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Tulpenfest trotz Regen ein voller Erfolg

Innenstadt Tulpenfest trotz Regen ein voller Erfolg

Poffertjes, Klompen und jede Menge Tulpen: 20 000 Potsdamer und Gäste strömten am Wochenende zum Tulpenfest auf den Bassinplatz und trotzten Wind und Wetter. Darüber ist der Veranstalter sehr glücklich, denn das war am Samstagmorgen nicht abzusehen. Für eine Neuauflage im kommenden Jahr sieht es nicht schlecht aus.

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Tanz in Holzpantinen: Sänger, Tänzer und Musikanten nutzten die sonnigen Momente und bewegten sich ausgelassen durch die Straßen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Ob im Topf, als Zwiebel oder im Strauß – kaum jemand ist ohne Tulpen wieder nach Hause gegangen. Wohin man am Wochenende auf dem Tulpenfest im Holländischen Viertel auch schaute, leuchteten die knalligen Frühlingsboten hervor. Trotz des wechselhaften Mix aus Sonne, Wolken, Regen und Wind erreichte der Veranstalter mit rund 20 000 Besuchern sein Ziel. Diese frohe Botschaft gab Hans-Peter Gaul von der Fördergesellschaft niederländischer Kultur Potsdam am Sonntagabend auf MAZ-Nachfrage. Somit rutscht der Veranstalter nicht ins Minus. Nach 20 Jahren haben nun eine halbe Million Menschen das Tulpenfest besucht. „Die Potsdamer lieben ihr Fest genauso wie die Menschen aus Berlin und dem Umland“, sagte Gaul.

Hans Myrus aus Bremen brachte für den Keukenhof – einer Gartenanlage in den Niederlanden mit mehr als sieben Millionen Pflanzen, „Spezialtulpen“ unter die Leute. „Speziell sind bei uns die gefüllten Tulpen und die Papageientulpen“, erklärte er. Die etwas abgewandelten Varianten der herkömmlichen Tulpen waren bei den Besuchern am beliebtesten und die Reserven bereits an den Nachmittagen fast ausverkauft, berichtete Myrus. Auf dem Fest der Blumen präsentierten sich aber auch wieder einige Traditionshandwerker aus Holland. Einer von ihnen war Coen Eikelboom, der seit 30 Jahren Stühle baut und deren Sitze mit Stroh flechtet. Diese Handarbeit zeigte der Mann aus Salland den vorbeilaufenden Besuchern auf dem Fest. „Normalerweise brauche ich etwa drei Stunden, hier dauert es etwas länger, weil ich zwischendurch immer schwatze“, sagte er.

Gute Laune in Orange

Gute Laune in Orange

Quelle: Bernd Gartenschläger

Ins Erzählen kam auch Holzschuhproduzent Martin Dijkmann, der manchen Gästen noch vom Sinterklaas-Fest im Dezember bekannt gewesen sein dürfte. In seinem Atelier in Luttenberg stellt er die „Klompen“ aus Pappelholz am Fließband her. Auf dem Bassinplatz präsentierte er das Handwerk nun in etwas persönlicherer Atmosphäre, denn wer wollte, konnte sich seinen Namen auf die Pantinen schnitzen lassen. Nebenan verzierte Jan Verhoet Handkaffeemühlen, Schälchen, Kästen und Untersetzer mit Pinsel und Farbe. Sein Nachbar demonstrierte, wie man mit hauchdünnen Papierstreifen Motive für jeden Anlass auf Filigran-Karten zaubert.

Großes Lob für das Niveau der Stände

Ordentlich geschnattert wurde auch bei der traditionellen Gänsekapelle, die aus Lichtenvoorde nahe der Grenze zu Deutschland angereist ist. Mit einem Trommler voran zogen die Toulouser-Gänse über den Bassinplatz. Tänzer in Holzschuhen bevölkerten die Straßen und die Stelzenfrau in orangefarbenem Gewand stelzte durch die Besucher. Für viel Farbigkeit sorgte auch „De Vlaermoesband“ – eine 15 Mann starke Marchingband mit Trommeln, Posaunen und Trompeten.

Der Veranstalter erntete Hans-Peter Gaul zufolge großes Lob für das Niveau der Aussteller und Stände. Mit klammen Händen nach dem letzten Regenschauer könne er nun sagen, dass es auch im nächsten Jahr ein Tulpenfest geben wird.

Ein Fest im Viertel mit langer Tradition

Zum 20. Mal ging das Tulpenfest am Wochenende im Holländischen Viertel in Potsdam über die Bühne.

Über die Entstehung des Viertels vor 275 Jahren konnten sich die Besucher am Wochenende im Jan-Bouman-Haus informieren.

Neben den Holländern beteiligten sich auch Institutionen und Attraktionen aus der Region, wie der Baumkronenpfad in Beelitz, eine Filzkünstlerin aus Falkensee oder der Freundes- und Förderkreis des Bergmann-Klinikums am Fest.

Von Luise Fröhlich

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