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Potsdam Letzte Runde: Der Klosterkeller schließt
Lokales Potsdam Letzte Runde: Der Klosterkeller schließt
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01:16 16.09.2018
Der Klosterkeller verabschiedet sich von den Potsdamern – und Wirt Bernd Hirschauer aus der Gastronomie. Quelle: Friedrich Bungert
Innenstadt

Ein Stück Heimatgeschichte verabschiedet sich von den Potsdamern: Der in der City gelegene Klosterkeller, das älteste Gasthaus der Stadt, schließt. Das teilen der Immobilienentwickler Copro und der Inhaber der Traditionsgaststätte Bernd Hirschauer mit. Demnach stellt der Klosterkeller zum 27. September den Betrieb ein.

„Wir verschwinden ganz still“

Kein Tamtam, kein Fest, keine Aktionstage: „Wir verschwinden ganz still“, sagt Bernd Hirschauer. „Am 26. September öffnen wir zum letzten Mal – um 15 Uhr schließen wir zu. Am Tag darauf beginnen wir mit dem Ausräumen.“ Eine Versteigerung des Inventars – wie seinerzeit beim „Gastmahl des Meeres“ geschehen – ist laut Bernd Hirschauer nicht geplant. Für einen großen Teil der Einrichtung habe er bereits Interessenten. Einen Teil werde er dem Sozialkaufhaus im Potsdamer Norden stiften. „Etliche Dinge kommen auch in den Container“, so Bernd Hirschauer. „Und was dann noch da ist, können sich Interessenten einfach so bei uns abholen.“

Der Klosterkeller, Potsdams älteste Gaststätte, stellt den Betrieb ein. Am 26. September öffnet das Traditionshaus zum letzten Mal. Gastwirt Bernd Hirschauer hat dort 30 Jahre lang gewirkt und gewirbelt. Ein letzter Blick ins Gewölbe.

Er sei nicht traurig, dass es nun zu Ende ist, beteuert Bernd Hirschauer, der sich ganz aus der Gastronomie zurückziehen möchte. „Im nächsten Jahr werde ich 71 – es ist an der Zeit, sich zur Ruhe zu setzen. Neue Projekte stelle ich nicht mehr auf die Beine.“ Was er daheim mit sich anfangen werde nach mehr als einem halben Jahrhundert in der Gastronomie? „Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht“, sagt Bernd Hirschauer. „Aber ich werde sicher genug zu tun haben mit dem Garten. Und meine Frau und die Kinder werden mich wohl auch einspannen – vielleicht als Einkäufer!“ Was ihn am Ende seiner Klosterkeller-Ära besonders freue: „Ich habe die meisten der neun Mitarbeiter in der Familie unterbringen können, drei überlegen noch.“ Den Hirschauers liegt die Gastlichkeit im Blut: Die Söhne führen das Altstadthotel in der Dortustraße und das Filmhotel „Lili Marleen“ in Babelsberg.

Erste Umbauarbeiten haben im Juni stattgefunden

Dem Vernehmen nach haben sich Wirt und Copro einvernehmlich und außerhalb des Gerichts geeinigt. „Wir kommen da heil raus“, sagt Bernd Hirschauer, der in den vergangenen Wochen keinen Hehl daraus gemacht hatte, dass die Umbauarbeiten am Haus seinem Geschäft arg zugesetzt haben. Im Juni hatte Copro für das aufwendige Projekt erste vorbereitende Baumaßnahmen umgesetzt. Damals war es zu offenen Differenzen zwischen Bernd Hirschauer und dem Investor gekommen. „Bauarbeiten und ein Gastbetrieb auf engstem Raum, das verträgt sich nicht“, sagte Bernd Hirschauer damals der MAZ. Die Differenzen „sind vollständig beigelegt“, teilte Copro jetzt mit.

Wie berichtet, saniert und modernisiert Copro das barocke Haus mit der Nummer 94 in der Friedrich-Ebert-Straße. Dort sollen 15 Wohneinheiten – zehn im historischen Bestand und fünf in einem Neubau im Hinterhof – entstehen. Die Ein- bis Vierzimmerwohnungen sollen laut Copro zur Miete „im mittleren Preissegment“ angeboten werden. Insgesamt entstehen 1000 Quadratmeter Wohnraum. Ein Termin für die Fertigstellung steht noch nicht fest.

Ein gastronomischer Betrieb ist laut Investor weiterhin möglich

Den Auszug des Restaurants nehme Copro zum Anlass, die frei werdenden Flächen in die Planung des Bauprojekts konzeptionell neu zu integrieren. In diesem Zusammenhang liege „auch eine Weiterführung des gastronomischen Betriebs im Rahmen des Möglichen“, heißt es aus dem Unternehmen, das angekündigt hat, sich auch in Zukunft in der Landeshauptstadt Potsdam engagieren zu wollen.

Alt, eingesessen – und sanierungsbedürftig

Der Klosterkeller in der Friedrich-Ebert-Straße 94 ist Potsdams älteste Gaststätte. Seit 1736 beherbergt das barocke Haus eine Schankwirtschaft. Das Haus ist stark sanierungsbedürftig. Die letzte Ertüchtigung ist in den 1960er Jahren erfolgt.

Der Berliner Investor Copro plant im Ober- und im Dachgeschoss Apartments. Zudem soll im Hinterhof – dort, wo zu DDR-Zeiten der Sommergarten und die Selbstbedienungsstrecke zu finden waren – ein Mehrfamilienhaus mit fünf Maisonettewohnungen entstehen. nf

Von Nadine Fabian

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