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Tulpen satt und eine falsche Ex-Königin Beatrix

Holländisches Viertel Tulpen satt und eine falsche Ex-Königin Beatrix

Nach zweijähriger Pause hat das Potsdamer Tulpenfest am Wochenende eine Wiederauferstehung erlebt. Allerdings gab es eine kleine „Luftveränderung“. Statt im Herzen des Holländer-Kiezes wurde am Bassinplatz gefeiert. Dennoch gab’s auch im Quartier eine Partymeile. Dort feierte der größte Tuntentreff des Landes den „Queen’s Day“.

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Holländische „Antjes“ im Holländischen Quartier .

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Die spinnen, die Römer? Mag sein. Aber zum Ausgleich weben die Holländer. Und wie! Traditionelles Handwerk mit Webstuhl und Spinnrad war eines der Highlights beim 19. Tulpenfest, das nach zweijähriger Pause mit einer Ortsveränderung seine Neuauflage feierte. Statt wie früher im Herzen des Holländischen Viertels befand sich die umzäunte Festmeile nun am Rand. Von der Gutenbergstraße bis zur Kirche St. Peter und Paul luden die 120 Buden und zwei Bühnen zum Flanieren ein. Eine Gänseschar lief herum; Waschfrauen nahmen die Wäsche in die Mangel – eine echte Zeitreise. Obwohl der Eintritt seit 2013 von vier auf fünf Euro gestiegen ist, schreckte das die Besucher anscheinend nicht ab. Genauso wenig wie das durchwachsene Wetter. Allerdings gab es diesmal weniger Bustouristen. Zu den Besucherzahlen konnten die Veranstalter am Sonntagabend noch nichts sagen. Eine Frohbotschaft: Kurz vor 16 Uhr waren alle Tulpen ausverkauft.

Tierisch gut

Tierisch gut! Auch gefiederte Besucher waren auf der Festmeile unterwegs

Quelle: Köster

Der Ortswechsel kam unter anderem wegen der Beschwerden im Holländischen Quartier zustande. Manche Anwohner hatten sich durch die Absperrungen und den Fest-Lärm genervt gefühlt. Deshalb beschloss der Förderverein zur Pflege niederländischer Kultur den Umzug. „Die Kulisse des Viertels kann man nicht ersetzen, aber die neue Kulisse mit der Kirche im Hintergrund ist auch erstaunlich charmant “, schwärmte Gitty Oeckel vom Organisationsteam. Zwar gab es am Sonnabend ein paar Kinderkrankheiten. So fiel der Strom zeitweilig und lokal begrenzt aus. Aber: „Dafür, dass wir das erste Mal auf dem Gelände waren, hat es erstaunlich gut geklappt“, zog Oeckel eine positive Bilanz. So ist der Aufbau der Stände einfacher als im Kiez-Kern.

Am Sonntag um 16 Uhr hieß es dann schon

Am Sonntag um 16 Uhr hieß es dann schon: Alle Tulpen ausverkauft!

Quelle: Köster

Auch die holländischen Teilnehmer hatten am neuen Ort nichts zu mäkeln. Gerrit Breukelaar und Gerrit Hengeveld, zwei Herren in altertümlichen schwarzen Anzügen mit hölzernen Klompen-Schuhen an den Füßen, ließen mit ihrer Trachtengruppe die Pantinen übers Pflaster klappern. Moderner waren die 17 Herren der Band „Blaaspoeperij“. Mit ihren Hüten, aus denen künstliche Tulpen wucherten, sahen sie aus wie wandelnde Gewächshäuser.

Wollt ihr mal euer blaues Wunder erleben

Wollt ihr mal euer blaues Wunder erleben? Der „Queen’s Day“ in der Benkertstraße ist Brandenburgs größter Tuntentreff.

Quelle: Köster

Kostümmäßig war aber natürlich der „Queen’s Day“ in der nahen Benkertstraße nicht zu toppen. Der größte Tuntentreff des Landes bezauberte mit Gästen wie „Linda in Moll“ und der niederländischen Ex-Königin Beatrix. Die nicht ganz echte Monarchin erinnert jedes Jahr an den Spaß-Auftritt von Star-Komiker Hape Kerkeling, der einst mit blauem Hütchen eine täuschend echte Beatrix gab. Die Potsdamer „Beatrix“ hielt im grünen Seidenkostüm auf einem Sessel Hof und lauschte majestätisch den Jodel-Einlagen von vollbusigen Dirndl-Damen auf der Bühne.

Ungleich ernster war dann der Appell für den Erhalt von „Katte e.V“. Wie berichtet, will der Verein, der Projekte und Beratungen für Lesben, Schwule und transidente Menschen anbietet, wegen fehlender Fördergelder Ende Mai seine Arbeit einstellen.

Von Ildiko Röd

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