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Tom Tykwer dreht Krimiserie in Babelsberg

Außenkulisse “Neue Berliner Straße“ eröffnet Tom Tykwer dreht Krimiserie in Babelsberg

Beim Sommerfest hat das Potsdamer Studio Babelsberg am Sonntag mit der „Neuen Berliner Straße“ eine der größten und modernsten Außenkulissen Europas eröffnet. Kosten: 16 Millionen Euro, Bauzeit: 140 Tage. Ab Ende Juni dreht hier Regisseur Tom Tykwer die historische Krimiserie „Babylon Berlin“.

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Blick in die Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ von Studio Babelsberg an der Ahornstraße.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Klein-Berlin ganz groß – in Potsdam-Babelsberg! Dort, wo seit mehr als 100 Jahren Filme gedreht werden, ist am Sonnabend die in Europa einzigartige Außenkulisse „Neue Berliner Straße“ feierlich eröffnet worden. Auf 15 000 Quadratmeter verteilen sich auf dem Studio-Babelsberg-Gelände an der Ahornstraße vier Straßenzüge mit Innenhöfen: Mietshäuser, Wohnpaläste, ein mondänes Caféhaus – gebaut nach den Erfordernissen für die erste Produktion.

Tom Tykwer würde gern bleiben

Ende Juni kommt Regisseur Tom Tykwer – bis Ende des Jahres – mit der ARD-Sky-Serie „Babylon Berlin“, die auf Volker Kutschers 1920er-Jahre Berlin-Krimis basiert. Die Serie erhält einen speziellen Look, den der Szenenbildner und Tykwer-Vertraute Uli Hanisch ersonnen hat. Entstanden ist Berlin, dieses „Konglomerat architektonischer Fragmente“, als ebensolches. Ein Mammutprojekt wie „Babylon Berlin“ in der realen Stadt umzusetzen? „Wir hätten Mieter rauskaufen, so viel verändern müssen – das geht alles gar nicht“, sagt der Regisseur. Am liebsten würde sich Tykwer „ die nächsten zehn Jahre“ in der Kulisse einrichten und sechs Staffeln drehen (Kutscher schreibt gerade an seinem sechsten Krimi).

Der Potsdamer X-Filme-Chef Stefan Arndt, der beim Deutschen Filmpreis am Freitagabend mit dem Bernd-Eichinger-Preis geehrt wurde, produziert „Babylon Berlin“. Wie der 2011 verstorbene Namensgeber der Trophäe zeichnet sich der 54-Jährige durch Risiko- und Innovationsfreude aus.

Neue Kulisse für Studio Babelsberg überlebenswichtig

Für Studio Babelsberg ist die neue Kulisse, Grundsteinlegung war im Sommer 2014, im weltweiten Konkurrenzkampf der Filmproduktionsstandorte überlebenswichtig. Damit sich die 16-Millionen-Euro-Investition „amortisieren kann, benötigen wir in Deutschland ein berechenbares, international konkurrenzfähiges Anreizsystem. Der Wettbewerb hat sich drastisch verschärft. Deutschland läuft Gefahr, diesbezüglich den Anschluss zu verlieren“, mahnt Studio-Boss Carl L. Woebcken in Richtung der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die unter den Festgästen befand. Wie auch ihr Amtsvorgänger Bernd Neumann (CDU), die Schauspieler Winfried Glatzeder, Jörg Schüttauf und Matthias Weidenhöfer (die beide im preisgekrönten Drama „Der Staat gegen Fritz Bauer“ spielen). Begeisterung allenthalben: „Hier können Bösewichte aus allen möglichen Ecken geschossen kommen. Es gibt so viele Details – toll“, sagt Angelica Böhm, Szenographie-Professorin an der Filmuniversität „Konrad Wolf“. Einige ihrer Studenten waren bei der Planung für die „Neue Berliner Straße“ dabei. Für die Planung und Umsetzung waren die Experten der Tochterfirma Art Department Studio Babelsberg verantwortlich.

„Ganz besonderes Meisterwerk“

„Ich bin froh, dass in Babelsberg wieder eine große Kulisse steht“, schwärmt Szenenbildner Lothar Holler. Er entwarf die alte „Berliner Straße“, in der 1998 die DDR-Komödie „Sonnenallee“ gedreht wurde. „Danach ging’s in Babelsberg wieder richtig ab.“ So nutzten die Regie-Legenden Roman Polanski und Quentin Tarantino einst das Außenset. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) lobte die Kulisse als „ganz besonders Meisterwerk aus dem Hause Babelsberg“.

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Hunderte Filmschaffende und ein paar Politiker waren am Sonnabend zu Gast bei der Eröffnung des neuen Sets, in dem ab Juni Tom Tykwer die Krimiserie „Babylon Berlin“ dreht.

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Von Ricarda Nowak

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