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Uetzer lehnen Solarpark ab

Entscheidung über Anlage auf einer Fläche von 55 Hektar liegt bei den Stadtverordneten Uetzer lehnen Solarpark ab

Gegen die Errichtung einer riesigen Solaranlage in Uetz regt sich massiver Widerstand. „Fontane nannte uns das schönste Dorf im Havelland – das wollen wir uns nicht kaputtmachen lassen“, sagte der Uetzer Ortsvorsteher Hans Becker zur MAZ. Die Uetzer seien nicht gegen den Ausbau regenerativer Energien, „aber nicht an diesem Standort, der unmittelbar an den Dorfkern mit Gutshaus und Kirche angrenzt“, so Becker.

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Der Solarpark soll sich südwestlich des Dorfes Uetz über knapp 55 Hektar erstrecken. Im Luftbild ist er als „Änderungsbereich“ markiert.

Quelle: Stadt Potsdam

Uetz. Laut Stadtverwaltung hat der Eigentümer des Gutshauses – jetzt eine Reiterhof-Anlage – beantragt, auf einer Fläche von rund 55 Hektar „für einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren eine Flächensolaranlage zu errichten“. Das Plangebiet, das südwestlich an Uetz angrenzt und bis zur Autobahn reicht, ist insgesamt 280 Hektar groß. Unmittelbar nach der Wende wurde es für den Bau von Freizeitanlagen mit Sporthotel freigegeben. Davon ist bis jetzt allerdings nur der Reiterhof entstanden. Nun soll, geht es nach Eigentümer Klaus Groenke, anstelle von Seegolfplatz, Polo, Tennis- und Veranstaltungshallen der Solarpark entstehen. Die Änderung im Bebauungsplan muss von den Stadtverordneten abgesegnet werden.

Auf einer Sitzung des Ortsbeirats, an der laut Ortsvorsteher Becker rund 65 Uetzer teilnahmen, wurde das Projekt vor wenigen Tagen vorgestellt. „Es war mir ganz wichtig, die Menschen von Anfang an einzubeziehen“, so Becker. Jeder Bürger hatte die Gelegenheit, seine Meinung zu äußern. Das Ergebnis am Ende der Sitzung war eindeutig: Zu 100 Prozent sprachen sich die Uetzer gegen den Solarpark aus. „Dieses Votum kann die Stadt eigentlich nicht ignorieren.“

Aus der Stadtverwaltung kommen derweil beschwichtigende Töne. Das Votum des Ortsbeirats und der Uetzer habe zwar „keine unmittelbaren Konsequenzen“ für den Fortgang des Planverfahrens, so Stadtsprecher Markus Klier. Aber es gehe jetzt doch auch um die Frage, „wie Belastungen verringert und Wirkungen verträglicher gemacht werden können“. Konkret könnte die Stadtverwaltung prüfen, ob eine kleinere Solaranlage in dem Gebiet auf mehr Akzeptanz stoßen würde. Grundsätzlich sei es für die Stadt von großer Bedeutung, welche „Nebenwirkungen“ die Neuausrichtung der Energiegewinnung und der Klimaschutz habe. Für die Uetzer geht es jetzt zunächst darum, den dörflichen Charakter ihres Ortes zu bewahren. „Wir haben bislang einem ungeordneten Wachstum des Dorfes widerstanden, nur alle paar Jahre kommt ein Haus dazu“, so Becker. „Wir wollen ein kleines Dorf in der Potsdamer Kulturlandschaft bleiben, und da passt eine Industrieanlage dieser Dimension einfach nicht dazu.“ Becker erinnerte daran, dass das Gutshaus erst vor wenigen Monaten unter Denkmalschutz gestellt worden war. Potsdam, Uetz und Paretz – das sei ein kultureller Dreiklang, der auch für Touristen interessant sein könnte. „Es gibt wahrlich andere Flächen in Potsdam, die für einen Solarpark in Frage kommen.“

Von Jürgen Stich

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