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Training, Training!

Kevin Kuske liegt nicht auf der faulen Haut, auch wenn der Schnee in den Bergen schmilzt Training, Training!

Am Samstag stehe ich ungefähr um sechs Uhr auf. Ich bin nicht so ein Langschläfer, das habe ich wahrscheinlich von Mutti geerbt. Ich möchte möglichst wenig vom Tag verpassen.

Nach dem Aufstehen mache ich ein paar Sachen im Haushalt, ein bisschen putzen und so. Zwei Stunden vor dem Training frühstücke ich. Ich bin absolut kein Fan von Brötchen mit Wurst und dick Käse obendrauf – so etwas liegt im Magen. Stattdessen mache ich mir gern Müsli mit Honig und Nüssen. Um 9.30 Uhr ist Training, das bis 13, 14 Uhr geht.

Viele Leute denken ja, dass wir Bob-Sportler nach der Wintersaison erst mal schön faulenzen, in die Karibik fahren und anschließend darauf warten, dass in den Bergen wieder der erste Schnee fällt. Das ist natürlich nicht so. In diesem Jahr ist es besonders intensiv, weil diesmal eine olympische Saison – die Spiele von Sotschi 2014! – bevorsteht. Beim Training sind wir eine Gruppe von etwas mehr als einem Dutzend Anschiebern aus ganz Deutschland. Es ist egal, ob man im Gebirge oder im Flachland trainiert, weil es ja um Athletik und Fitness geht. Ich habe mich immer gegen den Trend gewehrt, dafür nach Oberhof zu wechseln. Mir war es einfach wichtig, in Potsdam zu trainieren.

Die Liebe zum Sport liegt bei uns eindeutig in der Familie. Meine Mutter ist damals wegen des Sports nach Potsdam gekommen: Sie war Hürdensprinterin. Mein Vater war Speerwerfer. Zum Bob kam ich, weil ich angesprochen wurde. Ich war als Jugendlicher ein relativ guter Leichtathlet, aber zu schwer. Über Carsten Embach – einer der beiden Pioniere des Bob-Sports in Potsdam und ein toller Trainer – tauchte dann die neue Perspektive auf.

Natürlich denke ich auch an die Zeit nach dem Sport. Deshalb studiere ich an der Wirtschaftsakademie für Sport am Luftschiffhafen. In der Freizeit lese ich sehr gerne Bücher über Geschichte. Das ist ein Thema, das mich seit meiner Kindheit interessiert. Neulich habe ich zum Beispiel ein Buch über den Hintergrund des Vietnamkriegs „verschlungen“. Man sollte über die Vergangenheit Bescheid wissen, natürlich auch im nahen Umfeld. Deshalb unterstütze ich den Förderverein des Potsdam-Museums, zum Beispiel 2012 bei einer Plakat-Werbeaktion. Ich bin gespannt, wie die neue Dauerausstellung im Museum aussehen wird.

Nach Training und Duschen ziehe ich mich um. Ein Freund hat Geburtstag; wir wollen im Freundeskreis schön essen gehen. Mein „Kiez“ ist ja Potsdam-West, wo ich oft unterwegs bin, aber ich gehe auch gern ins Bottega 118 in der Berliner Vorstadt. Und das Café Heider ist natürlich Kult. Dort trinken wir unseren Latte macchiato. Für das Geburtstagsessen fahren wir nach Berlin. Zum Glück brauche ich nicht zwanghaft auf mein Gewicht zu achten, weil ich eine gute Verbrennung habe. Statt Knäckebrot mit Luft drauf darf es also ruhig auch mal was Herzhaftes sein!

Kevin Kuske, Olympiasieger und mehrfacher WM-Goldmedaillengewinner, gilt als der weltweit schnellste Bob-Anschieber.

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