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Turmbau der Garnisonkirche kann starten

Millionen freigegeben Turmbau der Garnisonkirche kann starten

Der Turmbau kann starten: Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe den Zuschuss des Bundes in Höhe von 12 Millionen Euro auch für eine abgespeckte Version des Turmes freigegeben. Das sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg. Der Bau muss bis Herbst 2017 beginnen – und bis 2020 fertig sein.

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An dieser Stelle soll der Turm der Garnisonkirche wiederaufgebaut werden.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche kann beginnen: Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) habe den Zuschuss des Bundes in Höhe von 12 Millionen Euro auch für eine zunächst abgespeckte Version des Turms freigegeben, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg, am Freitag. Der Bau muss laut Genehmigung bis zum Herbst 2017 beginnen und bis 2020 fertiggestellt sein.

Der Turm soll mit Mitteln in Höhe von 26,1 Millionen Euro zunächst ohne Turmhelm, Glockenspiel und barocke Verzierungen gebaut werden. „Dies ist der erste Bauabschnitt“, sagte Eschenburg. „Wir gehen davon aus, dass wir die weiteren 9 Millionen Euro für den vollständigen Turm durch Spenden einsammeln können, wenn sich erstmal die Kräne drehen.“

Das Argument der Gegner: In der Kirche wurde einst Krieg gepredigt

„Dieser zwischenzeitliche Bauabschnitt ist unabdingbare Voraussetzung damit die Fertigstellung des gesamten Turmes mit allen Schmuckteilen dann Wirklichkeit werden kann“, sagte auch der Verwaltungsvorstand der Stiftung, Peter Leinemann. Die Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, dankte Grütters für den „politischen Rückenwind.“ Ihr Dank gelte auch den zahlreichen privaten Spendern, die diesen Erfolg ermöglicht hätten.

Hier soll der Turm gebaut werden

Hier soll der Turm gebaut werden

Quelle: dpa-Zentralbild

Gegen den Wiederaufbau gibt es seit Jahren aber auch Widerstand von mehreren Organisationen. Die Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ und die evangelische Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche“ eint das Argument, dass das Gotteshaus in preußischen Zeiten als Militärkirche diente, in der Krieg gepredigt und Soldaten auf Gehorsam bis in den Tod eingestimmt worden seien.

Verschwendung von Steuer- und Kirchengeldern?

Kritiker des Wiederaufbaus gaben mit Berufung auf Experten unlängst an, dass der Bau des umstrittenen Gotteshauses und die jährlich notwendigen Rücklagen für die Instandhaltung mehr Geld verschlingen werden, als angegeben. Dies gehe auf Kosten der Kirchensteuerzahler. Die Bürgerinitiative befürchtet bei geschätzten Gesamtkosten von 100 Millionen Euro für Turm und Kirchenschiff die Verschwendung von Steuer- und Kirchengeldern. Denn auch die evangelische Kirche unterstützt den Wiederaufbau mit einem Millionen-Darlehen.

Die Garnisonkirche war im März 1933 die Kulisse für den „Tag von Potsdam“, als mit dem Handschlag zwischen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg „das verheerende Bündnis zwischen konservativem Bürgertum, preußischem Militär und Nazi-Führung mit kirchlichem Zeremoniell besiegelt wurde“, wie es in einer Erklärung der Christen-Initiative heißt.

Die Garnisonkirche, die als Hauptwerk des preußischen Barock gilt, war 1968 auf Geheiß der DDR-Regierung gesprengt worden, obwohl sie trotz Kriegsschäden nicht einsturzgefährdet war. Konkrete Aufbaupläne für den Wiederaufbau gibt es derzeit nur noch für den Turm.

Von dpa

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