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Trinkwasserversorger bleibt Erklärung schuldig

Blei in Potsdamer Trinkwasser Trinkwasserversorger bleibt Erklärung schuldig

Noch immer läuft in Potsdam das Trinkwasser durch 280 Hausanschlüsse aus Blei. Für die Leitungen ist zwar der kommunale Wasserversorger verantwortlich, die EWP weist aber alle Schuld von sich. Um die betroffenen Anschlüsse müssen sich demnach die Grundstückseigentümer allein kümmern. Sie hätten den Austausch veralteter Leitungen beantragen müssen.

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Alles bleifrei? In Potsdam liegen noch immer alte Rohre.

Quelle: MAZ

Potsdam. Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) weist alle Vorwürfe zurück, wonach sie den fristgemäßen Austausch von Bleirohren für die Trinkwasserversorgung von Potsdamer Hauhalten versäumt habe. Demnach liege die Verantwortung für die betroffenen Hausanschlüsse bei den Grundstückseigentümern. Sie hätten den Austausch veralteter Leitungen beantragen müssen, teilte das städtische Unternehmen auf Anfrage mit.

Genau das ist der Knackpunkt: Die Grundstückseigentümer sollen den Austausch der Bleirohre beantragen, obwohl die Landeshauptstadt – und somit die kommunale EWP – laut eigener Wasserverordnung dafür zuständig ist, den Anschluss herzustellen, zu unterhalten, zu erneuern, zu ändern, abzutrennen, zu beseitigen – und auch über dessen technische Ausführung zu bestimmen.

Mit einem neuen Grenzwert für Blei im Trinkwasser wurde nach einer zehnjährigen Übergangsfrist Ende 2013 das endgültige Aus für Bleirohre besiegelt. Doch in Potsdam ticken die Uhren anders. Von den 23000 Hausanschlüssen sind bis heute 280 noch immer nicht modernisiert worden – dabei war die Stadtwerke-Tochter EWP qua Bundesgesetz dazu verpflichtet. Eine Familie aus Babelsberg hat Anzeige wegen Körperverletzung erstattet – unter anderem, weil die EWP sie nicht einmal darüber informiert habe, dass noch Bleirohre im Hausanschluss liegen.

Dem widerspricht die EWP. Man habe „bereits im Januar 2011 aktiv alle Eigentümer, deren Hausanschlussleitungen aus Blei sind, informiert“, teilt das Unternehmen mit. „Im Juli 2012 und März 2015 schrieb die EWP erneut per Serienbrief die Grundstückseigentümer an, die bis dahin die Erneuerung ihrer Anschlussleitung noch nicht beantragt hatten.“

Laut EWP waren im Januar 2003 in Potsdam noch rund 850 Bleianschlüsse vorhanden. Bis Dezember 2013 habe man 200 gewechselt. Weshalb es nicht gelungen ist, in zehn Jahren alle Anschlüsse umzurüsten – also rund 85 pro Jahr – erklärt die EWP nicht.

Von Nadine Fabian

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