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Potsdam Überfälle in Potsdam: Aufklärung stockt
Lokales Potsdam Überfälle in Potsdam: Aufklärung stockt
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08:58 05.10.2016
Das Spielcasino im Kirchsteigfeld wurde am 4. Juli überfallen. Die Täter entkamen mit einem dunklen Auto. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Täter gingen äußerst brutal vor. Gegen 2.30 Uhr betraten die beiden Maskierten das Spielcasino im Kirchsteigfeld, stießen die 50-jährige Angestellte zu Boden, forderten Geld und fesselten die geschockte Frau. Die Räuber flüchteten unerkannt. Der Überfall vom 4.  Juli war 2016 nicht der einzige auf einen Laden in Potsdam: Eine ganze Reihe von Rauben erschütterte von März bis Juli die Landeshauptstadt. Das Werk von Serientätern? Bereits am 28. Juli war ein Tatverdächtiger in Sachsen-Anhalt festgenommen worden. Doch aufgeklärt sind die Fälle noch immer nicht, wie aus einer aktuellen Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hervorgeht.

„Die Ermittlungen dauern an“, heißt es in der Antwort nur. Der Verdächtige sei weiter in Untersuchungshaft, ergänzt der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Markus Nolte, am Dienstag auf MAZ-Anfrage. Mehr könne er mit Rücksicht auf die laufenden, sehr intensiven Ermittlungen nicht sagen.

„Die Bevölkerung braucht die Gewissheit, dass intensiv ermittelt wird“

Der Einsatz einer Sonderermittlungsgruppe, wie ihn die CDU fordert, sei bisher nicht notwendig gewesen, betont das Ministerium. „Die Ermittlungen konnten innerhalb der Allgemeinen Aufbauorganisation sachgerecht und erfolgreich geführt werden“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage des Potsdamer Landtagsabgeordneten und CDU-Kreischefs Steeven Bretz.

Dieser will sich mit der Reaktion des Landes nicht zufrieden geben. „Überfallserien solcher Art und Schwere sind in Potsdam – Gott sei Dank – nicht alltäglich“, sagt Bretz, der auch Generalsekretär der Landesunion ist. Umso wichtiger sei – wie schon bei der Autobrandserie im Kirchsteigfeld 2015 – der Umgang der Polizei mit diesen Straftaten. „Die Bevölkerung braucht die Gewissheit, dass intensiv ermittelt wird“, so Bretz.

Seit dem Ergreifen des Tatverdächtigen seien mehr als zwei Monate vergangen, aber noch immer liege kein Ergebnis vor. „Es verfestigt sich der Eindruck, dass die personellen Kapazitäten der Polizei nicht ausreichen, um die Ermittlungen in absehbarer Zeit erfolgreich zu Ende zu führen“, meint der CDU-Politiker.

Ein SEK nahm den Verdächtigen fest

Innenministerium und Staatsanwaltschaft halten sich bedeckt und machen keine näheren Angaben zum Tatverdächtigen und möglichen Komplizen. Dem Vernehmen nach soll es sich bei dem in U-Haft sitzenden Mann um einen vorbestraften, 28 Jahre alten Potsdamer handeln. Ein Spezialeinsatzkommando aus Brandenburg hatte den Mann in einer Wohnung in Zahna, wo er mit seiner Freundin lebte, aufgespürt. Zumindest zwei schwere räuberische Erpressungen aus der Serie werden offenbar mit ihm in Verbindung gebracht.

Von Marion Kaufmann

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