beklagen Radfahrer und Fußgänger in Potsdam ein erhöhtes Unfallrisiko. Die zahlreichen Baustellen in der Stadt ‒ insbesondere der Kreuzungsbereich Berliner-, Behlert- und Gutenbergstraße ‒ sorgen nicht nur bei Autofahrern für Frust und Ärger, sondern treiben auch anderen Verkehrsteilnehmern Angstschweiß auf die Stirn.

So hat es ebenfalls am Montag innerhalb weniger Stunden gleich drei Unfälle mit Radfahrern gegeben, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. In der Charlottenstraße war eine 55-Jährige von einem Taxi erfasst worden, das von der Berliner Straße kommend einbog und die Radlerin übersah. In der Daimlerstraße in Babelsberg war ein 15-jähriger Radler von einem Auto gestreift worden. Beim Sturz erlitt der Jugendliche Prellungen und Schürfwunden. In Potsdam-West, Geschwister-Scholl-/Ecke Sellostraße, wurde einer 21-jährigen Radlerin von einem Auto die Vorfahrt genommen. Es kam zu einer Kollision.

Trotz der Häufung von Rad-Unfällen warnte Wulf Hildebrand von der Potsdamer Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) vor Übertreibungen. "Die vielen Baustellen bringen nicht zwingend mehr Unfälle mit sich, weil die Radfahrer in solchen Bereichen sehr aufmerksam fahren." Vielmehr steige die Zahl der Unfälle gerade im Sommer statistisch vor allem deshalb, "weil sehr viel mehr Radler in der Stadt unterwegs sind".

Wie sicher fühlen Sie sich als Fußgänger oder Radfahrer auf Potsdams Straßen?

Jana Müller (47) : Ich bin immer mit dem Fahrrad unterwegs und finde es hier sehr gefährlich. Vor allem Rechtsabbieger schauen gar nicht richtig. Ich wäre schon einige Male fast auf der Kühlerhaube gelandet und bin froh, wenn ich wieder aus Potsdam raus bin.

Manfred Schmidt (52) : Ich hatte einen Schlaganfall und bin daher auf Bus und Bahn angewiesen. Die fahren oft so schnell wieder los, dass ich fast hinfalle. Und auch die Radfahrer fahren hier manchmal so unvernünftig, dass es wirklich gefährlich wird.

Marie-Sophie Müller (24) : Als Fußgängerin fühle ich mich in Potsdam sehr sicher – als Fahrradfahrerin hingegen nicht. Die Autos kommen oft so schnell aus den Querstraßen herausgeschossen, dass man aufpassen muss, nicht von ihnen angefahren zu werden.

Jeffrey Tätz (23) : Ich bin hauptsächlich zu Fuß unterwegs und fühle mich dabei sicher. Als Fahrradfahrer ist es natürlich gefährlicher, manchmal weiß man gar nicht, wo ein Fahrradweg aufhört oder beginnt. Auch untereinander müssen Fahrradfahrer rücksichtsvoller fahren.

Anna Albert (25) : Ich finde Fahrradfahren hier sehr gefährlich. Im November hatte ich einen Unfall auf der Zeppelinstraße. Ich wurde von einem Bus von der Straße gedrängt und musste auf den Gehweg ausweichen. Dabei bin ich mit einem Radfahrer zusammengestoßen.

Lorant Ivanyi (42) : Ich lebe noch, so schlimm kann es also nicht sein. Das Problem heutzutage ist doch, dass die Leute viel zu viel im Kopf haben und daher unaufmerksam sind. Dessen bin ich mir bewusst und gehe daher selbst immer aufmerksam durch die Straßen.

Von Jürgen Stich und Anja Meyer

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