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Potsdam Tummeleys Traumschloss wird wieder erstrahlen
Lokales Potsdam Tummeleys Traumschloss wird wieder erstrahlen
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19:54 18.06.2018
Investor Siegfried Nehls vor der Villa Tummeley in der Berliner Straße 28/29. Quelle: Bernd Gartenschläger
Berliner Vorstadt

Siegfried Nehls ist ein Liebhaber – einer, der sich Hals über Kopf verlieben kann, wenn sein Herz berührt wird. Neulich zum Beispiel, da war er in Budapest. Tolle Stadt, noch längst nicht so auf Hochglanz saniert wie Prag. Dort entdeckte er eine Villa wie im Dornröschenschlaf, ein Schmuckstück. Nehls hat natürlich zugegriffen. Genauso wie bei der ehemaligen Reichspoststelle in Berlin, für die er eine originelle Lösung fand. Nach dem Vorbild von Florenz ließ er die Wände zwischen den eng zusammenstehenden Seitenflügeln leuchtend bunt bemalen. Der Berliner Bauentwickler Sanus AG ist auf herausfordernde Projekte im Denkmalbereich spezialisiert – die Devise könnte man so umschreiben: Spaß macht, was Kreativität verlangt.

Der Zufall führte Regie

Insofern ist auch das Potsdamer Projekt ein echtes Fundstück. Die Villa Tummeley an der Berliner Straße schlummerte lange vor sich hin. Unzählige Eigentümerwechsel machten die Sache nicht einfacher. Doch dann führte auch hier der Zufall Regie: Er sei bei einer Spritztour an dem verwunschen-heruntergekommenen Denkmal vorbeigefahren, erzählt Sanus-Gründer Siegfried Nehls, dem es bei der Villa Tummeley so erging wie bei dem Budapester Objekt: Liebe auf den ersten Blick. „Es ist ein Juwel in unserem Portfolio, es wird Mühe und Geld kosten, aber so ein Gebäude hat auch ideellen Wert, es macht Freude, unsere Erfahrung im Denkmalschutz auf so ein Schmuckstück anwenden zu können“, schwärmt Nehls.

Blick in die Innenräume der Villa Tummeley. Quelle: Bernd Gartenschläger

Ungetrübt war die Love Story allerdings anfangs nicht. Der Verkauf für 8,3 Millionen ging nicht wie gewünscht über die Bühne; mit dem Verkäufer musste man sich vor Gericht auseinandersetzen. Seit drei Monaten ist die Sanus AG im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen. „Dann haben wir gleich Gas gegeben“, erzählt Nehls, ein großgewachsener Mann, der an diesem schönen Sommertag auf dem Dach der Villa steht. Die Ecken des Ausgucks werden von prunkvollen, fast unbeschädigten Vasen geziert; unten ragt eine recht desolate Steganlage in den Tiefen See. Nehls’ Blick gleitet über ein Panorama, das in der Potsdam-Hitparade der schönsten Postkartenansichten ganz vorne mitspielt. Es reicht vom Tiefen See samt Theater bis zum Marmorpalais und der Villa Kampffmeyer. Die Villa Tummeley ist eigentlich mehr Schloss als Villa. Erbaut wurde sie 1848/49 im englischen Tudor-Stil von Eduard Tummeley – zwar kein Adeliger, aber doch immerhin ein Zuckerbaron, der als Besitzer einer Zuckersiederei Geld scheffelte.

Der König mischte mit

Bei den Planungen für das Edel-Domizil mischte kein Geringerer als König Friedrich Wilhelm IV. mit. Er hatte ein Auge darauf, dass der Tummeley-Bau mit dem Kleinen Schloss im Babelsberger Park auf der anderen Havelseite korrespondierte. Der Aufstieg hinauf zum Ausguck der Villa ist derzeit noch ein echtes Abenteuer. Es geht über Treppen mit altersfleckigem Teppich vorbei an Wänden mit abgeblättertem Putz und Zimmern, in denen geborstene DDR-Leuchtkörper an der Decke hängen. Den einstigen Glanz kann man aber noch an vielen Stellen erahnen. Da ist zum Beispiel ein riesiger Raum mit verwitterten Stuckdecken und Parkett, der seinerzeit ein Ballsaal gewesen sein könnte. Die alte Pracht soll natürlich erhalten bleiben.

Momentan noch kein Kandidat für „Schöner Wohnen“ – die Villa Tummeley. Quelle: Bernd Gartenschläger

In die Villa mit dem markanten Turm wird die Sanus sechs Wohnungen einziehen, insgesamt 1180 Quadratmeter gehobenes Wohnen. Zu einer Wohnung gehört auch der Turm. Nebenan entsteht die Orangerie neu, geplant von den Potsdamer Architekten Engel, Kühn und Löffler. Dort sollen in einem Dreigeschosser – plus Staffelgeschoss – 26 Wohnungen mit 2705 Quadratmetern Wohnfläche und eine rund 30 Quadratmeter große Gewerbeeinheit einziehen. Die Tiefgarage darunter bietet 37 Stellplätze. Grundsteinlegung für den Neubau soll in den nächsten Wochen sein.

Investor Siegfried Nehls auf dem Dach der Villa. Von hier eröffnet sich ein traumhafter Blick über Potsdam Quelle: Bernd Gartenschläger

Das ebenfalls auf dem Gelände stehende Offiziershaus soll denkmalgerecht saniert und erweitert werden. Momentan ist vorgesehen, dort elf Wohnungen und Ateliers mit insgesamt 1828 Quadratmetern Wohnfläche zu schaffen, plus zwölf Parkplätze. Insgesamt entstehen also rund 5500 Quadratmeter Wohnfläche auf dem 1,1 Hektar großen Grundstück, das zudem mit seinen uralten Bäumen ein Gartendenkmal ist. Die Garagen oder Schuppen aus Zeiten der DDR-Energiewirtschaft wurden schon abgerissen – seit drei Monaten laufen bereits Bauarbeiten. Auch die romantisch gelegene Steganlage soll bald wieder schick sein. Schon Mitte 2019 könnte die Villa Tummeley so strahlend schön sein wie damals, als Hausherr Tummeley hier den Blick über die Havel genoss. Und eines ist schon klar: Zur Einweihung wird es eine große Gartenparty geben.

Der Eingang zur Villa Tummeley. Quelle: Bernd Gartenschläger

Von Ildiko Röd und Jan Bosschaart

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