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Potsdam Toten Hund einfach am Wegesrand entsorgt
Lokales Potsdam Toten Hund einfach am Wegesrand entsorgt
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18:48 13.03.2014
Quelle: Anke Drohla
Potsdam

Dem Team von der Tierrettung Potsdam stockte am Mittwochnachmittag der Atem. Die zugeschnürte Plastiktüte am Templiner Weg gegenüber der Insel Hermannswerder enthielt ein Hundekörbchen. Darin lag ein toter kleiner Hund mit seinem Spielzeug. Er war einfach am Wegrand abgelegt worden. Die Plastiktüte zeigte Bissspuren auf. Offenbar hatte schon ein Wildtier versucht, die Tüte aufzunagen und an den toten Hund heranzukommen.

„Das ist pietätlos“, empört sich Michael Breuer vom Tierrettungsteam. Es war viel schlimmer: Es war eine Ordnungswidrigkeit höchsten Grades. Nicht nur, dass hier jemand seinen Hund einfach wild bestattet hat, der oder die Unbekannte hat das auch noch in einem Wasserschutzgebiet getan. Ein Bußgeld von mindestens 20 Euro hätte dem Täter auf jeden Fall gedroht, wahrscheinlich wohl viel mehr – wenn er denn hätte ermittelt werden können.

„So etwas kommt nicht allzuoft vor“, kann Breuer zum Glück versichern. Wenn die Tierrettung schon irgendwo tote Haustiere im Freien aufliest, dann sind es zumeist Katzen, die Freilauf hatten und unterwegs gestorben sind. Oder es handelt sich um Tiere, die im Straßenverkehr verunglückten.

Auch Rathaussprecher Jan Brunzlow sagt zu dem Fall: „Das ist einfach unverantwortlich. Es gibt sicher andere Wege, sein Tier würdevoll zu bestatten.“ Möglich sei es zum Beispiel, das Haustier im eigenen Garten zu begraben, sofern dieser nicht in einem Wasserschutzgebiet liege. Das gehe aber nur bei Haustieren im Sinne des Tierkörperbeseitigungsrechts aus dem Jahr 2009. Dazu zählen übrigens auch Exoten wie Schlangen. Kühe, Pferde, und Schafe gelten dagegen als „Nutztiere“ und müssen immer von der Tierkörperbeseitigung „entsorgt“ werden, wie es offiziell heißt. Das hat auch dann zu geschehen, wenn die Tiere zum Vergnügen gehalten wurden, was bei Pferden meist der Fall ist und bei Schafen oder Ziegen sicher vorkommen mag.

Das Grab im Garten für ein gewöhnliches Haustier muss mindestens einen halben Meter tief sein. Ansonsten könne man sowohl bei Haustieren wie auch bei Nutztieren den Tierarzt rufen, der sich gegen eine Gebühr um die „Entsorgung“ kümmert oder eine Tierkörperbeseitigungsfirma benachrichtigen. Letzteres ist allerdings eine gelinde gesagt recht sachliche Form der Bestattung.

Ein besonders einfacher und für den Tierliebhaber sicher akzeptabler Weg ist eine formale Tierbestattung. So hat das Bestattungsunternehmen „Portaleum“ auch eine Filiale in Potsdam. Filialleiter Myrko Dietrich spricht von schätzungsweise 15 bis 20 Klienten im Monat. Das Portaleum kümmere sich um alle Tiere – vom Goldhamster bis zum Pferd. „Sie können zum Beispiel Vorsorge treffen und alles regeln, bevor der Fall eintritt“, sagt Dietrich. Zum Beispiel, ob das Tier abgeholt werden soll oder ob der Besitzer es selber bringen will. Das „Portaleum“ kümmert sich um Formalien wie eine Urkunde für die Hundesteuer und lässt die Tiere einäschern. Die Kosten reichen von 25 Euro für ein Kleintier bis zu mehreren 1000 Euro für ein Pferd. Auch die Urnen unterschieden sich preislich stark.

Von Rüdiger Braun

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