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Toleranz-Bündnis gegen „Patrioten-Tag“

Potsdam Toleranz-Bündnis gegen „Patrioten-Tag“

Das Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“ wird am 20. August 2016 am Brandenburger Tor in Potsdam gegen den geplanten „Patrioten-Tag“ einer islamfeindlichen Bewegung demonstrieren. In der Innenstadt wird es daher voll, und es ist mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.

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Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Am 20. August 2016 wollen die „Freien Patrioten Potsdam“ (FPP) auf dem Luisenplatz demonstrieren. Angemeldet und genehmigt ist die Veranstaltung für die Zeit zwischen 14 und 20 Uhr. Über Facebook wurden weit über 1000 Sympathisanten eingeladen, doch die Zusagen für die Demonstration sind bisher spärlich.

Gerade mal 44 Zusagen – auf der letzten Pogida-Demo wurden keine 30 Teilnehmer gezählt – gab es bis zum Vormittag des 11. August 2016 und keine 10 Prozent der Eingeladenen bekundeten Interesse für die Demonstration unter dem Motto „ Nein zum Islamterror!!! Gedenken für Terroropfer in Deutschland, Europa und der Welt“. Doch Veranstalter „Graziani“ will mehr. Am Sonntag hatte er daher erneut ein Video auf Facebook gepostet, in dem er für die Demonstration wirbt und von „sehr viel Unterstützung aus Ostdeutschland“ spricht. „Wir werden nicht alleine sein“, so sein Appell.

Gegendemonstration am Brandenburger Tor

Alleine ganz sicher nicht, denn auch die Gegenseite hat nun zu einer Demonstration aufgerufen. Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ hat für jenen Samstag von 14 Uhr bis 20 Uhr zu einer Demonstration unter dem Motto „Refugees Welcome – Für Weltoffenheit und Toleranz“ am Brandenburger Tor, gegenüber des Luisenplatzes, eingeladen.

Am Mittwoch rief das Bündnis und sein Vorsitzender, Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, alle Potsdamerinnen und Potsdamer, „sich friedlich, gewaltfrei und kreativ dieser islam- und demokratiefeindlichen Gruppierung entgegenzustellen.“ Potsdam habe es immer wieder gezeigt, dass Rassismus keinen Platz in der Stadt habe. „Wer rechtsextremes Gedankengut verbreiten will, ist in unserer Stadt nicht willkommen!“, so das Bündnis.

Gegenüber MAZonline sagte die Leiterin der Servicestelle Tolerantes und Sicheres Potsdam, Ursula Löbel, dass man trotz Urlaubszeit mit 500 Teilnehmern bei der Veranstaltung rechne. Dass die FPP gerade den Luisenplatz als Veranstaltungsort gewählt und zudem noch eine Wegstrecke angemeldet habe, sei gerade im Hinblick auf die Schlössernacht und die erwarteten Besucherströme ungünstig. Man werde daher Infozettel an die Passanten verteilen, so Löbel.

Und auch auf der Seite „NoPegida – Brandenburg für alle“ wird für eine Gegenveranstaltung unter dem Motto „Patriotentag in Potsdam“?? Läuft nicht & kannste knicken“ aufgerufen. Die Seite warnt zudem davor, den „Aufruf der Nazis“ zu unterschätzen. Es sei zwar fraglich, „wie viele Menschen dieser neue Versuch mobilisieren kann“, aber man solle „entschlossen wie nie zuvor auf die Straße“ gehen. Bei Facebook kursiert zudem noch mindestens ein weiterer Aufruf, der zu der Veranstaltung am 20. August auf dem Luisenplatz lädt. Nur heißt es hier nicht „Patriotentag“, sondern „Vereint für ein freies und souveränes Deutschland“ – und da gibt es 67 Zusagen.

Mehrere „Großlagen“ in der Stadt

Am 20. August gibt es neben den Demonstrationen zwei weitere „Großlagen“ in Potsdam: Um 15:30 Uhr wird das DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem SC Freiburg im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg angepfiffen.

Ab 17 Uhr werden bis zu 35 000 Besucher bei der Schlössernacht im Park Sanssouci erwartet. Einer der zentralen Zugänge zum Park führt über den Luisenplatz.

Von MAZonline

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