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Potsdam „Ton Steine Scherben“ im Lindenpark
Lokales Potsdam „Ton Steine Scherben“ im Lindenpark
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10:40 10.10.2015
Ton Steine Scherben spielen am Samstag im Lindenpark. Quelle: Promo
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Potsdam

Die Kultband Ton Steine Scherben gibt im Interview Auskunft über vergangene Zeiten und das politische Engagement.

MAZ: Ton Steine Scherben sind bekannt für politische Botschaften und intelligente Texte – der Name der aktuellen Tour klingt aber eher nach Kindergarten: „Ding Ding Dang Dang“. Warum?

RPS Lanrue: Das kommt aus unserem alten Song „Heimweh“, in der Zeile davor heißt es „Politik ist böse“.

Das ist sehr allgemein – was hat die Musik von damals mit der Politik von heute zu tun?

Kai Sichtermann: Wenn ich zum Beispiel an die Flüchtlingskrise denke, fallen mir sofort mehrere Songs ein, die passen. „Mein Name ist Mensch“ und „Durch die Wüste“. Auch die Strophen von „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ sind leider noch genau so aktuell wie Ende der 60er-Jahre. Leider.

Früher haben solche Texte provoziert, heute nicht mehr. Ihr damaliger Bandkollege Nikel Pallat holte in einer Talkshow seine Axt raus und zerschlug den Tisch.

Sichtermann: Was das angeht, war die Zeit eine andere, solche Aktionen macht keiner mehr.

Einige aus der linken Szene von damals sitzen heute im Bundestag. Sind das Verräter?

Sichtermann: Nein, jeder soll seinen Weg gehen. Das sind keine Verräter.

Lanrue: Aber das zeigt, wie weit man es bringen kann - erst Ton Steine Scherben und dann in den Bundestag. (lacht)

Claudia Roth ist sogar Bundestagsvizepräsidentin und noch immer ganz stolz, Ihre Managerin gewesen zu sein. Warum eigentlich, die Band war doch immer Pleite?

Sichtermann: Da muss ich sie in Schutz nehmen. Bevor sie zu uns kam, ging es finanziell den Bach runter. Damals kreiste Pleitegeier über uns, daran hatte sie aber keinen Anteil. Sie hat versucht zu retten, was nicht mehr zu retten war.

Jetzt sind Sie erstmals wieder fast in Originalbesetzung. Was hat Sie dazu bewogen, wieder zusammen aufzutreten?

Lanrue: Ich bin Musiker, was soll ich sonst machen? Es hat mir wieder in den Fingern gejuckt, und das nach fast 20 Jahren, in denen ich nicht dabei war.

Die Songs sind noch immer aktuell. Es macht Spaß, sie in dieser Besetzung zu spielen.

Sind Sie eigentlich schon in Potsdam aufgetreten?

Lanrue: Nein, damals durften wir ja nicht in der DDR auftreten.

Sichtermann: Und selbst nach der Wende war ich noch nie in Potsdam. Das wird meine Premiere sein.

Mit Ihnen auf der Bühne werden ja auch mehrere Kinder der Band stehen – ist es denen nicht peinlich, dass der Vater ein Rock-Rentner ist?

Lanrue: Nein, die haben ja alle eine Affinität zu unseren Songs. Bei den Scherben war es immer familiär. Meine Tochter ist quasi mit Rio Reiser aufgewachsen.

Wie sehr fehlt er Ihnen?

Lanrue: Rio war außergewöhnlich, ich vermisse ihn ständig. Wir waren auch außerhalb der Musik Freunde und haben zusammengelebt. Ich würde ihn gern fragen, was er heute über die Welt denkt.

Was würde er sagen, wenn er heute die Tagesschau gucken müsste?

Lanrue: Alles Lüge!

Von Maurice Wojach

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