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Überdurchschnittlich gut in der zweiten Lehre

Handwerksazubi des Monats aus Bornstedt Überdurchschnittlich gut in der zweiten Lehre

Christian Chrosnik hatte seine berufliche Zukunft eigentlich bereits mit einer Ausbildung im Einzelhandel gesichert. Seine Leidenschaft zur Holzverarbeitung ließ ihn jedoch nicht los. Deshalb entschloss sich der 27-jährige Potsdamer für den zweiten Bildungsweg. Für seinen Mut und das überdurchschnittliche Engagement wurde er am Mittwoch belohnt.

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Ein kombiniertes Sitz- und Lesemöbelstück mit beweglichen Teilen wird Chrosniks Gesellenstück.
 

Quelle: Bernd Gartenschläger

Bornstedt.  Über Umwege kam Christian Chrosnik zum Tischlereihandwerk. Dabei war die Holzverarbeitung schon in jungen Jahren sein liebstes Hobby. „Als Kind habe ich Seifenkisten gebaut“, sagt der 27-Jährige. Die Leidenschaft habe ihm sein Vater mit auf den Weg gegeben. Mit 14 Jahren absolvierte er sein erstes Praktikum in einer Tischlerei, das ihn allerdings abschreckte. „Die Umstände haben dort einfach nicht gepasst“, sagt Chrosnik heute und hat deshalb zunächst eine Lehre im Einzelhandel abgeschlossen. Aber auch das war nicht das Wahre. In seiner Freizeit tischlerte er weiter und merkte schnell, dass ihn die Leidenschaft fürs Holz nicht losließ. „Irgendwann war mir klar: wenn ich die Ausbildung zum Tischler nicht jetzt im zweiten Bildungsweg mache, werde ich es nie tun“, sagt er.

Bei der Wahl seines Ausbildungsbetriebs hatte der Potsdamer offensichtlich mehr Glück als bei seinem Schülerpraktikum. Denn sein Chef und Ausbilder Filip Riek ist so begeistert von Christian Chrosnik, dass er ihn bei der Handwerkskammer Potsdam für den Titel „Azubi des Monats“ vorschlug. Mit diesem Titel werden seit drei Jahren überdurchschnittlich gute Auszubildende geehrt, die sich auch über die alltägliche Arbeit hinaus im Betrieb verdient machen. Am Mittwoch überreichte Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig als Überraschungsgast die Urkunde direkt in der Werkstatt.

Arbeiten an Einzelanfertigungen

„Am besten gefällt mir hier die Arbeit mit Vollholz“, erklärte ihm der Tischlerlehrling. Das sei einer der Gründe gewesen, weshalb er sich für die Stellmacherei und Tischlerei Riek in Bornstedt entschieden habe. „Andere Dinge, wie zum Beispiel die Präzision, habe ich erst während der Ausbildung gelernt“, ergänzte er. Denn sein Lehrbetrieb fertigt häufig Einzelstücke an. Erst neulich durfte Chrosnik an Rädern für eine Kutsche aus dem Babelsberger Filmpark mitarbeiten. „Wenn man am Ende des Tages das fertige Werk sieht, ist das schon ein sehr befriedigendes Gefühl“, sagt er.

Das liegt wohl auch daran, dass Chrosnik seine Arbeit besser verrichtet als andere Azubis. Seine Lehrzeit konnte er dank Abitur und anderen Qualifikationen auf zwei Jahre verkürzen und hat bereits eine Fortbildung zum Technischen Fachwirt absolviert. Für seinen Chef zählen aber auch andere Werte, die der junge Potsdamer mit in den Betrieb brachte. „Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet er noch nebenbei“, sagt Riek, „dieser Biss macht ihn zum Vorbild.“ Chrosnik habe sich schnell integriert und sei inzwischen ein vollwertiges Mitglied des sechsköpfigen Teams.

Im Betrieb, der bis vor Kurzem einen Flüchtling aus Afghanistan im Praktikum beschäftigte, kümmerte er sich zudem um die Überwindung von Sprachbarrieren. Dieses Gesamtpaket ist für Riek ein doppelter Gewinn. Denn Chrosnik ist der erste Azubi des 28-jährigen Chefs. „Uns fiel es schwer, vernünftiges Personal zu finden“, sagt Riek, der kurzerhand beschloss, den Nachwuchs selbst heranzuziehen. Er will Chrosnik, der momentan in der Gesellenprüfung steckt, auf jeden Fall übernehmen.

Tischlerei in Potsdam

Die Tischler-Innung Potsdam wurde 1734 unter Friedrich dem II. gegründet. Sie ist heute ein Zusammenschluss von fast 30 Meisterbetrieben aus Potsdam und dem Kreis Potsdam-Mittelmark. Ziel der Innung ist es, im gegenseitigen Austausch die Qualität der handwerklichen Tischler- und Schreinerarbeit zu fördern und zu verbessern.

21 Lehrstellen zum Tischler sind derzeit im Gebiet der Handwerkskammer Potsdam noch frei. In der Landeshauptstadt gibt es jedoch keine freien Plätze mehr. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Für Jugendliche mit Behinderung existiert neben der dualen Tischlerlehre auch die Ausbildung zum Fachpraktiker oder zur Fachpraktikerin für Holzverarbeitung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Von Victoria Barnack

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