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Überraschender Vorschlag: Langer Stall als Kreativhaus

Lösung für Künstler im Rechenzentrum? Überraschender Vorschlag: Langer Stall als Kreativhaus

In der Debatte um die Zukunft des Kunst- und Kreativhauses im Rechenzentrum bringt die BI „Mitteschön“ einen nahe gelegenen Ausweichstandort ins Spiel: Der zerstörte Lange Stall an der Plantage soll als Domizil für die Kreativen aufgebaut werden.

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Das Rechenzentrum an der Dortustraße.

Quelle: Volker Oelschläger

Innenstadt. Die Bürgerinitiative „Mitteschön“ hat einen überraschenden Vorschlag in der Debatte um die Zukunft des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum an der Dortustraße unterbreitet und einen nahe gelegenen Ausweichstandort ins Spiel gebracht: „Wie wäre es, aus dem Rest des Langen Stalles ein Kreativhaus zu bauen?“, sagte Sprecherin Barbara Kuster am Ostersonntag nach der Pflanzung eines Apfelbaums – Symbol der Versöhnung – am Ort der früheren Garnisonkirche an der Breiten Straße.

Barbara Kuster (l) beim Pflanzen des Apfelbäumchens am Ostersonntag

Barbara Kuster (l.) beim Pflanzen des Apfelbäumchens am Ostersonntag.

Quelle: Christel Köster

Das Kreativhaus solle im wiedererrichteten Langen Stall an der Plantage untergebracht werden: „In seiner Anmutung dem Langen Stall ähnlich und innen perfekt auf die Bedürfnisse der Künstler abgestimmt“, skizzierte Kuster die „Vision“ von dem Bauvorhaben am Ort des alten Reit- und Exerzierhauses, das während der Bombennacht am 14. April 1945 abbrannte.

Proberäume, Ateliers und Künstler-Café

Kuster stellt sich den Neubau in kostengünstiger Leichtbauweise mit markantem Spitzdach vor: „Proberäume für Bands, Ateliers für Maler, ja sogar Bildhauer könnten ihre Werke raus auf die Plantage schaffen.“ Am noch erhaltenen Portal des Langen Stalls an der Werner-Seelenbinder-Straße könnten ein Künstler-Café und eine Bar entstehen.

Das Portal des Langen Stalls an der Werner-Seelenbinder-Straße

Das Portal des Langen Stalls an der Werner-Seelenbinder-Straße.

Quelle: Foto: Lilith Grull

Der Bau solle als Ersatz für das nahe Rechenzentrum dienen, das seit 2015 als Kunst- und Kreativhaus genutzt wird. Ende August 2018 endet der Vertrag zwischen dem Sanierungsträger und der Stiftung SPI. Derzeit wird ausgelotet, unter welchen Voraussetzungen eine Verlängerung der Zwischennutzung über die Befristung hinaus möglich wäre.

Sanierung des Rechenzentrums „illusionistisch“

Nicht unwesentlich für die Zukunft wird auch das Ergebnis eines laufenden Statik-Gutachtens sein. Dabei wird geprüft, ob durch den Bau des Garnisonkirchturms die Standfestigkeit des Rechenzentrums gefährdet sein könnte.

Historische Ansicht des Langen Stalls an der Plantage

Historische Ansicht des Langen Stalls an der Plantage.

Quelle: Archiv

Nach Kusters Auffassung sei es in jedem Fall „illusionistisch zu glauben, dass die Stadt das Rechenzentrum für viel Geld saniert, zumal ein Teil des Grund und Bodens der Garnisonkirchenstiftung gehört – man muss den Künstlern sagen, dass das Kirchenschiff irgendwann kommt“.

Umsetzung der Idee grundsätzlich möglich, aber wann?

Allerdings ist auch der von „Mitteschön“ favorisierte neue Kulturstandort im Langen Stall noch längst nicht in trockenen Tüchern. In Gänze kann das Gebäude ohnehin nicht mehr in historisch anmutender Gestalt aufgebaut werden. Das nördliche Drittel gehört einem Privatinvestor, der dort bereits Wohnungen errichtet hat.

Von diesem Architektenentwurf wurde lediglich ein Drittel auf der Fläche eines Privatinvestors realisiert

Von diesem Architektenentwurf wurde lediglich ein Drittel auf der Fläche eines Privatinvestors realisiert.

Quelle: Baywobau

Die restlichen zwei Drittel sind zwar im Eigentum der Stadt, doch steht auf der Fläche noch die Rechnerhalle des zentralen IT-Dienstleisters des Landes Brandenburg. Dessen Auszug ist bis Ende 2018 geplant. „Die weitere Grundstücksvermarktung kann erst nach dem Abriss der Rechnerhalle erfolgen“, erläutert Sanierungsträger-Sprecherin Jessica Beulshausen. Die Idee von „Mitteschön“ ist aber damit anscheinend nicht automatisch aus dem Rennen. Denn: „Die im B-Plan Nr. 1 vorgesehene Mischgebietsnutzung würde eine Unterbringung von Kulturschaffenden ermöglichen“, so Beulshausen.

Von Ildiko Röd

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