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Potsdam „Transit Havana“: Transsexuelle Revolution auf Kuba
Lokales Potsdam „Transit Havana“: Transsexuelle Revolution auf Kuba
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07:35 07.05.2016
Regisseur und Meisterschüler Daniel Abma. Quelle: privat
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Babelsberg

Wahrhaft revolutionäre Dinge ereignen sich auf Kuba. Der sozialistische Karibikstaat spendiert einmal im Jahr fünf Transsexuellen eine kostenlose Geschlechtsumwandlung – dafür reisen europäische Top-Chirurgen für eine Woche an. An der Spitze der Bewegung für die Rechte kubanischer Transsexueller steht Mariela Castro, Tochter des Staatspräsidenten Raúl Castro und Nichte des legendären Fidel. Klingt spannend und unglaublich? Ist es!

Daniel Abma (37), Meisterschüler an der Filmuniversität „Konrad Wolf“, gibt in seinem herzenswarmen Dokumentarfilm „Transit Havana“ so erstaunliche wie unbekannte Einblicke in das machohafte Land, das nach der sozialistischen eine sexuelle Revolution erleben soll. Der niederländische Regisseur hat die Transsexuellen Malú, Odette und Juani ein Stück ihres Weges zwischen Hoffen und Warten auf eine der begehrten OPs begleitet.

Am heutigen Sonnabend feiert „Transit Havana“ Deutschlandpremiere beim Internationalen Dokumentarfilmfestival München, läuft dort an vier Abenden. Transsexuelle auf Kuba – ein Thema, das ja nicht unbedingt auf der Straße liegt. Wie stieß Abma darauf? Sein guter Freund Alex Bakker ist selbst ein Transmann – wurde also von einer Frau zum Mann – und einen der Ärzte kennt, die auf Kuba zum „Freundschaftspreis“ arbeiten. Er erzählte Abma die Geschichte – fertig war die Idee zum Diplomfilm. Der als Transgender-Experte Bakker recherchierte und schrieb das Skript. Vier Mal drehte Abma mit Kameramann Johannes Praus und Tonfrau Alexandra Praet in insgesamt drei Monaten auf Kuba. Die Filmemacher konnten sich frei bewegen – auch, weil Mariela Castro hinter dem Projekt stand. Der junge „Pressebetreuer“, der dem Team zur Seite gestellt wurde, verlor bald die Lust, die langen Drehtage zu begleiten und blieb weg.

Mühsam aufschließen musste Abma (erster Doku-Hit war seine Ex-Knacki-Doku „Nach Wriezen“, 2012) seine drei sympathischen Protagonisten nicht. „Über Sex zu reden, ist auf Kuba kein Problem. Da ist nix mit prüde.“ Mit den Live-TV-Bildern von US-Präsident Barack Obamas Ankündigung, wieder diplomatische Beziehungen mit Kuba aufnehmen zu wollen, schaffte es sogar ein Meilenstein Zeitgeschichte in „Transit Havana“. Abma hofft, seinen Film im Dezember beim Internationalen Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films in Havanna zeigen zu können. Erstmal geht’s nach der Kinotour in den Niederlanden nach München. Dort laufen mit den Kurzfilmen „Meinungsaustausch“ von Sophie Linnenbaum und Sophia Bösch sowie „Privacy“ von Sabine Ehrl zwei weitere Beiträge aus der Filmuniversität.

Am 3. November startet „Transit Havana“ in den deutschen Kinos.

Festival-Termine in München:

Samstag, 07.05.2016, 18:00, City 2 (Premiere)

Montag, 09.05.2016, 21:00, Rio 2

Mittwoch, 11.05.2016, 17:00, ARRI Kino

Freitag, 13.05.2016, 22:00, Atelier 1

Von Ricarda Nowak

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